WM: Trump dankt Infantino wegen Balogun & kritisiert Tuchel wegen Kane
Bei einem gemeinsamen Auftritt des US-Präsidenten und Infantino bedankt Trump sich bei dem FIFA-Präsidenten. Gleichzeitig findet er Kritik an Tuchels Spiel-Taktik im Halbfinale.
18.07.2026 | 10:42 Uhr
Selbst Donald Trump hat sich in die Liste der Kritiker von Thomas Tuchels Taktik im verlorenen WM-Halbfinale Englands eingereiht.
Der US-Präsident schwärmte beim FIFA-Empfang in New York über Bayern-Stürmer Harry Kane - und wunderte sich über dessen Rolle beim 1:2 gegen Argentinien. "Sie haben geführt und dann ihren besten Spieler in die Defensive gestellt", sagte Trump an der Seite von Weltverbandschef Gianni Infantino.
Tuchel steht in England massiv in der öffentlichen Kritik von Medien und Experten. Ihm wird vorgeworfen, nach der Führung für England das Team zu weit zurückgezogen und nur noch auf Verteidigung gesetzt zu haben. "Was weiß ich schon vom Coachen? Aber das war etwas ungewöhnlich", sagte Trump und meinte mit Blick auf Kane: "Ich denke, dass sie vielleicht einen Fehler gemacht haben, als sie ihn zu einem Defensivspieler gemacht haben."
Tuchel erklärt Kane-Rolle
Tuchel selbst wurde wenig später bei der Pressekonferenz vor dem Spiel um Platz drei gegen Frankreich am Samstag (23 Uhr bei MagentaTV) in Miami Gardens auf die Aussagen Trumps angesprochen. Ob der Journalist nun den US-Präsidenten als Zeugen verwenden würde, gab der frühere Bundesliga-Trainer zunächst zurück.
"Wir haben im tiefen Block verteidigt. So macht man das", erklärte Tuchel die taktische Rolle von Kapitän Kane. "Das hat er auch schon in der ersten Halbzeit gemacht. Der Unterschied ist, dass er danach rausgestoßen ist und wir die Lücken gefunden haben."
Dankende Trump-Worte an Infantino
Außerdem hat Donald Trump Gianni Infantino für die umstrittene Aufhebung der Sperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun gedankt und die Entscheidung dem FIFA-Chef persönlich zugerechnet. Infantino habe "eine weitere großartige Entscheidung" getroffen, sagte der US-Präsident bei dem gemeinsamen Auftritt in New York.
Der "wohl unvergesslichste Moment" sei der Platzverweis für Balogun im WM-Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina (2:0) gewesen, sagte Trump. Die fällige Sperre war jedoch nach einem Telefonat zwischen dem US-Präsidenten und Infantino durch die FIFA-Ethikkommission ohne Nennung von Gründen ausgesetzt und zur Bewährung ausgesetzt worden. Es folgten ein Aufschrei in der Fußballwelt, vor allem aus Europa, und Kritik an der angeblichen Einflussnahme durch Trump. Infantino wies die Vorwürfe zurück. Balogun durfte im Achtelfinale gegen Belgien (1:4) spielen.
"Weitere großartige Entscheidung"
Er sei "gezwungen" gewesen, Infantino anzurufen und "eine Empfehlung auszusprechen", sagte Trump nun: "Ich sagte: 'Gianni, ich möchte eine Empfehlung aussprechen. Lass den Mann mitspielen.' Nein, das habe ich nicht gesagt. Ich sagte: Ich möchte eine Beschwerde einlegen, und tatsächlich habe ich das nicht, ich hatte keine Ahnung, was passieren würde", ergänzte Trump.
Es sei insgesamt "so viel besser gelaufen, weil es keine Kontroverse gibt. Sie haben das Spiel gewonnen, unser Team hatte all seine Spieler. Du hast eine weitere großartige Entscheidung getroffen", sagte der US-Präsident an der Seite von Infantino: "Ich weiß, du wirst niemals Anerkennung dafür bekommen." Der FIFA-Präsident habe "mal wieder eine seiner vielen guten Entscheidungen getroffen".
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