Bayer 04 Leverkusen, Borussia Mönchengladbach und der 1. FC Köln - Highlights des Jahres 2025

Sky Sport Reporter Marlon Irlbacher über "seine" Vereine Bayer 04 Leverkusen, Borussia Mönchengladbach und den 1. FC Köln sowie seine schönsten Momente in 2025.

Said El Mala ist der Shootingstar beim 1. FC Köln.
Image: Said El Mala ist der Shootingstar beim 1. FC Köln.  © Imago

Das Jahr war für die Bundesligisten am Rhein eine reine Achterbahnfahrt. Zwischen Aufstieg, Missverständnissen und großer Unruhe war für Marlon Irlbacher einiges zu tun. Im Interview mit Skysport.de lässt er sein Reporter-Jahr noch einmal Revue passieren.

Skysport.de: Die Saison in Leverkusen begann alles andere als gut. Wie hast du das Missverständnis unter Erik ten Hag miterlebt?

Marlon Irlbacher: Erik ten Hag und seine Phase war sehr holprig. Man hat direkt aus dem Verein vernommen, dass es nicht wirklich passt und es viele Schwierigkeiten gab. Die Spieler waren irritiert, weil er so gut wie alles auf dem Trainingsplatz seine Co-Trainer hat machen lassen. Zwischenmenschlich hat es auch nicht gepasst. Seine Ansprachen vor dem Spiel waren auch recht dürftig. Die Spieler konnten sehr wenig damit anfangen und sie waren verwundert. Sogar aus der Vereinsführung habe ich gehört, dass man nach ein paar Tagen schon das Gefühl hatte, man habe einen Fehler gemacht.

Marlon Irlbacher war 2025 als Reporter für Sky Sport ganz nah dran an Bayer 04 Leverkusen, Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln.
Image: Marlon Irlbacher war 2025 als Reporter für Sky Sport ganz nah dran an Bayer 04 Leverkusen, Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln.  © Imago

Skysport.de: Wieso ist es unter Kasper Hjulmand so viel besser?

Irlbacher: Weil er erst mal ein Menschenfänger ist, der zuhört, auf alle zugeht und auf die Bedürfnisse eingeht. Er will von jedem wissen, wo er sich sieht und wo er sich verbessern kann. Aber auch er gibt viel und aufrichtiges Feedback. Er trainiert nicht nur die Mannschaft, sondern auch jeden einzelnen Spieler. Taktisch hat er einen ganz klaren Plan, jeder weiß, was er zu tun hat. Und er hat die Mannschaft zusammengeführt. Es herrschen Freude und Spaß bei der Arbeit.

Skysport.de: Auch in Gladbach ist in diesem Jahr viel passiert …

Irlbacher: Korrekt. Sie haben vor allem drauf geachtet, dass sich menschlich etwas ändert. Wobei diejenigen, die davor da waren, menschlich auch nicht schlecht waren. Aber sie haben etwas mehr Feuer reingebracht. Eugen Polanski versprüht mehr Feuer als Gerardo Seoane. Der war als Schweizer von Natur aus etwas ruhiger, etwas sturer. Eugen war schon als Spieler permanent Feuer und Flamme. Er ist laut in der "Kabine", spricht viel mit den Spielern und hat einen klaren spielerischen Plan. Den hatte Seoane auch, aber der hat irgendwann nicht mehr funktioniert, weil er die Spieler auch ein Stück weit verloren hat. Polanski hat viele positive Ideen und weiß genau, wie die Mannschaft tickt. Auch weil er gefühlt noch ein Spieler ist. Das Team hat ihn von Anfang an akzeptiert und respektiert.

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Skysport.de: Und Rouven Schröder?

Irlbacher: Den finde ich ziemlich stark, eloquent und gut vor der Kamera. Das hebt ihn auch von seinem Vorgänger Roland Virkus ab. Der war ein wenig der liebevolle Papa des Vereins. Aber die Außendarstellung von Schröder kann man damit nicht vergleichen. Der weiß genau, wann er was zu sagen hat. Er und Polanski haben durch ihre Art den Verein etwas beruhigt. Es dringen kaum mehr negative Geschichten rund um den Klub nach außen. Er weiß, wie er die Mannschaft in Zukunft ändern und strukturieren will. Vor allem in der Innenverteidigung wird es Neuerungen geben.

Skysport.de: Zum 1. FC Köln. Warst du überrascht, dass sie bisher nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben?

Irlbacher: Nein, weil ich Lukas Kwasniok für einen sehr guten Trainer halte. Er war genau der richtige. Auch wenn ich weiß, dass er nicht bei jedem in der Mannschaft der Liebling ist. Aber vielleicht ist genau das auch gut so. Er macht die Mannschaft heiß, hat eine gute taktische Idee und trotz vieler Verletzungen in der Defensive spielt der FC guten Fußball, auch wenn die letzten Ergebnisse nicht immer gut waren. Said El Mala muss er jetzt mal ganz von der Leine lassen und von Anfang an regelmäßig spielen lassen. Ohne den sähe es düsterer aus. Kwasniok ist genau der richtige Mann am richtigen Ort.

Skysport.de: Wo landen "deine" drei Klubs?

Irlbacher: Leverkusen sehe ich auf Platz vier, Köln wird Zwölfter und Gladbach 14.

Eckdaten der Saison 2025/2026

  • Bundesliga, 1. Spieltag: 22.08.2025
  • Bundesliga, 34. Spieltag: 16.05.2026
  • 2. Bundesliga, 1. Spieltag: 01.08.2025
  • 2. Bundesliga, 34. Spieltag: 17.05.2026
  • DFB-Pokalfinale: 23.05.2026

Skysport.de: Was war der FC-Moment des Jahres für dich?

Irlbacher: Mein FC-Moment des Jahres war der Aufstieg mit Friedhelm Funkel.

Skysport.de: Und in Gladbach?

Irlbacher: Das 4:6 gegen Frankfurt war mein Gladbach-Moment. Das klingt verrückt, liegt aber daran, dass er zwar mit einem katastrophalen Ergebnis in die Halbzeit gegangen ist und die Spieler dann nicht auseinandergenommen hat, sondern im Gegenteil. Er war streng und laut, aber er hat ihnen ganz genau erklärt, was sie falsch gemacht haben und was es jetzt zu ändern gilt, damit sie sich nicht komplett blamieren. Sie haben sich nicht aufgegeben, obwohl es zur Halbzeit 0:5 stand. Es hatte was von Umbruch und war deshalb viel spezieller als ein normaler 2:0-Sieg.

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Skysport.de: Und an was erinnerst du dich bei Leverkusen ganz besonders 2025?

Irlbacher: Das Wochenende rund um den Abschied von Xabi Alonso. Eine Legende dieses Sports. Da ging ein ganz Großer, der etwas erreicht hat, was noch nie jemandem gelungen ist und vielleicht nie mehr einer schafft. Eine Saison ungeschlagen in der Bundesliga. Darüber hinaus dann auch noch mit einem Klub, der nie Meister werden konnte. Und dann das. Seine ganze Art und Weise, wie er mit allen umgegangen ist, unglaublich. Ein feiner Mensch und dieser Abschied war das Emotionalste, was ich in den letzten Jahren gesehen habe als Reporter.

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