Nach WM-Blamage: Diese Talente machen dem DFB-Team Hoffnung
Nach dem Desaster in den USA steht die deutsche Nationalmannschaft vor personellen Veränderungen. Manuel Neuer erklärte bereits seinen endgültigen Rücktritt, andere ältere Spieler könnten folgen.
02.07.2026 | 00:05 Uhr
Neben Lennart Karl, der verletzungsbedingt fehlte, und Said El Mala, der von Julian Nagelsmann nicht nominiert wurde, machen weitere junge Spiele Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
JONAS URBIG (22, Tor)
In München designierter Erbe des ewigen Manuel Neuer, gehört ihm angesichts des Alters der drei WM-Keeper schon bald auch beim DFB die Zukunft. Als Trainingstorwart Noah Atubolu (24) vorgezogen und schon in den USA "eine Bereicherung" sowie Sparringspartner "auf höchstem Level", meinte Neuer. "Ich war mental immer darauf vorbereitet, dass ich gebraucht werde", erklärte Urbig. Das ist jetzt der Fall.
NOAH ATUBOLU (24, Torwart)
Der Freiburger stand mit dem Sportclub im Finale der Europa League. Für den Sprung in den WM-Kader reichte es aber (noch) nicht. Atubolu löste 2025 Manuel Neuer als Rekordtorhüter der U21-Nationalmannschaft ab und stand im Oktober vergangenen Jahres einmal im DFB-Kader. Wartet noch auf sein erstes Länderspiel. Unklar ist noch, für welchen Verein er in der kommenden Saison spielt.
MIO BACKHAUS (22, Torwart)
Als neue Nummer eins verpflichtete der SC Freiburg im Mai Mio Backhaus. Der 22-Jährige hatte in Bremen mit herausragenden Leistungen großen Anteil am Klassenerhalt des SV Werder. Für die U21-Nationalmannschaft stand er bisher fünf Mal im Tor.
DENNIS SEIMEN (20, Torwart)
Eins der größten deutschen Torwart-Talente ist Dennis Seimen. Der 20-Jährige war einer der Garanten für den Aufstieg des SC Paderborn in die Bundesliga. Nach seiner Leihe kehrt der U21-Nationalkeeper zum VfB Stuttgart zurück und gilt nach dem Abschied von Alexander Nübel als Hoffnungsträger zwischen den Pfosten.
FINN JELTSCH (19, Innenverteidiger)
Der Stuttgarter weiß, wie es ist, den WM-Titel zu gewinnen. Schaffte dies 2023 mit der U17 an der Seite von Ouedraogo. Erhielt 2025 die Fritz-Walter-Medaille in Gold (vor Said El Mala). Legte beim VfB laut Trainer Sebastian Hoeneß einen "Raketenstart" hin, der ihm einen Stammplatz brachte.
KARIM COULIBALY (19, Innenverteidiger)
Spielte in Bremen eine beachtliche Debütsaison in der Bundesliga, ließ den Verband der Elfenbeinküste abblitzen und debütierte für die deutsche U21. Dortmund, Paris, Chelsea und Madrid sollen beim Linksfuß angeklopft haben. "Karim hat großes Talent", sagte Werders Verteidiger-Legende Naldo.
NNAMDI COLLINS (22, Innen-, Rechts- und Linksverteidiger)
Sein DFB-Debüt verlief beim 0:2 in der WM-Qualifikation in der Slowakei denkbar unglücklich. "Er bringt viel mit", urteile Nagelsmann: "So was kann auch lehrreich sein." In Frankfurt bis zu seiner Verletzung im März gesetzt.
YANN AUREL BISSECK (25, Innenverteidiger) Inter Mailand
Ein Talent ist der gebürtige Kölner zwar nicht mehr, aber auch ihm könnte die Zukunft gehören. Bei Inter Mailand war er zuletzt eine feste Größe in der Serie A und in der Champions League, nicht aber bei Nagelsmann. Für Sky Sport Experte Didi Hamann nicht nachvollziehbar. "Ich hätte ihn sehr gerne im Kader gesehen", sagte Hamann, "er ist unheimlich kopfballstark und wir wissen, wie wichtig Standardsituationen sind." Für Inter erzielte Bisseck in 103 Spielen acht Tore (plus acht Vorlagen). Sein bisher einziges Länderspiel absolvierte er im März 2025 in der Nations League gegen Italien.
KENNET EICHHORN (16, defensives Mittelfeld)
Leverkusen ließ sich den Hertha-Youngster gerade neun Millionen Euro Ablöse kosten, von zehn Millionen Handgeld war die Rede. "Einfach nur noch krank", fand das der 2014er-Weltmeister Kevin Großkreutz. Gut angelegtes Geld, meinten andere. Der jüngste Torschütze der Zweitligageschichte sei "eines der besten deutschen Talente", sagte Bayer-Geschäftsführer Simon Rolfes.
TOM BISCHOF (21, zentrales Mittelfeld)
"Seinen Namen haben wir auch sehr lange diskutiert", sagte Nagelsmann vor der WM über den Bayern-Profi. "Wenn alles normal läuft, wird er auch Turniere mit dem DFB spielen, er hat eine große Zukunft vor sich." Nach dem Abgang von Leon Goretzka auch in München bald noch wichtiger.
BRAJAN GRUDA (22, offensives Mittelfeld)
Durfte schon vor der EM 2024 beim DFB vorspielen und verlieh seiner etwas ins Stocken geratenen Karriere zuletzt in Leipzig wieder mehr Schwung. Ein "Käfig-Kicker", technisch höchst versiert. "Ich versuche, auf dem Platz einfach Spaß zu haben, so wie früher auf dem Bolzplatz", sagte er.
LENNART KARL (18, offensives Mittelfeld)
Sein Last-Minute-Aus für die WM berührte die Nation. "Es tut einfach unbeschreiblich weh", sagte der Münchner Shootingstar. Auch Nagelsmann litt. "Mit seiner Unbekümmertheit, seinem Spielwitz, seinem Tempo und als Typ" habe Karl "super in die Mannschaft gepasst". Das dürfte auch in Zukunft der Fall sein.
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ASSAN OUEDRAGOGO (20, zentrales Mittelfeld)
Der Leipziger wurde für Karl nachnominiert. Ouedraogo sei ebenfalls "hoch talentiert und soll hier mutig und unbeschwert aufspielen", sagte Nagelsmann. Für einen WM-Einsatz reichte es aber (noch) nicht.
Sein bisher einziges Länderspiel absolvierte der ehemalige Schalker in der WM-Qualifikation gegen die Slowakei (6:0) im November und erzielte dabei ein Tor. Nachdem er von zwei Knieverletzungen gestoppt worden war, gab er Anfang April sein Comeback. In 19 Bundesligaspielen kam er auf vier Tore und drei Assists für RB.
SAID EL MALA (19, Linksaußen)
Die Nicht-Nominierung des Kölner Senkrechtstarters empörte nicht nur FC-Legende Lukas Podolski. "Mit seiner Unbekümmertheit, seinem Dribbling und seiner Schnelligkeit" hätte El Mala der DFB-Elf "etwas geben können", sagte der Weltmeister von 2014. Sky Sport Experte Lothar Matthäus meinte: "Ich hätte ihn mitgenommen."
KEVIN SCHADE (24, Linksaußen)
Acht Tore und vier Torvorlagen für den FC Brentford in der Premier League reichten für den ehemaligen Freiburger nicht für die WM-Nominierung. Sein DFB-Debüt gab er 2023 noch unter Hansi Flick, es folgten zwei weitere Kurzeinsätze, zuletzt beim 2:0-Sieg in der WM-Quali in Luxemburg.
NICOLO TRESOLDI (21, Mittelstürmer)
Ein Länderspiel hat der Ex-Hannoveraner noch nicht bestritten. Blickt man auf seine Leistungen, dürfte dies aber nur noch eine Frage der Zeit sein. Tresoldi verbuchte 23 Tore und neun Vorlagen in seiner Debüt-Saison für Brügge, traf in der Champions League gegen Barcelona und Atletico Madrid. Laut Nagelsmann ein "klassischer zentraler Stürmer" mit "Riecher in der Box". Davon hat Deutschland nicht viele.
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