Oliver Kahn bei Triple – der Hagedorn-Fußballtalk über den FC Bayern, den BVB & Klopp

Oliver Kahn, Roman Weidenfeller und Roger Wittmann analysieren mit Riccardo Basile bei Triple – der Hagedorn-Fußballtalk die spannendsten Fußball-Themen.

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Ex-Bayernvorstand Oliver Kahn sieht vor dem deutschen Klassiker zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern am 24. Bundesligaspieltag die Favoritenrollen klar verteilt. Wie er diese einordnet, erklärt Kahn in der Sky-Sendung ''Triple''.

Nach dem CL-Aus ist vor dem Klassiker gegen den FC Bayern: Oliver Kahn sieht die aktuelle Situation des BVB als Chance, um den Rekordmeister im Prestige-Duell zu ärgern. Darüber hinaus ordnen die Protagonisten auch die jüngsten Entwicklungen um Jürgen Klopp ein und diskutieren die Berater-Rolle im Millionen-Geschäft Fußball.

Oliver Kahn …

… über Jürgen Klopp:

"Er stand dort am Spielfeldrand in Liverpool - das ist pures Adrenalin. Normalerweise gibt es danach eine Übergangsphase: Du musst dich erst einmal auf eine komplett andere Welt einstellen, auf völlig andere Anforderungen. Sich darauf so schnell einzulassen, ist die größte Herausforderung. Wir sehen das ja auch immer wieder bei ehemaligen Spielern, und das werden wir auch in Zukunft sehen - egal ob Thomas Müller oder anderen. Du kannst heute nicht mehr einfach sagen: 'Thomas macht übermorgen bei uns dieses oder jenes.' Erstens: Will er das überhaupt? Und zweitens: Bereitet die Jungs doch auf so eine Position vor und werft sie nicht einfach hinein. Das ist doch die entscheidende Frage: Will er es? Und kann er es überhaupt? Viele glauben: 'Ich hatte eine erfolgreiche Karriere als Sportler, also bin ich automatisch überall erfolgreich.' Das ist der erste Schritt ins Aus."

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Ex-Bayernvorstand Oliver Kahn spricht bei ''Triple'' exklusiv bei Sky Sport über die Rolle von Jürgen Klopp als ''Head of Global Soccer'' im Red Bull Kosmos. Zuletzt gab es Gerüchte, Klopp würde ein Trainercomeback anstreben.

… über die BVB-Leistung in Bergamo:

"Ich hatte das Gefühl, dass es der Mannschaft nicht gelungen ist, das Spiel in bestimmten Phasen zu kontrollieren - so, wie sie es vielleicht geplant hatte. Gegen eine Pressing-Maschine wie Bergamo, wenn sie gut drauf sind, ist es schwer, im Verwaltungsmodus Fußball zu spielen. Man hat schnell gemerkt: Es reicht nicht, nur das 2:0 über die Zeit bringen zu wollen. Da brauchst du mehr nach vorne, mehr Torchancen. Ich habe in der ersten Halbzeit kaum Chancen gesehen. Und wenn du dann siehst, mit welcher Power, Kraft und Willensstärke der Gegner spielt, dann denkst du schnell: 'Wenn die ein Tor schießen, kippt das hier ganz schnell.' Und genau das ist passiert. Dazu kommen - wie so oft in wichtigen Spielen - individuelle Fehler. Und da stellt sich die Qualitätsfrage: Warum passieren diese Fehler immer wieder?"

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Ex-Welttorhüter Oliver Kahn stellt exklusiv bei ''Triple'' bei Sky Sport die Qualität des Kaders von Borussia Dortmund infrage. Einen Tag zuvor waren die Schwarz-Gelben in den Champions League-Playoffs gegen Atalanta Bergamo ausgeschieden

… über die Chancen des BVB im Klassiker:

"Für das Spiel gegen Bayern München spricht im Moment alles gegen Dortmund. Das war ja nicht nur eine Niederlage, das tat richtig weh, wie die Mannschaft ausgeschieden ist. Das sitzt tief. Dazu kommen die Strapazen: das Spiel, die Rückreise. Die Bayern hingegen kommen total ausgeruht, mit Top-Selbstvertrauen, in drei Wettbewerben erfolgreich. Dortmund dagegen ist gerade dabei, die Saison komplett zu vergeigen. Und genau das ist ihre Chance."

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über den Dortmunder Glauben an die Meisterschaft:

"Ein Stück weit ist das menschlich. Wenn du dir die Bundesliga der letzten zwölf, dreizehn Jahre anschaust - woran sollst du denn noch glauben? Und dann noch das letzte Spiel gegen Mainz. Das sind Dinge, die sich in dir festsetzen. Für mich war es jedes Mal schmerzhaft, wenn jemand anderes Team Meister wurde. Stell dir vor, du wirst elf-, zwölf- oder dreizehnmal in Folge Meister. Da plättest du deine Konkurrenz - auch mental."

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über die Berater‑Diskussion:

"Die Frage lautet doch: Ist Summe X für einen Berater zu viel? Darum dreht sich die Diskussion. Aber es gibt Wettbewerbsrecht in Europa. Die FIFA hat gerade gezeigt, dass sie nicht in der Lage ist - und das ist auch in Ordnung - in dieses Wettbewerbsrecht einzugreifen. Ein Klub hat jederzeit das Recht zu sagen: 'Über diese Grenze gehen wir nicht, dann machen wir den Deal eben nicht.' Nur: Genau die Vereine, die sich beschweren, nutzen das System selbst ständig, weil sie bestimmte Spieler über bestimmte Netzwerke brauchen. Das ist oft eine etwas pharisäerhafte Diskussion."

über den Haaland‑Transfer und das Berater‑System:

"Wenn du nur an den Haaland‑Transfer von Borussia Dortmund zu Manchester City denkst - was glaubst du, welche Summen da im Spiel waren? Da wird dir heute noch schwindlig. Du darfst da nicht naiv sein. Top‑Spieler gibt es nur ganz wenige. Und die Top‑Klubs überbieten sich für diese Spieler. Die Berater wissen genau, wie sie die Klubs gegeneinander ausspielen, um für sich und den Spieler das Maximum herauszuholen. Wir würden es alle genauso machen - das System ist, wie es ist. Verändern kann man es nur, wenn man ganz oben ansetzt, nicht auf Klubebene oder durch Populismus."

Roman Weidenfeller …

… über den BVB-Auftritt in der Champions League in Bergamo:

"Ehrlicherweise: Wenn du 2:0 führst, darfst du das nicht verwalten. Du musst weiter nach vorne spielen und versuchen, das Auswärtsspiel zu gewinnen. Das ist nicht leicht, keine Frage. Wir wissen alle, wie italienische Mannschaften spielen - aber Atalanta ist für mich keine Spitzenmannschaft. Sie stehen auf Platz sieben, haben 19 Punkte Rückstand auf Inter Mailand. Ich habe die Partie in Dortmund selbst im Stadion gesehen. Normalerweise musst du dieses Spiel 3:0 gewinnen. Das hat man nicht geschafft. Dann haben wir in Dortmund gesagt: 'Gut, wir haben eine solide Partie gesehen, die Jungs haben ein gutes Spiel gemacht und ein gutes Ergebnis erzielt.' Aber man hat sich darauf ausgeruht. Die Mannschaft war gestern in Bergamo auf jeder Position nicht bereit für den Kampf."

Nachfrage von Moderator Riccardo Basile: Was fehlt der Mannschaft aktuell?

Roman Weidenfeller: "Wenn das immer häufiger in entscheidenden Spielen vorkommt, muss man die Qualität hinterfragen. Fakt ist: Die Leistungsträger haben gestern alle nicht gut gespielt. Und genau dafür sind Leistungsträger da - um voranzugehen und zu zeigen, wer der Herr im Ring ist."

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Roman Weidenfeller spricht über die Rolle des Torhüters auf dem Platz. Er beobachtet häufig, wie Torhüter versuchen, Libero zu spielen. Wenn der Torwart damit jedoch überfordert ist, wird das gesamte Team geschwächt.

… über das Torhüterspiel:

"Schaut euch die Bundesliga oder die Champions League an: Torhüter machen Fehler, weil sie versuchen, den Ball unbedingt im Spiel zu halten und hinten wie ein Libero zu agieren. Wenn ein Torwart das kann - wie Manuel Neuer oder meinetwegen Marc-Andre ter Stegen - ist das kein Problem. Aber wenn ein Torhüter damit überfordert ist, schwächt er seine Mannschaft. Torhüter sind in erster Linie dafür da, Sicherheit und Rückhalt zu geben. Fakt ist: Schaut euch die Spiele an, auch in Leverkusen - da sah der Torwart Janis Blaswich auch nicht gut aus. Man sollte das gesamte System hinterfragen. Warum sollen Torhüter plötzlich Feldspieler sein?"

… über die BVB‑Chancen im Klassiker:

"Ich glaube, Borussia Dortmund ist am Wochenende fast schon zum Siegen verdammt. Das klingt hart, aber wenn du das Spiel nicht gewinnst - oder sogar verlierst - kannst du den Stecker für die Saison eigentlich ziehen. Das Wichtigste ist, dass du am Samstag ein Zeichen setzt und die Stimmung positiv bleibt. Was in den vergangenen vier, sechs oder acht Wochen aufgebaut wurde, ist gerade dabei, komplett umzuschlagen. Und das wäre extrem schade - ausgerechnet zu Hause, im Klassiker, auf den sich alle freuen."

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Ex-BVB-Torhüter Roman Weidenfeller spricht exklusiv in der Sky-Sendung ''Triple'' über den bevorstehenden deutschen Klassiker zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München. Er sieht den BVB unter Druck und in der Pflicht.

Roger Wittmann …

… über die Kritik von Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge:

"Ich glaube, dass Karl-Heinz Rummenigge nicht der Richtige ist, um über Moral und Unmoral zu sprechen. Warum? Weil er mitten in diesem Geschäft steckt. Sie haben das System doch selbst mit aufgebaut. Wenn du Spieler verpflichtest, die du brauchst, um Titel zu gewinnen, weißt du, was auf dich zukommt. Berater werden heute so bezahlt, wie es der Norm entspricht. Was genau soll daran unmoralisch sein? Die Regeln haben sie selbst gemacht. Und wenn es um die Existenzberechtigung von Beratern geht, hat Karl-Heinz Rummenigge kein Recht, Forderungen zu stellen."

… über die Kritik, dass Provisionen für die Arbeitsumfang von Beratern nicht "gerecht" wären:

"Mir ist das Wurst, was die [Anm. d. Red.: Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge] sagen. Der eine schreit die Welt voll. Der andere sagt etwas, das er gar nicht weiß. Die wissen beide nicht, ob der Berater mit dem Spieler jeden Tag in Kontakt steht. Das ist das, was sie bräuchten. Deshalb sagen sie das auch. Was mich an der gesamten Diskussion stört: Das ist nur ein Thema von Bayern München. Es wird aber behandelt, als wenn das jetzt der Nabel der Welt wäre."

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