Sky90-Runde mit Hamann und Magath über Schlotterbeck, BVB & VAR

Sky Sport Experte Didi Hamann, Trainer-Legende Felix Magath und Co. sprechen bei "Sky90 - die Fußball-Debatte" unter anderem über die Ausstiegsklausel im Vertrag von BVB-Star Nico Schlotterbeck.

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Für Didi Hamann sind Borussia Dortmund und Nico Schlotterbeck beide Verlierer nach dessen Vertragsverlängerung. Er wird die Klausel nach wenigen Monaten ziehen und das macht für den Sky Experten keinen Sinn.

Zudem debattieren die Experten über den VAR und plädieren für ein Bildschirmverbot auf der Trainerbank. Die wichtigsten Aussagen von "Sky90 - die Fußball-Debatte".

Didi Hamann über ...

... die Vertragssituation von Nico Schlotterbeck:

"Der einzige Grund, warum er den Vertrag unterschrieben hat, ist, dass er im Moment keinen anderen hatte, der bereit war, die Ablöse zu zahlen. Die Bayern haben bei Dayot Upamecano eine Ausstiegsklausel einbauen müssen, die nächstes Jahr oder im nächsten Sommer gilt. Das heißt, dass die Dortmunder das auch machen müssen. Aber eine Ausstiegsklausel in zwei oder drei Monaten zu machen, halte ich für fatal. Das ist eine Vertragsverlängerung, bei der beide Parteien die Verlierer sind. Er wird schauen, dass er nach der WM einen Verein bekommt - ob er einen findet, weiß ich nicht. Das Geld, das die Dortmunder mehr bekommen werden, werden sie wahrscheinlich wieder bezahlen müssen, weil das Transferfenster schon etwas weiter fortgeschritten ist. Der Verein lebt von der Identifikation. Wenn ich Fan wäre oder ein Kind hätte, das ein Dortmund-Trikot will, dann würde ich versuchen, ihm auszureden, ein Schlotterbeck-Trikot zu wollen, weil er wahrscheinlich in zwei oder drei Monaten nicht mehr da ist. Ich verstehe nicht, dass der Verein da nicht hart geblieben ist - Ausstiegsklausel hin oder her. Ja, soll er sie im nächsten Sommer bekommen, aber doch nicht in zwei Monaten."

... die Bildschirme auf der Trainerbank:

... "Ich würde sogar so weit gehen und überlegen, ob man das aufhebt, dass die auf der Bank die Bilder haben. Denn das trägt zu dieser ganzen Unruhe bei."

... den VAR-Einsatz im Fall Süle:

"Wir können nicht für jedes Vergehen eine Regel haben. Wir müssen die Situationen bewerten, und das ist nicht mehr der Fall. Wenn du nur einen Funken gesunden Menschenverstand hast, dann sagst du: Er rutscht aus und verletzt sich möglicherweise - was wiederum unerheblich ist in der Bewertung -, aber er fällt hin und da geht der Arm nach oben. Das bedeutet, er hat den Arm nicht gehoben, um den Schuss abzuwehren, sondern weil er hingefallen ist. Der Schiedsrichter hat den Elfmeter nicht gegeben, und keiner hat sich beschwert. Was für einen Grund gibt es dann, einzugreifen? Der gesunde Menschenverstand geht nicht nur dem Fußball, sondern auch der Gesellschaft verloren. Wenn du nur einen Funken Menschenverstand hast, kannst du so einen Elfmeter nicht geben - und leider wurde er wieder gegeben."

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Der VAR-Eingriff nach der Verletzung von Niklas Süle beim Duell zwischen Hoffenheim und Dortmund sorgt für Ärger - auch bei Sky Experte Didi Hamann. Die Entscheidung zum Hand-Elfmeter sei ''weltfremd''.

Felix Magath über ...

... die Bildschirme auf der Trainerbank:

"Ich habe kein Verständnis dafür, wenn ein Trainer während des Spiels auf den Bildschirm schaut. Dann frage ich mich eher: Was macht er für einen Job? Ich habe damals versucht, keine Sekunde den Blick vom Spielfeld zu lassen, sondern mir selbst ein Bild davon zu machen, was da abläuft. Von daher würde ich ein Verbot der Bildschirme auf der Bank nur für gut erachten."

... die "Verweichlichung" der Bundesliga:

"Für mich werden viel zu viele und viel zu schnell Karten gezogen, vor allem Rote Karten. Wir haben einen Sport, der Zweikämpfe beinhaltet. Die Tore sind das eine bei einem Fußballspiel, aber das Zweitschönste und Zweitwichtigste sind die Zweikämpfe. Das ist doch kein Vergleich zur Premier League, was wir hier in der Bundesliga erleben. Seit ein paar Jahren haben wir uns angewöhnt, alles in Watte zu packen und uns über jeden Kontakt zu beschweren. [...] Ich kenne das anders. Wir hatten auch nicht jedes Wochenende einen, der invalide geworden ist. Und das gehört zu einem Sport wie Fußball einfach dazu, dass man auch Zweikämpfe führt. Solange nicht die Absicht da ist, nur den Gegner zu treffen, muss man aus meiner Sicht mit Roten und Gelben Karten etwas vorsichtiger sein."

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Vier Rote Karten im Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV - für Felix Magath Grund genug, darüber zu schimpfen, dass im heutigen Fußball viel zu schnell die Karten gezückt werden.

... Dortmunds Ausstiegsklauseln und Kaderplanung:

"Wie soll ich das sehen? Da schüttle ich nur mit dem Kopf. Wie kann ich einen Vertrag schließen, der im Grunde nie zustande kommt, wenn der Spieler nicht will? Ich bin grundsätzlich, was die Bundesliga-Vereine angeht, anderer Meinung als viele andere. Ich kann nicht nur Entscheidungen treffen, die die nächste Saison betreffen. Ich muss doch als Manager eines Vereins, wenn ich Verantwortung habe, einen größeren Horizont haben als nur die nächste Saison. Ich darf doch nicht jedes Jahr zehn neue Spieler kaufen. Training ist etwas Langfristiges und nichts Kurzfristiges. Wenn ich dann mal Erfolg haben will, muss ich eine Mannschaft zusammenarbeiten lassen. Dembele war der Erste, der damals angefangen hat und gleich gegangen ist, und dadurch, dass sie den Spieler sofort verkauft haben, haben sie das Signal gesetzt: Wir trennen uns auch von den Spielern, wenn sie das nötige Angebot bekommen. Und so geht das Jahr für Jahr. Wenn Nico Schlotterbeck das Recht hat zu gehen, befürchte ich, dass im Sommer Vereine da sind, die mehr Geld haben als der BVB und dann auch in die Tasche greifen."

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Nico Schlotterbeck hat sich bei seiner Vertragsverlängerung eine WM-Klausel reinschreiben lassen - darüber kann Felix Magath bei Sky90 nur den Kopf schütteln.

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