Scharfe Tuchel-Kritik an Schiedsrichter Sven Jablonski
Besonders unterhaltsam ist der WM-Test von Thomas Tuchels Engländern nicht. Dafür ist das 1:1 gegen Uruguay gespickt mit Momenten, über die heftig diskutiert werden.
28.03.2026 | 10:37 Uhr
Der aufgebrachte Thomas Tuchel sprach nach dem ersten WM-Test seiner englischen Nationalmannschaft in diesem Jahr lieber gar nicht erst mit dem deutschen Schiedsrichter Sven Jablonski.
"Ich habe nicht mit ihm geredet, ich wollte nicht. Das war überhaupt keine gute Leistung während des gesamten Spiels", meinte Tuchel nach dem diskussionswürdigen 1:1 (0:0) seiner umgebauten Three Lions gegen Uruguay im Londoner Wembley-Stadion.
Drei Aufreger
"Ich kann nicht verstehen, dass ein Tackling wie dieses nicht einmal überprüft wird. Der Elfmeter am Ende war sehr, sehr schmeichelhaft. Dann gab es Diskussionen, dass ein Spieler zwei Gelbe Karten im Spiel bekommen hat und nicht einmal vom Platz gestellt worden ist", führte Tuchel, der unter anderem Bayern Münchens Harry Kane schonte, in Richtung Jablonski weiter aus. "Okay, ein gebrauchter Tag."
Was waren die drei Aufreger? Zunächst blieb sehr zum Ärger Tuchels ein Tackling mit offener Sohle des uruguayischen Verteidigers Ronald Araujo gegen Phil Foden zu Beginn der zweiten Halbzeit ungestraft. Foden musste wenige Minuten danach gegen Cole Palmer (56.) ausgewechselt werden.
Zweimal Gelb - oder doch nicht?
"Man sieht nicht oft, dass solche Tacklings keine Rote Karte nach sich ziehen", wunderte sich Englands Innenverteidiger Harry Maguire. "Es sind nur noch ein paar Monate bis zur Weltmeisterschaft, und wir haben Schiedsrichter, die solche Tacklings zulassen. Das ist enttäuschend."
Dann war da die Sache mit dem Uruguayer Manuel Ugarte. TV-Bildern in England zufolge wurde der Mittelfeldspieler nach einem Foul an Palmer in der 70. Minute mit Gelb verwarnt. Elf Minuten danach gab es erneut eine Gelbe Karte - für eben Manchester Uniteds Ugarte. Später hieß es, dass die erste Verwarnung vom vierten Offiziellen zurückgenommen worden sei.
White im Fokus
Ben White, der in der 81. Minute für die Engländer Führung gesorgt hatte, stand kurz vor dem Abpfiff noch mehr im Mittelpunkt. Er verschuldete in der Nachspielzeit mit einem Foul an Federico Vinas einen Elfmeter, den Federico Valverde (90.+4) nach Einsatz des Videoschiedsrichters verwandelte. Erneut sehr zum Unwillen Tuchels.
"Vielleicht ist Ben in diesem Moment auch ein bisschen gierig, aber eine Entscheidung aufzuheben, wenn der Schiedsrichter ganz klar mit beiden Händen signalisiert hat, dass er es gesehen hat und es ihm nicht gereicht hat", sagte Tuchel verwundert.
Der frühere Bayern-Trainer zeigte sich "überrascht, dass der VAR überhaupt im Einsatz ist, denn ich dachte, er funktioniert nicht, weil das Foul an Phil Foden nicht einmal überprüft wurde, das Foul an Noni (Madueke) auch nicht. Und dann wurde plötzlich dieser Fall überprüft." Am Dienstag steht für die englische Auswahl noch ein Testspiel gegen Japan an.
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