Saint-Gilloise ist der etwas andere Gegner des FC Bayern München
Zwischen Daten und Glücksspiel: Die Geschichte des kommenden Gegners des FC Bayern München außergewöhnlich.
21.01.2026 | 14:18 Uhr
Vor fünf Jahren spielte Saint-Gilloise noch in der zweiten Liga. Jetzt misst sich der kleine belgische Klub mit den größten Mannschaften Europas!
Dieser Höhenflug ist in Europa einzigartig. 2018 stieg der Unternehmer Tony Bloom beim damaligen Zweitligisten ein. Zuvor beförderte er bereits seinen Herzensverein Brighton & Hove Albion aus der dritten Liga in die Premier League.
Sein Kapital erwirtschaftete der Engländer dabei auf skurrile Weise!
Der studierte Mathematiker wurde durch Glücksspiel reich. Zu verdanken, hat der 55-Jährige das ausgeklügelten Systemen beim Poker und bei Sportwetten.
Datenbasierter Höhenflug
Von Daten profitiert auch Saint-Gilloise. Seit der Übernahme von Bloom geht es steil bergauf. Nach dem Aufstieg in die Jupiler Pro League 2021 folgte 2024 der Pokalgewinn und die Qualifikation für die Europa Leauge. In der vergangenen Saison gelang dem Verein aus dem Brüsseler Vorort Saint-Gilles dann der ganz große Coup.
"Les Unionistes" (zu Deutsch: die Unionisten) wurden spektakulär Meister. Zum ersten Mal seit 90 Jahren!
Dieser kometenhaften Aufstieg ist vor allem das Ergebnis der Transferpolitik des aktuellen Tabellenführers. Durch das Datenanalyse-Unternehmen Jamestown Analytics, eine Tochterfirma von Blooms Unternehmen Starlizard, scoutet Saint-Gilloise Spieler und Trainer auf Grundlage von statistischen Parametern. Das bekannteste Beispiel dafür ist Deniz Undav. Der DFB-Stürmer wechselte 2020 vom Drittligisten SV Meppen nach Belgien. Von dort ging er über Blooms anderen Verein Brighton zum VfB Stuttgart.
Saint-Gilloise als Sprungbrett in die Bundesliga
Werder-Stürmer Victor Boniface, Wolfsburgs Mohamed Amoura oder auch Alessio Castro-Montes vom 1.FC Köln folgten seinem Beispiel. Sie alle kamen über Saint-Gilloise in die Bundesliga. Das Gleiche gilt auch für St. Pauli-Trainer Alexander Blessin. Der deutsche Coach wechselte nach dem Aufstieg der Kiezkicker in die Bundesliga nach Hamburg.
Mit Mateo Biondic sorgt jetzt der nächste Deutsche für Aufsehen. Der 22-jährige Stürmer wechselte in diesem Winter von Regionalligist Eintracht Trier zum Champions-League-Teilnehmer.
Wenn man nach den Daten geht, macht die Bilanz gegen Vincent Kompany Hoffnung. Der Bayern-Coach konnte in fünf Begegnungen erst einmal gegen Saint-Gilloise gewinnen. Ob das gegen das bayrische Star-Ensemble reicht, ist fraglich. In der Allianz Arena ist auch immer ein bisschen Glück gefragt.
Aber auch damit kennt sich Klub-Besitzer Tony Bloom ja bekanntermaßen aus.
Mehr zu den Autoren und Autorinnen auf skysport.de
Alle weiteren wichtigen Nachrichten aus der Sportwelt gibt es im News Update nachzulesen.