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Sky Experte Didi Hamann spricht über CL-Finale zwischen BVB und Real Madrid

Hamann zum CL-Finale: "Das Schlimmste, was es gibt"

Nach dem CL-Finale hat sich Sky Experte Didi Hamann zur Leistung des BVB geäußert und über die Niederlage gesprochen.

Didi Hamann (Sky Experte)...

…über das Spiel: "Es ist wahrscheinlich nicht unverdient. Die Dortmunder hatten ihre Chancen. Es ist natürlich unheimlich bitter. Zur Halbzeit musst du führen. Wenn du diese Phasen hast, wo du überlegen bist, dann musst du ein Tor machen. Es war zur Halbzeit klar, dass die Dortmunder wahrscheinlich nicht mehr so gut spielen werden und die anderen nicht mehr so schlecht sein werden. Dann ist das Spiel vor sich hingeplätschert, es ist wenig passiert. Ein Kopfball von Füllkrug, den Courtois leicht hält. Dann entscheidet eine Standardsituation das Spiel. Die Dortmunder sind da selber schuld. Wenn du in der ersten Halbzeit in Führung gehst, wird das ein anderes Spiel. Mittlerweile erkenne ich das an, dass das nicht immer nur Glück ist. So wie der Spielverlauf heute war, da kommen sie wieder mit 2:0 als Sieger vom Platz. Man kann jetzt nicht sagen, dass das unverdient war, aber natürlich sieht es anders aus, wenn Dortmund in der ersten Hälfte das Tor macht."

ZUM DURCHKLICKEN: Die BVB-Noten zum CL-Finale

  1. GREGOR KOBEL:
    Image: GREGOR KOBEL: Wird zum ersten Mal in der 49. Minute von Toni Kroos per Freistoß gefordert und ist zur Stelle. Bei beiden Gegentoren machtlos, glänzt in der Schlussphase mehrfach und verhindert Schlimmeres. Note: 2. © Imago
  2. JULIAN RYERSON:
    Image: JULIAN RYERSON: Führt mit dem starken Vinicius einige intensive Duelle, in denen er zumindest halbwegs die Kontrolle behält. Setzt auch offensiv immer wieder Nadelstiche – ein insgesamt solider Auftritt. Note: 2 © Imago
  3. MATS HUMMELS:
    Image: MATS HUMMELS: Spielt in der 21. Minute einen genialen Traumpass in den Lauf von Adeyemi. Defensiv ohne Wackler - grätscht Vinicius zwei Mal sehenswert ab. Note: 2. © Imago
  4. NICO SCHLOTTERBECK:
    Image: NICO SCHLOTTERBECK: Starker Ball auf Füllkrug in der zehnten Minute, steht hinten sicher und lässt mit Hummels kaum Real-Chancen zu. Verhindert mit seiner Fußspitze das 0:2. Note: 2. © DPA pa
  5. IAN MAATSEN:
    Image: IAN MAATSEN: Ist bei einem Real-Konter hellwach in der 24. Minute und setzt Füllkrug dabei glänzend in Szene. Macht bis zur 80. Minute ein ordentliches Spiel, leistet sich jedoch einen ganz schlimmen Fehlpass, der zum 0:2 führt. Note: 5. © Imago
  6. EMRE CAN:
    Image: EMRE CAN: Macht seine Sache als defensiver Abräumer gut, ohne jedoch wirklich auffällig zu sein. Note: 3. © Imago
  7. MARCEL SABITZER:
    Image: MARCEL SABITZER: Ist die BVB-Schnittstelle zwischen Offensive und Defensive. Immer anspielbar mit einigen guten Momenten. Note: 3. © Imago
  8. JADON SANCHO:
    Image: JADON SANCHO: Versprüht in der ersten Halbzeit mit einigen Dribblings und Pässen Torgefahr, taucht im zweiten Durchgang allerdings ab und bleibt unauffällig. Note: 4. © Imago
  9. JULIAN BRANDT:
    Image: JULIAN BRANDT: Ständiger Aktivposten beim BVB. Bedient Adeyemi & Füllkrug mehrmals stark und dreht beim Umschaltspiel auf. Verdribbelt sich in der zweiten Hälfte aber auch ein paar Mal. Note: 3. © Imago
  10. KARIM ADEYEMI:
    Image: KARIM ADEYEMI: Vergibt in der 20. Minute die Riesenchance auf die BVB-Führung, kommt auch danach zu einigen Abschlüssen. Wirbelt viel umher, verliert aber auch sehr viele Bälle und muss für Reus in der 71. Minute weichen. Note: 5 © DPA pa
  11. NICLAS FÜLLKRUG:
    Image: NICLAS FÜLLKRUG: Setzt den Maatsen-Traumpass nur an den Pfosten und kann mit gefährlichen Abschlüssen Courtois auch danach nicht überwinden. Verliert das Kopfballduell gegen Carvajal beim Gegentor. Note 3.  © Imago
  12. Edin Terzic wechselt nach der 70. Minute noch Marco Reus, Donyell Malen, Sebastien Haller und Jamie Bynoe-Gittens ein - alle ohne Note.
    Image: Edin Terzic wechselt nach der 70. Minute noch Marco Reus, Donyell Malen, Sebastien Haller und Jamie Bynoe-Gittens ein - alle ohne Note. © Imago

…über den ersten Treffer von Real Madrid: "Die Dortmunder hatten sieben oder acht Ecken in dem Spiel. Die besseren Kopfballspieler haben sie wahrscheinlich mit Schlotterbeck, mit Füllkrug, mit Hummels. Du hast nicht einmal das Gefühl gehabt, dass sie gefährlich werden. Dann entscheidet halt eine wunderbar gedrehte Ecke, die genau in die Gefahrenzone kommt. Carvajal wird alleine gelassen, weil sie wahrscheinlich gedacht haben, das ist der Kleinste im Sechzehner, auf den müssen wir nicht aufpassen. Dann verlängert der das Ding, toller Kopfball, das entscheidet dann das Spiel."

…nach dem Spiel über Borussia Dortmund: "Es ist herausragend, wie sie sich verkauft haben, wie sie den deutschen Fußball verkauft haben. Im Viertelfinale waren sie wahrscheinlich die Mannschaft, der am wenigsten Chancen eingeräumt wurden. Das wird sie aber alles nicht interessieren. Was du aus der Champions-League-Saison mitnehmen kannst, ist ein Haufen Geld. Die werden jetzt in der Kabine sitzen und dann sagt der eine oder andere: ‚Hätten wir doch dies, hätten wir doch das. So gut waren die doch gar nicht.' Das ist das Schlimmste, was es gibt. Das sind die Spiele, die kriegst du nicht mehr zurück. Jetzt kannst du sagen, die Erfahrung hat das Spiel gewonnen, da mag was dran sein. Die [Real] waren 75 Minuten aber nicht auf dem Platz. Dann sind sie etwas müde geworden, kriegst die Standardsituation, verlierst so ein Spiel. Sowas wegzustecken, das geht nicht innerhalb von Tagen oder einer Woche."

…über Toni Kroos: "Der hat sich einen Status erarbeitet, den ein Ausländer in Madrid sonst fast noch nie genossen hat. Den werden sie, wenn er zurück ins Stadion kommt, immer auf Händen tragen. Der gewinnt mit Real fünf Mal die Champions League in zehn Jahren. Was man auch nicht vergessen darf, die Leute sind ja verwöhnt dort, da wird fast erwartet, dass du Champions-League-Sieger wirst. Da ist natürlich ein anderer Druck, als es bei anderen Vereinen der Fall ist. Du hast da Druck, jedes Jahr, dass du die Champions League gewinnst. Er hat es von den zehn Jahren jedes zweite Mal geschafft, die Champions League zu gewinnen und eine tragende Rolle zu spielen. Über diesen Zeitraum diese Konstanz an den Tag zu legen und sich immer wieder zu pushen, das ist Wahnsinn. Der erfolgreichste deutsche Spieler ist es. War es der beste der letzten 20, 30 Jahre? Das will ich nicht beantworten. Es ist immer schwer, Generationen miteinander zu vergleichen. Was er geleistet hat in Madrid, ist sagenhaft. Jetzt hoffen wir, dass er im Juni in Deutschland einen krönenden Abschluss hat."

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