Besonders heuchlerisch ist die Rolle des Weltverbandes - Kommentar

Was wie ein billiger Politthriller, eines wenig begabten Drehbuchautors klingt, scheint Realität zu sein.

FIFA-Präsident Gianni Infantino (r.) und US-Präsident Donald Trump (l.).
Image: FIFA-Präsident Gianni Infantino (r.) und US-Präsident Donald Trump (l.).  © Imago

Ein mächtiger Boss nimmt aktiv Einfluss auf den Ausgang eines Sportevents, damit er besser da steht. Leider fehlt im Fall des FIFA/Trump-Skandals ein Held, der mit Bösewichten aufräumt. Und damit willkommen im Königreich FIFA, wo eigene Gesetze gelten - und die Fairness keines davon ist.

Wenn US-Präsident Donald Trump bei FIFA-Boss Gianni Infantino wirklich interveniert hat, um eine Rote Karte und die fällige Sperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun auf Bewährung auszusetzen, ist eine rote Linie überschritten. Diese Vorwürfe, sollten wirklich alle Fans und Verbände dazu bringen, diese Weltmeisterschaft ernsthaft zu hinterfragen

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Hat sich Donald Trump in den WM eingemischt? Nach Berichten verschiedener Medien soll der US-Präsident nach der Sperre für US-Stürmer Folarin Balogun vor dem WM-Achtelfinale bei FIFA-Präsident Gianni Infantino angerufen haben.

Doppelmoral der FIFA?

Besonders heuchlerisch ist dabei die Rolle des Weltverbandes. Die FIFA predigt bei jeder Gelegenheit ihr Mantra "No Politics", verbietet Fans und Spielern jegliche politische Statements im Stadion und drückt alles im Namen der sportlichen Neutralität weg. Wenn dann aber ein Anruf aus der Politik reicht, um einzuknicken, ist das ein absolut skandalöser Vorgang. Wenn jetzt angefangen wird, solche politischen Gefälligkeiten zu verteilen, fällt es schwer, diese Weltmeisterschaft überhaupt noch ernst zu nehmen. Ganz ehrlich: Dann kann der Laden gleich zugemacht werden.

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Präzedenzfall für Andere

Ein solcher Schritt ist ein brandgefährlicher Dammbruch. Wenn ein politischer Anruf genügt, um sportliche Strafen zu annullieren, droht ein Präzedenzfall, der den Sport nachhaltig zerstört. Erste Domino-Effekte zeigen sich bereits durch die Proteste anderer Verbände - Frankreich will eine gelbe Karte für Michael Olise anfechten, warum auch nicht?! Die Büchse der Pandora ist geöffnet und nur eine sehr gute Erklärung für die aufgehobene Balogun-Sperre kann das ändern. Dass es sie geben wird, ist mehr als zweifelhaft. Und wenn selbst der vorsichtige DFB in einem Statement eine Aufklärung fordert, kocht die Fußball-Seele wirklich.

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Um die restliche Glaubwürdigkeit des Fußballs zu retten, müsste die einzig richtige Reaktion jetzt vom amerikanischen Verband selbst kommen: Den begnadigten Balogun einfach freiwillig nicht einzusetzen und damit ein unübersehbares Stopp-Zeichen zu setzen. Geschieht das nicht, verkommt diese Weltmeisterschaft endgültig zur Marionettenbühne der Mächtigen.

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