Formel 1 Stimmen mit Russell, Verstappen, Antonelli, Hamilton nach Spielberg
Mercedes gewinnt in Österreich das siebte von acht Rennen der Formel-1-Saison. George Russell nutzt seinen ersten Startplatz. Bei Ferrari ist der Frust groß.
28.06.2026 | 20:20 Uhr
Sky Sport fasst die wichtigsten Stimmen zum Großen Preis von Österreich zusammen.
George Russell (Rennsieger Mercedes) ...
… zum Sieg: "Ein schöner Sieg. Es hat ein wenig gedauert und definitiv werde ich diesen Sieg heute Abend genießen. Ich möchte dem Team danken, dass wir zurück in die Spur gefunden haben. Max im Red Bull war unglaublich schnell dieses Wochenende. Glückwunsch auch an die Jungs, vielen Dank ans Team, vielen Dank an die Fans. Jetzt freue ich mich darauf, etwas zu trinken."
… zu den Bedingungen im Rennen: "Man muss jede Runde pushen. Wenn man so am Limit ist, gibt es wenig Spielraum für Fehler. Die Jungs hinter mir waren sehr schnell, auch Kimi extrem schnell. Ich habe immer wieder die Rundenzeiten gesehen und wusste, dass der letzte Stint sehr lang werden würde. Aber es hat dann gepasst."
… zur Bedeutung des Erfolgs: "Die harten, schwierigen Rennen testen einen mental, definitiv. Dieses Wochenende war sehr wichtig für mich, auch um mich daran zu erinnern, dass ich es schaffen kann. Was die Rennpace angeht, waren wir stark - und das auf einer Strecke, die meinem Stil vielleicht nicht am allerbesten entgegenkommt. Jetzt geht es nach Silverstone, zu meinem Publikum, meinem Grand Prix. Darauf freue ich mich."
Max Verstappen (Red Bull) ...
... zu Platz zwei: "Es war ganz klar ein gutes Rennen für uns. Die ersten paar Runden waren sehr spaßig. Danach habe ich versucht, die Reifen zu managen. Das Auto war über die Hälfte des Rennens in einem recht guten Fenster. Dann gab es etwas mehr Probleme, was mich daran gehindert hat, diesen schönen Rhythmus zu finden. Trotzdem ist der zweite Platz extrem positiv für uns. Ich bin sehr zufrieden und sehr glücklich damit."
Kimi Antonelli (Mercedes) ...
… zur Anfangsphase: "Ich war vielleicht etwas zu feurig, zu aufgeregt in den ersten paar Runden. Im ersten Stint auf den Mediums bin nicht gut gefahren, habe zu viele Fehler gemacht und daher auf den Mediums drei, vier Sekunden verloren. Ich hatte auch Probleme mit den Bremsen. Nach dem Reifenwechsel war die Pace wieder sehr stark. Insgesamt ist es schade, dass das so spät kam."
… zum Finish: "Hätte es noch zwei, drei Runden mehr gegeben, wäre es noch spaßiger geworden. Natürlich herzlichen Glückwunsch an George. Trotzdem muss ich mich noch verbessern und meine Fehlerquote verringern."
Toto Wolff (Teamchef Mercedes) ...
… zum Sieg von George Russell: "Von der letzten Qualifying-Session an war das eine perfekte Ausführung. Vorher war es nicht gut."
… zu den Problemen von Kimi Antonelli: "Der Fehler war im ersten Stint. Er hat dann den Anschluss nach vorne verloren und musste immer wieder nachziehen. Der zweite Stint war ein Turnaround, aber da war er schon ein bisschen weg von der Spur."
… zur Verbesserung von Russell: "Wir sind manisch-depressiv. Wir haben über die Form von George gesprochen, jetzt ist der Himmel voller Rosen. Man muss aufpassen, dass man die Konstanz sieht. Es geht um eine Weltmeisterschaft. Da spielt er nach wie vor sehr stark mit."
Charles Leclerc (Ferrari) ...
… zu seinem Rennen: "Eigentlich war alles schwierig, um ehrlich zu sein. Ich hatte von der ersten bis zur letzten Runde nicht wirklich Grip auf der Hinterachse. Da gibt es irgendetwas, das wir besser verstehen müssen. Momentan habe ich das Gefühl, dass wir seit einigen Rennen im Hintertreffen sind. Aus dem einen oder anderen Grund kommt es nicht zusammen. Das Beste, was ich machen kann, ist, weiter hart zu arbeiten."
… zur Analyse: "Es gibt einiges, das wir aus diesem Rennen mitnehmen können und analysieren müssen. Mit der harten Arbeit, die wir machen, gibt es sicherlich einiges zu analysieren von so einem Wochenende. Aber es war schwierig."
Laurent Mekies (Teamchef Red Bull) ...
… zu Platz zwei von Max Verstappen: "Was mich zufrieden stimmt, ist, dass das Auto wesentlich schneller ist. Wir sind jetzt auf dem Podium, wir können um den Sieg kämpfen. Unser bestes Ergebnis bisher, P2. Natürlich ist es auch frustrierend, wenn man fast im Getriebe des Siegers steckt und so knapp verliert."
… zur Entwicklung von Red Bull: "Nach ein paar Rennen wieder zurück im Rennen zu sein und das gegen eine Konkurrenz, die nicht auf uns gewartet hat, zeigt, welches Talent bei uns im Team ist. Das ist jetzt gerade mal der Beginn des Kampfes. Jeder entwickelt weiter, jeder wird weitere Updates bringen. Aber dieses Wochenende hat uns einen großen Schritt nach vorne gebracht."
… zum schwierigen Wochenende: "Es war kein einfaches, kein geradliniges Wochenende für uns. Das ist auch ein wenig Bastelarbeit, wenn man so viele Updates bringt. Wir hatten ein schwieriges Wochenende, was den Sweetspot mit dem neuen Update angeht. Alle Ingenieure hier an der Strecke und im Werk haben eine unglaubliche Arbeit geleistet. Wir werden versuchen, noch mehr zu bringen, sobald das möglich ist."
… zur Frage, ob man den Sieg mit der Strategie verspielt habe: "Das ist schwierig zu sagen. Wir müssen das komplett analysieren. Wenn man sich nur die Startposition anschaut, sind da vielleicht schon die fünf Sekunden verloren gegangen, die uns gefehlt haben."
Lewis Hamilton (Ferrari) ...
… zum Rennen: "Das Auto hat sich mit keinem Reifen heute gut verstanden. Es war wirklich ein sehr, sehr hartes Rennen. Erst einmal war es extrem heiß. Mein Start war auch nicht wirklich sehr gut, um ehrlich zu sein. Dann konnte ich attackieren, konnte an Charles vorbeigehen und dachte, es sah in den ersten Runden mit George nicht so schlecht aus. Aber auf jedem Reifensatz war die Balance einfach irgendwo. Es war sehr, sehr schwierig."
… zum Ergebnis: "Ich bin dankbar für die Punkte für das Team. Das Team hat einen guten Job gemacht mit der Strategie und mit den Boxenstopps. Wir arbeiten so hart an den Boxenstopps, also bin ich sehr stolz auf das Team. Klar, es ist nicht das Ergebnis, das wir uns gewünscht hatten, aber trotzdem ganz gute Punkte."
… zur Vorfreude auf sein Heimrennen: "Ja, klar, ich liebe Silverstone. Viele Geraden, unglücklicherweise für uns. Trotzdem hoffe ich, dass das Auto dann an einer besseren Position sein wird."
Fred Vasseur (Teamchef Ferrari) ...
… zum enttäuschenden Ferrari-Ergebnis: "Wenn man auf P2 und P3 startet, erwartet man nicht solch ein Ergebnis. Ich denke, wir haben heute ein paar Fehler gemacht. Der erste ist, dass wir versucht haben, gegen die Mercedes und gegen Max zu kämpfen, als wir nicht die nötige Pace hatten. Wir haben bei der Strategie überreagiert, die Reifen zu viel gepusht und am Ende die Rechnung bezahlt, auch gegen McLaren. Das ist sehr schade, denn da fehlen uns Punkte im WM-Kampf."
… zu Charles Leclercs Problemen: "Ab Runde zwei oder drei hatte er Probleme. Was letzte Woche klar geworden ist: Saubere Luft spielt eine Schlüsselrolle. Das ist uns heute nicht gelungen. Wir waren im Rennen irgendwie immer zur falschen Zeit an der falschen Stelle. Das hat nicht geholfen."
… zu den Temperaturen: "Die Temperaturen sind nur einer von einigen Faktoren. Die heißen Temperaturen haben dem Team und dem Auto letztes Mal geholfen und dieses Mal eben nicht. Das Layout der Strecke ist anders, viel mehr Stop-and-Go, und das wirkt sich auf die Traktion aus. Unter diesen Bedingungen haben wir wahrscheinlich alles massiv überhitzt."
… zu Leclercs Enttäuschung: "Wir werden ihm sagen, dass er sich keinen großen Kopf machen soll. Ich wäre aber nicht glücklich, wenn er nicht enttäuscht wäre, wenn man das Rennen auf P2 startet und am Ende auf P8 landet. Dann muss man enttäuscht sein. Wir wissen, dass wir heute alle keinen guten Job gemacht haben und uns verbessern müssen."
Nico Hülkenberg (Audi) ...
… zu seinem Rennen: "Schwierig, aber man hat gesehen, wie die Hackordnung hier am Wochenende war. Die Top-Teams waren mit großem Abstand vorneweg, dann die Racing Bulls, wir und Alpine relativ nah beieinander. Wir haben versucht, uns mit dem späten ersten Stopp abzusetzen oder etwas anderes zu machen, um später mit frischen Reifen etwas zu bewirken. Aber dann kamen am Ende die ganzen blauen Flaggen und da ist man relativ schnell schachmatt gestellt. Die Rechnung ging leider nicht ganz auf. Wir müssen uns die Strategie noch einmal angucken. Insgesamt fühle ich mich im Rennen deutlich wohler als in der Qualifikation hier am Wochenende. Meine Pace war recht stark über das Rennen hinweg, aber leider gab es keine Belohnung."
… zu Silverstone: "Coole Strecke, gute Erinnerungen, Jubiläum. Wir gehen ins Sprintwochenende, das hatten wir in Silverstone noch nie. Das ist bestimmt würzig. Prinzipiell freue ich mich darauf. Highspeed-Strecke, flüssig, schnell - das sollte unserem Paket ein bisschen besser schmecken."
Sky Sport Experte Timo Glock ...
… zu George Russells Sieg: "Er hat das sehr kontrolliert, hat die Lücke aufgemacht und konnte relativ früh anfangen, seine Reifen im Fenster zu halten. Wichtig für ihn mental ist, dass er wieder ganz oben steht. Er hat das gut gemacht."
… zu Red Bulls Fortschritt mit Max Verstappen: "Es geht definitiv in die richtige Richtung und da wird noch mehr kommen. Man muss jetzt erst einmal das Wochenende analysieren und verstehen, wie dieses Paket funktioniert. Das gibt Hoffnung für das Team, um Max Verstappen happy zu machen. Man hat das breite Grinsen von Max gesehen: Er hat wieder Spaß am Rennfahren, Spaß daran, vorne um Siege zu kämpfen und die beiden Mercedes unter Druck zu setzen."
… zur Situation von Charles Leclerc: "Das arbeitet in ihm, und er versucht zu verstehen, warum es so ist. Er hat gesagt, dass ihm das letzte Vertrauen ins Auto fehlt und dass das Aggressive, das er sonst in Q3 hinbekommt, nicht mehr klappt. Wenn dann so ein Rennen dazukommt und der Teamkollege ihm wieder Punkte abnimmt, bereitet dir das Kopfzerbrechen."
… zum Qualifying-Unfall von Max Verstappen und dem Red-Bull-Update (vor dem Rennen): "Das große Update, dieser Rundumschlag am Auto, hat bis dahin gut ausgeschaut. Die Problematik war, dass Max das Auto verloren hat, anscheinend weil der Straight-Line-Mode den Heckflügel nicht in dem Moment geschlossen hat, wo er hätte schließen müssen. Also nicht Max' Schuld. Positiv ist aber, dass bis dahin der Speed da war. Vielleicht nicht ganz auf Mercedes-Niveau, aber deutlich näher dran."
… zum WM-Duell zwischen Lewis Hamilton und Kimi Antonelli (vor dem Rennen): "Lewis Hamilton hat diese unglaubliche Erfahrung. Man muss den Hut davor ziehen, wie er sich aus diesem Tief wieder herausgekämpft hat. Auf der anderen Seite hast du mit Kimi Antonelli einen jungen Mann, der diese Leichtigkeit mitbringt: Er setzt sich ins Auto, braucht nicht lange und ist auf den Punkt da. Das ist mit 19 Jahren herausragend. Die Frage ist, ob er diese Performance über das ganze Jahr halten kann."
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