FCB-Star Jonathan Tah kritisiert in einem Podcast profitsüchtige Berater

Eindrucksvoll ehrlich spricht Jonathan Tah in einem Podcast über die Machenschaften vieler Berater.

Wie viele Berater ihre Geschäfte betreiben, stößt Jonathan Tah sauer auf.
Image: Wie viele Berater ihre Geschäfte betreiben, stößt Jonathan Tah sauer auf.  © Imago

Den Münchner Innenverteidiger stören insbesondere die Geldgier und der Egoismus.

"Wenn die merken, die können mit dir Geld verdienen, dann kommen sie auf dich zu und wollen mit dir zusammenarbeiten", verrät der 30-Jährige im Tim Gabel Podcast und fordert: "Verdiene so viel Geld wie du möchtest, aber sei einfach straight, ehrlich, korrekt und ein guter Mensch. Du brauchst nicht erzählen, dass du kein Geld verdienen möchtest."

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Der 51-fache Nationalspieler deutet dadurch ganz offen Missstände an, die besonders im Fußballgeschäft der Beraterseite immer wieder vorgeworfen werden. Tah selbst wird von Pini Zahavi vertreten und kritisiert besonders, dass manche Berater selbst bei jungen Talenten schonungslos vorgingen würden. "Es gibt so viel, was hinter dem Rücken der Spieler passiert, was der Spieler gar nicht mitbekommt. Man fragt nicht nach und will eigentlich damit auch nichts zu tun haben. Du verdienst am Ende als Spieler weniger Geld, weil der Berater einen Deal mit dem Verein macht und sich das Geld selbst in die Taschen steckt."

Fakten zum FC Bayern München

  • Spitzname: Die Roten, FC Hollywood, Die Bayern, Stern des Südens
  • Gründung: 27. Februar 1900
  • Vereinsfarben: Rot-Weiß
  • Stadion: Allianz Arena
  • Trainer: Vincent Kompany
  • DFB-Pokalsiege: 20 (zuletzt 2020)

Produziert das Fußball-Business immer mehr "Riesen-Babys"?

Eine zentrale Folge sei für den zweimaligen Deutschen Meister, dass jungen Menschen absichtlich Selbständigkeit abtrainiert werde. "Ich finde das so schlimm teilweise zu beobachten, weil das Riesen-Baby, was dann entsteht, - und die Leute sind Ende 20 beziehungsweise Anfang 30 - und du denkst dir nur: 'Bro, hast du dich mal mit dir selbst auseinandergesetzt?'", erklärt Tah im Podcast und stellt fest: "Wenn du aufwächst, kommt irgendwann der Moment, an welchem du aus der Kinderrolle herauswächst und selbst Verantwortung übernimmst. Du lernst eine Frau kennen, du musst selbst irgendwann für die Familie sorgen. Wie willst du das machen, wenn dich deine Eltern immer kleinhalten und dir gar nicht die Möglichkeit geben, dich weiterzuentwickeln."

Zugleich betonte der Bayern-Star, nicht alle Berater über einen Kamm scheren zu wollen: "Es ist nicht jeder (Berater, Anm.d.Red.) so, aber man muss darüber reden, weil es noch zu viele gibt, die genauso sind. Das kann man nicht akzeptieren, das geht nicht."

Tah wechselte im Sommer 2025 ablösefrei von Bayer Leverkusen zum Rekordmeister - die Münchner mussten trotzdem etwa zwei Millionen Euro an die Leverkusener überweisen, um den 30-Jährigen schon für die damalige Klub-WM zur Verfügung zu haben.

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Tah bei "70 Prozent" seiner Berater-Bekanntschaften skeptisch

Tah zufolge erfüllen Zahavi und dessen deutscher Vertreter Max Bielefeld ihre Aufgaben als Berater äußerst professionell. "Wir reden über Business, also sitzen wir hier wie Business-Leute und nicht als Fußballer. Hör auf mit der Scheiße und lass uns wie Business-Leute sprechen. Das mag ich an Pini gerne", gab Tah Einblicke in die Zusammenarbeit.

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Vor den Engagements beim FCB und bei Bayer lief der gebürtige Hamburger unter anderem für den Hamburger SV und Fortuna Düsseldorf auf. Bei "70 Prozent" der Berater, mit denen Tah bislang in Berührung kam, habe dieser ein schlechtes Gefühl. Seinen Aussagen zufolge würden sogar "locker 40, 50 Prozent" betrügen, wenngleich der Zahavi-Klient einschränkte: "Es kann auch sein, dass ich falsch liege und alle korrekt sind, aber ich glaube nicht."

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