Crash im Qualifying! Wackelt der Status von Charles Leclerc als "Mister Ferrari"?
Bei Ferrari bahnt sich so langsam eine Trendwende an! Charles Leclerc, der bereits seit 2019 für den Traditionsrennstall fährt und diesen in den letzten Jahren als Nummer-eins-Fahrer angeführt hat, droht von seinem Teamkollegen Lewis Hamilton abgehängt zu werden.
13.06.2026 | 22:20 Uhr
Charles Leclerc fährt bereits seit sieben Jahren für die Scuderia. Zudem hat der Monegasse seinen Vertrag jüngst verlängert. Doch sportlich ist für den 28-Jährigen seit Wochen der Wurm drin. Wackelt nun sogar sein Status als "Mister Ferrari"?
Teamkollege Lewis Hamilton war es, der Charles Leclerc einst diesen Titel verpasste: "Er ist offensichtlich schon lange im Team, es ist sein zweites Team, und bei seinem vorherigen Team war er natürlich relativ kurz", sagte Hamilton kurz nach seinem Einstieg bei der Scuderia: "Und dann hatte er diese fantastische Zeit bei Ferrari. Er ist also sozusagen 'Mr. Ferrari', und es war wirklich cool, mit ihm zusammenzuarbeiten, und ich freue mich sehr darauf, das ganze Jahr über mit ihm zusammenzuarbeiten."
Hamilton zieht in der WM-Wertung an Leclerc vorbei
Mittlerweile befindet sich das Duo Leclerc/Hamilton in der zweiten gemeinsamen Saison. Während Leclerc Hamilton im vergangenen Jahr deutlich mit 86 Punkten Vorsprung im WM-Endklassement geschlagen hatte, scheint sich das teaminterne Kräfteverhältnis bei Ferrari in den letzten Wochen immer weiter zu Gunsten von Hamilton zu drehen.
Nach den ersten drei Saisonrennen lag Leclerc noch mit 49 Punkten vor Hamilton (41 Zähler). Dann kam die mehrwöchige Zwangspause aufgrund des Nahost-Konfliktes. Seitdem hat sich bei Leclerc der Wurm eingeschlichen. Beim Miami-GP, in Kanada und zuletzt in Monaco lag Hamilton jeweils immer vor dem Monegassen (siehe Tabelle) und hat mittlerweile 15 Punkte Vorsprung in der WM.
Leclerc crasht in Monaco und Barcelona
Ausgerechnet vor seinem Heim-GP erhielt "Mister Ferrari" einen neuen Vertrag "über mehrere Saisons" bei der Scuderia. Ein Ereignis, das eigentlich neue Kräfte freisetzen kann. Doch im Fall von Leclerc kam es anders. Auf die Unterschrift unter seinem neuen Arbeitspapier folgten innerhalb von einer Woche zwei Crashs!
Beim GP von Monaco krachte der Ferrari-Pilot kurz vor Rennende nach einer Safety-Car-Phase in die Leitplanke. Statt P3 und einem Podium stand der Monegasse mit null Punkten da.
Vasseur über Leclerc: "Vielleicht war er zu übermütig"
Nur sechs Tage später, beim Qualifying in Barcelona, landete Leclerc erneut in der Streckenbarriere. Im letzten Qualifying-Abschnitt wollte er zu viel, fuhr zu schnell in Kurve vier und flog ab! "Er war viel schneller am Scheitelpunkt als noch in der Runde zuvor. Dann ist er ein bisschen zu weit rausgekommen und hat das Auto verloren. Wir hätten ihn lieber in den Top 3 gesehen, jetzt geht er von P10 ins Rennen", analysierte Ferrari-Teamchef Fred Vasseur am Sky Sport Mikrofon.
Auf die Sky Sport Nachfrage, ob es vielleicht zu viel Druck für Leclerc sei, antwortete Vasseur: "Ich glaube nicht. Es waren verschiedene Probleme. Über Monaco will ich jetzt gar nicht mehr reden. An diesem Wochenende hatte er eine starke Pace und er war gut drauf und war nie im Hintertreffen. Vielleicht war er da ein bisschen zu übermütig."
Leclerc zeigt sich selbstkritisch
"An diesem Wochenende hatte ich keinerlei Probleme. Das Auto hat sich gut angefühlt. Die Upgrades haben toll funktioniert. Alles hat gut geklappt. Deshalb ist es eine noch größere Schande, dass ich jetzt über so etwas reden muss. In den letzten drei Rennen war es extrem schwierig für mich. Ich hatte nicht die notwendige Pace. Jetzt bin ich zurück und dann lege ich das Auto in die Mauer", zeigte sich Leclerc nach seinem Barcelona-Abflug selbstkritisch.
Und weiter: "Ich möchte jetzt einfach mal das Licht am Ende des Tunnels sehen mit einem großartigen Rennen. Das ist das Mindeste, das ich tun kann, um mir selbst ein bisschen Vergebung zu verschaffen. Gewinnen wäre das Einzige, das mich wirklich einigermaßen happy machen würde. Egal was ich sonst morgen beim Rennen mache, ich werde enttäuscht über das sein, was heute im Qualifying passiert ist. Ganz ehrlich: Ich möchte einfach mal ein sauberes Wochenende hinlegen. Das schaffe ich im Moment nicht."
Hamilton feiert bestes Qualifying-Ergebnis bei Ferrari
Ganz anders sieht das bei Hamilton aus. Nach zwei Podiumsplätzen in Folge startet der mittlerweile Zweite im WM-Klassement beim GP von Barcelona-Katalonien (Sonntag, ab 13:30 Uhr LIVE und EXKLUSIV auf Sky Sport Formel 1) von Platz zwei ins Rennen. "Es ist das erste Mal, dass wir im Qualifying so nah an den Mercedes dran sind. Das ist ein guter Schritt nach vorne. Das ist die beste Qualifying-Platzierung für Lewis in den vergangenen zwei Jahren. Damit sind wir zufrieden", lobte Vasseur seinen Schützling.
Und auch Sky Sport Experte Ralf Schumacher fand ob der Leistung des Routiniers lobende Worte: "Es sieht so aus, dass Hamilton mit dem neuen Konzept einfach super klarkommt. Mit der neuen Aerodynamik, weniger Grip, schmalere und agilere Autos, die man irgendwie noch in die Kurve schmeißen kann; das scheint ihm besser zu liegen. Das muss man ihm lassen. Kompliment. Es waren nicht immer gute Rennen, aber in letzter Zeit macht er einen super Job."
Bei Ferrari gehen die Leistungskurven der beiden Piloten derzeit in unterschiedliche Richtungen. Das hat auch das Qualifying in Barcelona unter Beweis gestellt. Hamilton feierte seine beste Qualifying-Platzierung als Ferrari-Pilot, Leclerc erlebte mit Platz zehn seinen Saisontiefpunkt.
Im Rennen steht Leclerc nun unter Druck. Er muss einige Plätze gutmachen, um nicht zu weit hinter seinem Teamkollegen zurückzufallen. Gelingt ihm das allerdings nicht, und die teaminterne Trendwende nimmt weiter ihren Lauf, droht die erste Saison seit 2021 in der Leclerc in der WM hinter seinem Teamkollegen landet.
Der Status von Mr. Ferrari wackelt ...
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