Titeltraum des SC Freiburg im Europa-League-Finale gegen Aston Villa geplatzt

Der SC Freiburg stemmte sich leidenschaftlich gegen Aston Villa – doch zwei eiskalte Nadelstiche kurz vor der Pause brachen den Widerstand und entschieden das Finale frühzeitig.

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UEFA Europa League, Finale: Der SC Freiburg hat Aston Villa im Finale wenig entgegenzusetzen und verliert letztlich verdient mit 0:3. Die Villains glänzen vor allem in der ersten Halbzeit mit zwei Traumtoren.

Aus der Traum: Das Europapokal-Märchen des SC Freiburg bleibt ohne Happy End.

Der SC Freiburg verlor das Finale der Europa League gegen Favorit Aston Villa mit 0:3 (0:2) und verpassten den ersten großen Titel der Vereinsgeschichte. Youri Tielemans (41.) und Emiliano Buendia (45.+3) mit zwei wunderschönen Toren sowie Morgan Rogers (58.) ließen in Istanbul die Hoffnungen des Sport-Clubs platzen, die ersehnte magische Nacht blieb aus.

Dabei hielt der Bundesligist zunächst gut mit, geriet durch zwei starke Aktionen des Favoriten aber ins Hintertreffen - und erholte sich davon nicht mehr. In einem stimmungsvollen Endspiel verpasste der Sport-Club auch den erstmaligen Einzug in die Champions League, den der Titel bedeutet hätte. Stattdessen geht es nach Platz sieben in der Bundesliga in die Conference League.

Schuster hadert

Nach der Niederlage konnte Trainer Julian Schuster den tollen Weg der Freiburger noch nicht so richtig würdigen. "Für den Moment spüre ich keine Zufriedenheit. Wir haben ein Finale verloren, das überwiegt für den Moment und schmerzt sehr", sagte Schuster bei RTL nach dem 0:3 (0:2) im Europa-League-Finale von Istanbul gegen Aston Villa.

Seiner Mannschaft sprach er dennoch ein Kompliment aus: "Wenn du 0:2 zurückliegst, kurz vor der Halbzeit die Tore bekommst, zeigt sich der wahre Charakter einer Mannschaft", sagte Schuster weiter. "Es war okay, wie sie das versucht haben", lautete Schusters Resümee.

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Mit etwas Abstand werde aber sicher jeder Einzelne auch den Weg zu schätzen wissen. "Es hat leider nicht gereicht. Mit ein paar Tagen Zeit werden wir das sicherlich reflektieren können, was wir geleistet und mit unseren Fans gemeinsam erreicht haben", sagte Schuster: "Aber im Moment überwiegt die Trauer."

Historischer Titel für Emery

Villas Trainer Unai Emery stieg mit seinem fünften Titelgewinn in die Riege der ganz Großen auf: Fünf Europapokalsiege gelangen zuvor nur Giovanni Trapattoni, Carlo Ancelotti und Jose Mourinho. Der Klub aus Birmingham feierte seinen ersten Europa-League-Sieg und den ersten im Europacup seit 1982, damals im Endspiel gegen Bayern München.

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Auf der Tribüne unterstützte Edelfan Prinz William seinen Herzensverein Aston Villa, dem SC Freiburg drückte dafür die geballte deutsche Fußball-Prominenz die Daumen. Bundestrainer Julian Nagelsmann, DFB-Präsident Bernd Neuendorf und die DFL-Spitze um Hans-Joachim Watzke, Marc Lenz sowie Steffen Merkel reisten in die türkische Metropole. Auch die Klubikonen Christian Streich und Joachim Löw waren natürlich vor Ort dabei. Auf der Tribüne gaben 11.000 mitgereiste Freiburger den Ton an.

Nach dem Spiel blickte Villa-Coach Unai Emery zunächst auf das bevorstehende Spiel in der Premier League, richtete danach aber den Fokus auf den Titelgewinn und die Feierlichkeiten: "Wir haben noch das letzte Spiel gegen Manchester City am Sonntag. Aber wir haben unser Ziel erreicht. Wir sind in der Premier League Vierter oder Fünfter und damit in der Champions League im nächsten Jahr. Dazu kommt diese Trophäe. Jetzt werden wir diesen Moment genießen, mit Freunden, mit der Familie, mit den Spielern, mit dem ganzen Klub, mit dem Staff und mit den Fans."

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Freiburger Fans stimmen Istanbul ein

Bereits ab dem frühen Nachmittag hatten sich die Anhänger in der Stadt eingestimmt, fuhren unter anderem mit Partybooten über den Bosporus und sangen in den Kneipen der engen Gassen im Stadtteil Besiktas ihre Fanlieder. "Wir werden auch für sie alles geben", kündigte Kapitän Christian Günter an: "Es wird ein besonderer Tag für uns und den Verein. Wir freuen uns einfach und wollen am Schluss das Ding in die Höhe halten."

Spielerisch wollte sich der "kleine" Sport-Club im ersten Duell überhaupt mit dem Klub aus England keineswegs verstecken. "Wir wollen gut reinkommen und unser Spiel bringen", sagte Abwehrchef Matthias Ginter vor der Partie bei RTL, hob aber auch die Stärke des Gegners hervor.

Nervöser Start der Freiburger

Die Freiburger setzten ihren Plan um, versteckten sich nicht und kamen durch einen Kopfball von Igor Matanovic nach wenigen Sekunden zum Abschluss. Doch auch Villa ließ seine Gefahr gleich aufblitzen, Ollie Watkins prüfte mit einem wuchtigen Schuss nach 123 Sekunden SC-Keeper Noah Atubolu. Auch beim Distanzschuss von Rogers (10.) fehlte nicht viel - die Villans kamen besser ins Spiel.

Die Freiburger begannen nervös und mit einigen einfachen Fehlern, fanden dann aber über Standards hinein. Nicolas Höfler, der sein letztes Spiel als Profi bestritt, schoss nach einem Freistoß knapp vorbei (17.). Freiburg bekam seine Nerven langsam aber sicher in den Griff, beide Teams spielten sich lange keine Torraumszenen mehr heraus. Viele Unterbrechungen durch Fouls trugen dazu bei. Ein zu unplatzierter Schuss von Freiburgs Johan Manzambi (34.) stach noch heraus.

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Villa bestraft Freiburg gnadenlos

Der Bundesligist warf sich in jeden Abschluss der Engländer - und war kurz vor der Pause machtlos. Nach einer kurzen Eckenvariante flankte Rogers auf Tielemans, der mit einer perfekten Direktabnahme traf. Als Freiburg sich in die Halbzeitpause zittern wollte, schlenzte Buendia den Ball perfekt ins lange Eck.

Freiburg-Trainer Julian Schuster ordnete die Gegentreffer so ein: "Aston Villa spielt es natürlich perfekt und er trifft ihn optimal." Anschließend ergänzte er kritisch: "Bei der ersten Standardsituation macht Aston Villa vieles sehr gut. Bei der zweiten ist es einfach unser Fehler, vor allem nach zweiten Bällen. Dafür sind wir kurz vor der Halbzeit sehr bitter bestraft worden."

Der Wille war gebrochen

Nach der Pause überließ Villa den Freiburgern zunächst das Spiel - doch ein schneller Angriff reichte, um das Spiel zu entscheiden. Buendia flankte flach auf den ersten Pfosten, Rogers entwischte dem schwachen Philipp Lienhart und spitzelte den Ball in die kurze Ecke. Der Wille des SC war gebrochen.

Torhüter Noah Atubolu zeigte sich nach der Final-Niederlage entsprechend niedergeschlagen: "Ich will jetzt nicht wieder sagen, dass wir stolz sein können, dass wir es so weit geschafft haben. Wir sind ins Finale gekommen, weil wir dieses Finale gewinnen wollten. Ich wollte dieses Finale gewinnen. Ich bin sehr enttäuscht, wir sind insgesamt sehr enttäuscht."

Trainer Julian Schuster blickte dagegen bereits etwas weiter nach vorne und sagte zur Verarbeitung der Niederlage: "Mit ein paar Tagen Abstand und ein bisschen Zeit werden wir reflektieren können, was wir geleistet und gemeinsam mit unseren Fans erreicht haben. Für den Moment überwiegt aber Trauer."

SID

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