Hummels, Müller und Klopp loben Nagelsmann

Julian Nagelsmanns ungewöhnliche Kader-Ansagen in einem jüngsten Interview haben den 2014er-Weltmeistern Thomas Müller und Mats Hummels sowie Ex-Coach Jürgen Klopp gefallen.

Julian Nagelsmann im November 2013 während des Spiels gegen die Türkei. Mats Hummels (2. v. r.) und Thomas Müller (r.) sitzen auf der Bank.
Image: Julian Nagelsmann im November 2013 während des Spiels gegen die Türkei. Mats Hummels (2. v. r.) und Thomas Müller (r.) sitzen auf der Bank.  © Imago

Als TV-Experten lobten die drei das Vorgehen des Bundestrainers im Hinblick auf die Weltmeisterschaft im Sommer.

"Man ist es nicht gewohnt, dass ein Bundestrainer sich schon so klar und vor allem zu einzelnen Personalien äußert", sagte Ex-Nationalspieler Müller bei einem Event der Telekom. "Aber man konnte erkennen, dass er etwas vorhat, dass er einen Plan hat."

Nagelsmann hatte im Kicker über einzelne Kandidaten für das Turnier gesprochen - teils auffallend kritisch, teils deutlich positiv im Hinblick auf eine Nominierung oder deren mögliche Rolle im DFB-Team.

Mats Hummels (l.) und Thomas Müller im November 2013 während des Spiels gegen die Türkei.
Image: Mats Hummels (l.) und Thomas Müller im November 2013 während des Spiels gegen die Türkei.  © Imago

Müller versteht Nagelsmanns Plan mit Goretzka

Laut dem langjährigen Bayern-Profi war dessen einstiger Teamkollege Leon Goretzka dabei "die spannendste Personalie". Dem Mittelfeldspieler wurde von Nagelsmann Spielzeit in Aussicht gestellt - obwohl er bei Bayern nicht gesetzt ist. "Das hat er bewusst gesetzt und ich verstehe auch warum", sagte Müller.

Hummels sagte zu Nagelsmanns Interview: "Er kommuniziert ein bisschen offensiver, das finde ich auch in Ordnung." Dass schon Monate vor einem Turnier manche Spieler Gewissheit über Einsätze bekämen, sei nicht ungewöhnlich und auch früher schon passiert. "Es wurde halt weniger kommuniziert."

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Ex-Nationalspieler Mats Hummels blickt gelassen auf die Testspiele der DFB-Elf gegen die Schweiz und Ghana im März. Die Partien hätten keine finale Aussagekraft auf die Qualität der Nationalmannschaft bei der anstehenden WM.

Hummels erinnerte etwa an das erfolgreiche WM-Turnier in Brasilien und seinen damaligen Team- und jetzigen Experten-Kollegen Müller. "Thomas hatte im März 2014 ja auch nicht die allergrößten Zweifel, dass er mit nach Brasilien fliegt, und Philipp Lahm hatte das auch nicht", sagte er.

Wird Klopp Nagelsmann besonders beäugen?

Ex-Coach Klopp meinte zu Nagelsmanns Kommentaren: "Wir haben einen selbstbewussten Bundestrainer, das finde ich cool."

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Dass irgendein Spieler einen Freifahrtschein für das WM-Team bekommt, das habe Klopp nicht herausgelesen. "Ich habe nichts gefunden, wo ich mir gedacht habe: Das bedeutet für den Spieler X, das war's, oder für den Spieler Y, du brauchst gar nichts mehr zu machen, du bist sowieso Stammspieler."

Der frühere BVB- und Liverpool-Trainer plant übrigens nicht, besonders kritisch auf Nagelsmann zu gucken. "Ich habe nicht vor, ihn zu belehren und ihm zu sagen, wie es besser geht", kündigte Klopp an. Er wolle auch nicht nach eventuell verpatzten deutschen Spielen als Besserwisser auftreten. "Das lasse ich dann Thomas sagen."

dpa

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