Von Leon Draisaitl bis Marco Sturm: Die wichtigsten deutschen Geschichten zum NHL-Start
Die neue NHL-Saison steht vor der Tür und die deutschen Profis gehen mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen an den Start. Während Leon Draisaitl weiter auf den Stanley Cup hofft, stehen für Spieler wie Peterka, Seider oder Stützle richtungsweisende Monate an.
28.09.2026 | 11:56 Uhr
Titelträume, Vereinswechsel, Führungsrollen und Comeback-Chancen: Aus deutscher Sicht verspricht die NHL-Saison zahlreiche spannende Geschichten. Der Fokus liegt erneut auf Leon Draisaitl, doch auch viele weitere Nationalspieler sowie Bruins-Coach Marco Sturm haben sich für die kommenden Monate viel vorgenommen.
Leon Draisaitl nimmt den nächsten Anlauf auf den Stanley Cup, John-Jason Peterka versucht sich schon bei seinem dritten Klub. Am kommenden Dienstag startet die NHL in die neue Saison, wir blicken auf die Deutschen.
LEON DRAISAITL
Das Fenster schließt sich. "Jünger werden wir alle nicht", sagt der 30-Jährige, der bei den Edmonton Oilers in seine 13. Saison geht - und noch immer dem Traum vom Stanley Cup hinterherjagt. Zweimal schaffte es der beste deutsche Eishockeyspieler ins Finale, das war's bislang. Sein kongenialer Partner Connor McDavid steht nur noch zwei Jahre unter Vertrag, könnte womöglich schon nach dieser Saison gehen. Offen halten soll die Chance auf den Titel Mike Babcock, eigentlich ein Auslaufmodell als Trainer. Wegen seines Umgangs mit jungen Spielern äußerst umstritten, hat der 63-Jährige seit sieben Jahren nicht mehr an der NHL-Bande gestanden. Trotzdem sei er "zum jetzigen Zeitpunkt der richtige Mann", meint Draisaitl.
JOHN-JASON PETERKA
"Krass" fand der 24-Jährige die Nachricht vom nächsten Trade. Der Münchner wollte sich gerade den NHL-Draft anschauen, als er erfuhr, dass er zu den Boston Bruins transferiert worden war. Sein dritter Klub im fünften NHL-Jahr - und nach kurzem Überlegen "schon ein geiler Spot". Denn: Trainer ist Deutschlands Olympia-Silberschmied Marco Sturm. Endlich einer, "der mich wirklich will" und "mit dem ich auch mal Deutsch reden kann". Peterka, Vizeweltmeister 2023, hofft, in Boston den Aufwärtstrend der ersten Jahre in Buffalo nach der enttäuschenden Saison in Utah fortsetzen und wieder "mit einem Lächeln" spielen zu können.
MORITZ SEIDER
Bei den Detroit Red Wings ging es im Sommer drunter und drüber: Die Klublegende Steve Yzerman trat als General Manager zurück, Kapitän Dylan Larkin forderte einen Wechsel. Noch hat der 30-Jährige keinen neuen Klub, er trainiert auch wieder in Detroit, das "C" des Spielführers ist er jedoch los. Als Nachfolgekandidat gilt auch Seider, nach Meinung vieler Experten der beste Allround-Verteidiger der NHL. Und ein Marathon-Mann: Seit seinem Debüt hat der inzwischen 25-Jährige 410 Spiele am Stück bestritten, kein einziges Mal gefehlt. Nur Playoffs hat er noch nie gespielt - weil die Red Wings in der entscheidenden Saisonphase regelmäßig "den Wind aus den Segeln verlieren". Das soll sich endlich ändern.
TIM STÜTZLE
Noch mehr in den Fokus rückt auch der 24-Jährige bei den Ottawa Senators. Erfolgreichster Stürmer war Stützle bei den Kanadiern ohnehin schon, in drei der letzten vier Jahre bester Scorer. Doch nach dem Weggang des Kapitäns Brady Tkachuk muss der Ex-Mannheimer noch mehr Verantwortung übernehmen, wird zum Gesicht des Klubs. Wer das "C" bekommt, ist noch offen. Er sei bisher schon "ein Leader" gewesen, sagt Stützle, die Mannschaft müsse nicht ein Einziger führen, das müsse man zusammen machen. Die Playoffs, die die Sens zweimal in Folge erreichten, sind wieder das Ziel.
NICO STURM
Wie man den Stanley Cup gewinnt, weiß der 31-Jährige. Mit der Colorado Avalanche und den Florida Panthers triumphierte der Augsburger bereits. Doch jetzt will er den Pott nach Hause holen - in seine Wahlheimat Minnesota, wo er 2019 für die Wild seine ersten NHL-Spiele bestritt und seine Lebensgefährtin Taylor kennenlernte, die er im Sommer heiratete. Man habe "eigentlich alle Teile zusammen", meint Sturm, Vizeweltmeister von 2023, müsse es nur "auch im Mai und Juni" aufs Eis bringen.
PHILIPP GRUBAUER
Sein Vertrag bei den Seattle Kraken läuft aus, für den Notfall hat der Nationalspieler schon einen Plan: "Wenn Rosenheim im nächsten Jahr einen Torwart braucht, schau ich mal vorbei." Gebrauchen könnte der Zweitligist seinen ehemaligen Nachwuchsgoalie sicherlich, doch der 34-Jährige möchte in der NHL "noch ein paar Jährchen dranhängen". Deshalb spielt der Stanley-Cup-Sieger von 2018 in seiner sechsten Saison in Seattle um einen neuen Vertrag.
JOSHUA SAMANSKI
Es war "ein aufregendes Jahr" für den Ex-Straubinger, der in seiner ersten Saison in Nordamerika Ende Januar den Sprung ins Team der Edmonton Oilers schaffte. Doch unter dem neuen Trainer Mike Babcock muss der 24-Jährige um seinen Platz im vierten Sturm bangen.
LUKAS REICHEL
Vorerst raus aus dem NHL-Kader der Boston Bruins ist der Ex-Berliner Reichel. Marco Sturm hatte den einstigen Erstrunden-Draftpick im März geholt und ihm damit nach dem Scheitern in Chicago und Vancouver eine neue Chance gegeben. Doch bislang nutzte sie der 24-Jährige nicht, für ihn beginnt die Saison in der AHL - wie auch für die Verteidiger Maksymilian Szuber (Montreal Canadiens) und Phillip Sinn (San Jose Sharks), Stürmer Julian Lutz (Utah Mammoth) und Torhüter Arno Tiefensee (Dallas Stars).
MARCO STURM
Der Neuling überraschte alle. In seiner ersten Saison als NHL-Chefcoach zog der ehemalige Bundestrainer mit den Boston Bruins gleich mit 100 Punkten in die Playoffs ein. Damit hatte der ehemalige NHL-Stürmer selbst nicht gerechnet. Sturm forderte Teamgeist und Leidenschaft und überzeugte die Spieler um Stürmerstar David Pastrnak wie 2018 die deutsche Nationalmannschaft beim sensationellen Silbercoup in Südkorea. Jetzt muss der 48-Jährige den Erfolg bestätigen - mit seinem Landsmann Peterka im Team.
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