Kimi Antonelli erlebt Drama in Silverstone - kaputtes Auto verhindert Podiumsplatz
Das Rennen beim GP von Großbritannien wird WM-Leader Kimi Antonelli sicherlich in keiner guten Erinnerung behalten. Kämpfte er zwischendurch um den Sieg, stand er am Ende ohne Punkte da!
05.07.2026 | 22:26 Uhr
Sprint-Sieg, Pole Position - das Wochenende in Silverstone verlief bis zum Sonntag ganz nach dem Geschmack des WM-Führenden Kimi Antonelli. Was sich jedoch beim Rennen ereignete, glich einem Drama in drei Akten.
1. Akt: Der verpatzte Start & die Aufholjagd
Es war alles bereitet für die nächste Antonelli-Show. Nach seinem Sieg im Sprint und der Pole Position beim Qualifying am Samstag setzte der junge Italiener und WM-Leader zu seiner nächsten Erfolgsgeschichte an. Die Herausforderer waren die beiden Ferrari, die neben und hinter ihm ins Rennen gingen.
Doch wieder einmal wurde ihm seine kleine Schwäche beim Start zum Verhängnis. "Das Drehmomentverhalten als ich die Kupplung habe kommen lassen, war schon sehr seltsam. Der Motor ist total abgefallen in der Drehzahl und auf einmal hatte ich dann wieder ganz viel Leistung. Es war sehr seltsam. Dann hatte ich durchdrehende Räder und hab den Start versemmelt", schilderte Antonelli am Sky Sport Mikrofon die Ereignisse.
Antonelli verlor seine Spitzenposition, fiel hinter Charles Leclerc und Lewis Hamilton auf P3 zurück. Doch der 19-Jährige musste sich nur kurz schütteln. Er fuhr einen sehr starken ersten Stint auf Medium, blieb von allen Fahrern am längsten draußen und fuhr dabei sogar schnellere Zeiten als seine Mitstreiter auf frischen Reifen.
Auch nach seinem Boxenstopp war Antonelli der schnellste Fahrer auf dem Track. Er kam als Zweiter zurück auf die Strecke - mit einem Rückstand von rund acht Sekunden auf den Führenden Leclerc. Innerhalb weniger Runden fuhr er auf knapp drei Sekunden an den Ferrari-Piloten ran.
Es sah alles nach einem heißen Fight zwischen den beiden - mit einem möglichen Sieger Antonelli - aus. Doch dann kam die verhängnisvolle 41. Runde und der 2. Akt.
2. Akt: Der verhängnisvolle Kerb
Antonelli fuhr mit hoher Geschwindigkeit über einen Kerb und brach sich dabei die Radabdeckung ab. Diese verkeilte sich in der Radaufhängung, sodass dem jungen Italiener reichlich Downforce verloren ging. Doch weder der Italiener noch das Mercedes-Team konnten die Problematik auf Anhieb lokalisieren.
Es kam im Anschluss zu fast schon dramatischen Szenen und einem Dialog zwischen Antonelli und der Mercedes-Box:
- Antonelli funkte: "Irgendetwas ist gebrochen."
- Mercedes-Box: "Hast du weitere Infos?"
- Antonelli: "Ich weiß nicht." (mit leichter Panik in der Stimme)
Antonelli fuhr daraufhin in die Box, wo er einen neuen Frontflügel bekam, der allerdings nur auf Verdacht gewechselt wurde, da man das Problem in der kurzen Zeit nicht wirklich ausfindig machen konnte. Der junge Italiener fuhr wieder raus, funkte aber - nachdem es in einer Kurve nur geradeaus ging - erneut an die Box:
- Antonelli: "Die Aufhängung ist gebrochen. Ich kann versuchen, weiterzufahren."
- Mercedes-Box: "Wir glauben, dass es die Radabdeckung auf der linken Seite ist."
- Antonelli: "Ich glaube, es ist etwas größeres."
- Mercedes-Box: "Komm in die Box, wir stellen das Auto ab."
- Antonelli: "Ich kann versuchen, zumindest einen Punkt zu retten. Bitte! Gebt mir noch eine Runde", flehte der Youngster fast schon.
Der emotionale Schmerz, den er gerade durchlebte, war förmlich in seiner Stimme zu hören. Seine Siegchancen zerbrachen buchstäblich an der linken Vorderachse. "Das Ding darf nicht brechen - vor allem in der Kurve nicht. Wir müssen analysieren, wie viel Force da gewirkt hat, aber im Moment überwiegt der Ärger", zeigte sich auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff nach dem Rennen unzufrieden.
Das Team holte Antonelli in der 44. Runde nochmal in die Box, um die kaputte Radabdeckung zu entfernen. Antonelli fiel dadurch auf P10 zurück. "Das Auto war danach aber immer noch unfahrbar. Ich konnte schon fahren, aber mir hat total viel Abtrieb gefehlt", erklärte Antonelli nach dem Rennen.
3. Akt: Die Strafe der Rennleitung und das Safety Car
Immerhin war der Mercedes-Youngster nach dem zweiten Boxenstopp noch in den Punkten. Doch es kam noch schlimmer, denn nur wenige Runden später erhielt er den endgültigen Nackenschlag durch die Rennleitung. Als Antonelli mit seinem kaputten Boliden unterwegs war, hatte er teilweise Probleme, auf der Strecke zu bleiben. Er missachtete unfreiwillig mehrmals die Track Limits, was letztendlich eine Fünf-Sekunden-Strafe nach sich zog.
Auch diese steckte der Italiener noch weg. Er wollte sich dieses Polster auf den elftplatzierten Franco Colapinto herausfahren und war auch auf dem besten Weg - bis Verstappen die Kontrolle über seinen Boliden verlor und eine Safety-Car-Phase auslöste. Antonelli kam dadurch zwar einen Rang nach vorne und war Neunter, doch durch das Safety Car rückte das gesamte Feld eng zusammen. Am Ende gingen Antonelli dann die Runden aus, da das Rennen nicht mehr rechtzeitig wieder aufgenommen werden konnte.
Er kam zwar als Neunter über die Ziellinie, doch die Fünf-Sekunden-Strafe spülte ihn bis auf P16 zurück.
Drama im WM-Kampf bahnt sich an
"Es ist für ihn und das ganze Team ein sehr bitterer Moment. Für Kimi tut es mir schon leid", zeigte Sky Sport Experte Ralf Schumacher Mitgefühl. Auch Wolff betonte, dass er es "natürlich schade" finde, wie der Rennsonntag für Antonelli gelaufen sei.
Ein dramatischer Verlauf für den WM-Führenden, der damit im Kampf um den Titel auch einen herben Rückschlag erhalten hat.
Nur noch 25 Punkte liegt er vor seinem Teamkollegen George Russell. 32 Zähler sind es auf Hamilton. Es bahnt sich auch auf lange Sicht ein Drama im WM-Kampf an. Dann aber vielleicht mit einem besseren Ende für Antonelli ...
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