Zwischen Liga-Stabilität und Pokal-Frust: Das große BVB-Saisonfazit

Die Bundesliga-Saison 2025/2026 ist für Borussia Dortmund beendet.

Auf Niko Kovac (l.) und Ole Book wartet viel Arbeit.
Image: Auf Niko Kovac (l.) und Ole Book wartet viel Arbeit.  © Imago

Zeit, einen Strich unter eine Spielzeit zu ziehen, die von defensiver Stabilität, aber auch von offensiven Defiziten und großen Umbrüchen in der sportlichen Führung geprägt war. Eine Analyse.

Von Patrick Berger und Jesco von Eichmann

Rein tabellarisch hat Borussia Dortmund in der Liga geliefert. Die Ausbeute war stabil, die Mannschaft von Trainer Niko Kovac stellte die beste Defensive der Bundesliga. Doch die volle Zufriedenheit will sich rund um den Borsigplatz nicht einstellen.

Im Sky Sport Podcast "Auffe Süd" bringt es Reporter Patrick Berger auf den Punkt: "Ich würde sagen, dass es eine total stabile BVB-Saison war, vor allen Dingen in der Bundesliga. [...] Aber unterm Strich war es eine Saison, die immer von frühem Gegrummel begleitet war. Was alles so ein bisschen übertüncht und auch enttäuscht, sind die Pokalwettbewerbe."

Besonders das bittere Aus in der Champions League gegen Atalanta Bergamo und das Scheitern im DFB-Pokal gegen Bayer 04 Leverkusen ließen die Stimmung kippen. "Das war dann unterm Strich natürlich brutal ärgerlich aus Dortmunder Sicht. [...] Das Halbfinale sollte schon für einen Verein wie den BVB eigentlich drin sein", resümiert Berger.

Das System Kovac: Defensive top, Offensive mit Luft nach oben

Im Zentrum der Analyse steht die sportliche Entwicklung unter Kovac. Der Trainer hat nach seiner Übernahme eine klare Handschrift hinterlassen. Das Fundament stimmt: "Er hat der Mannschaft eine defensive Stabilität gegeben, die vorher nicht da war", ordnet Sky Sport Reporter Jesco von Eichmann ein. Doch diese Stabilität ging oft auf Kosten der Kreativität und spielerischen Leichtigkeit.

Von Eichmann weiter: "Im gesamten Spielaufbau hat es gehapert. Sobald die Aufgabe, die Hürde etwas größer wurde, hat man sich schon ordentlich schwergetan."

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Ein Problem, das eng mit der Zusammenstellung der Mannschaft verknüpft ist. Der Kader wirkte oft unausgewogen. "Die Passung in diesem Kader stimmt nicht", lautet von Eichmanns Fazit. Während das zentrale Mittelfeld ein Überangebot aufweist, mangelt es an klassischen Flügelspielern - was allerdings auch dem präferierten System von Kovac geschuldet ist, der oft auf eine Dreierkette mit sogenannten Wingbacks setzt.

Top-Transfers und teure Missverständnisse

Diese Unwuchten im Kader waren letztlich auch ein entscheidender Faktor für das Ende der Ära von Sportdirektor Sebastian Kehl. Intern sorgte die Transferpolitik zunehmend für Reibung. Berger erklärt: "Da waren sie dann sehr unzufrieden, dass bei der letzten Sommertransferperiode die Spieler quasi Last-Minute verpflichtet wurden. [...] Das waren Transfers mit Chukwuemeka und Silva, die haben 50 Millionen am Ende gekostet, die nicht diese hundertprozentige Soforthilfe waren."

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Dazu kam dann auch noch die Kaufpflicht für Yan Couto, der als millionenschwerer Neuzugang die Erwartungen auch nicht erfüllen konnte und sinnbildlich für die Flops der Saison steht, zu denen im Podcast auch sportlich gesehen NIklas Süle und ein oft blass bleibender Marcel Sabitzer gezählt werden.

Auf der Habenseite stehen dafür klare Leistungsträger, die das Gerüst für die Zukunft bilden. Waldemar Anton etablierte sich als "heimlicher Chef" und absoluter Leader in der Abwehr. Felix Nmecha machte einen enormen Entwicklungssprung im zentralen Mittelfeld. Und Julian Ryerson avancierte auf der Außenbahn zu einem der besten Vorlagengeber der Liga.

Fakten zum Borussia Dortmund

  • Spitzname: BVB, Die Schwarzgelben, Die Borussen
  • Gründung: 19. Dezember 1909
  • Vereinsfarben: Schwarz-Gelb
  • Stadion: Signal Iduna Park
  • Trainer: Niko Kovač
  • DFB-Pokalsiege: 5 (zuletzt 2021)

Mammutaufgabe für den neuen starken Mann

Nun liegt es an Ole Book, die Kaderplanung für die kommende Saison voranzutreiben. Der neue Sportdirektor, der mit der Empfehlung einer herausragenden Arbeit bei der SV Elversberg nach Dortmund gekommen ist, gilt als Stratege mit hervorragendem Netzwerk.

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Der Auftrag an ihn und Kovac ist klar: Die defensive Basis beibehalten, aber spielerische Lösungen für die Offensive finden - und das in einem Transfersommer, der finanziell wenig Spielraum für Fehler lässt.

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