Provokanter Jubel gegen Ex-Klub! HSV-Ärger um Königsdörffer
Null zu Fünf! Ein desolater HSV ist gegen den 1. FSV Mainz 05 völlig unter die Räder gekommen.
06.09.2026 | 19:59 Uhr
Mainz-Stürmer Ransford Königsdörffer hat mit seinem Treffer gegen seinen Ex-Klub die Krone aufgesetzt. Am Ende sorgt vor allem sein provokanter Jubel für Diskussionen.
Der Angreifer, der zwischen 2022 und Sommer 2026 beim HSV aufgelaufen ist (138 Spiele, 33 Tore, neun Assists), trifft in der Nachspielzeit und jubelt mehr als ausgelassen vor den Hamburger Fans.
Eine Aktion, die unter anderem bei HSV-Kapitän Nicolai Remberg auf Unverständnis stößt: "Erstmal weiß auch jeder, dass Ransford und ich uns richtig gut verstehen - auch letzte Saison schon. Aber ich bin Kapitän vom HSV und wenn er hier so vor den Fans jubelt, dann ist es meine Aufgabe, da einfach hinzugehen. Das finde ich nicht korrekt", sagte Remberg nach dem Abpfiff bei DAZN.
"Ich werde ihm aber schon noch sagen, dass ..."
Königsdörffer rechnete schon vor dem Spiel mit Pfiffen. Nach seinem Treffer ließ der Angreifer seinen Emotionen freien Lauf. "Darüber will ich mich jetzt gar nicht so aufregen", machte Remberg deutlich. "Ich werde ihm aber schon noch sagen, dass ich das nicht so cool finde."
Der HSV-Kapitän fand im Anschluss aber auch versöhnliche Worte: "Natürlich ist das blöd, aber wir sind auch alles Menschen", sagte er. "Auf dem Platz, da hagelt es mal an Wörtern, aber danach muss man schon darüber reden. Ich werde ihm das schon sagen. Er wird mir seinen Teil dazu sagen und dann klärt man das auch. Es ist jetzt nicht so, dass ich dann eine Woche sauer auf ihn bin. Das macht man auch nicht."
Teamkollege springt Königsdörffer zur Seite
Auch Mainz-Trainer Urs Fischer äußerte sich nach dem Spiel zum Jubel: "Ich finde schon, dass sich ein Spieler eigentlich freuen sollte, wenn er ein Tor schießt", sagte er, machte allerdings deutlich: "Aber klar, man sollte es auch nicht übertreiben."
Angreifer Phillip Tietz sprang seinem Teamkollegen am Sky Sport Mikro zur Seite "Klar gibt es die Seite und die Seite. Ich muss aber auch allerdings sagen - man bekommt das ja immer mit: Was Ransi [Königsdörffer, Anm. d. Red.] für Nachrichten bekommen hat, die sind wirklich, wirklich unschön."
Der Mainz-Stürmer spricht vor allem über Nachrichten aus den sozialen Kanälen. "Das geht halt nicht, was da geschrieben wird. Der Junge hat keinem was getan. Der Junge hat nur den Verein gewechselt, hat dem Verein nix Böses wollen und er macht dann ein Tor bei seinem neuen Arbeitgeber. Klar freut er sich", betonte Tietz. "Trotzdem liebt er den HSV. Das hat er mir auch gesagt, das hat er der Mannschaft gesagt. Er mag den Verein. Und wenn solche Hassnachrichten an ihn persönlich kommen, dann verstehe ich schon, wenn man dann jubelt."
Die Geste würde auch nicht gegen die Vereinsführung oder die Ultras gehen. "Es geht gegen die Leute, die ihm wirklich die Nachrichten geschrieben haben und das waren zahlreiche", sagte der Doppeltorschütze. "Da kann ich den Jungen wirklich in Schutz nehmen. Er tat mir vor dem Spiel extrem leid."
Das sagt Polzin
HSV-Coach Merlin Polzin sah die Situation gelassen: "Ich glaube, das war jetzt weniger was gegen mich oder bestimmte Personen. Am Ende will ich das jetzt auch nicht überbewerten, wie das Tor fällt oder wer das Tor macht oder was danach passiert - ist mir ehrlicherweise jetzt scheißegal", sagte er. "Da geht es eher um andere Dinge. Das klären die Jungs dann unter sich."
Zwei Spiele, null Punkte, null zu sieben Tore: Unter dem Strich steht für die Hamburger ein desolater Start in die neue Bundesliga-Saison. "Wir haben heute eine schlechte Leistung gezeigt, dafür stehen wir gerade", betonte Polzin. "Daraus werden wir lernen und es besser machen."
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