Morgan Rogers zum FC Chelsea: Warum die Blues 138 Millionen Euro investieren
Bei der WM stach Morgan Rogers nicht unbedingt heraus. Hat sich der FC Chelsea mit dieser Verpflichtung verzockt oder alles richtig gemacht?
23.07.2026 | 22:32 Uhr
Es löst immer wieder großes Erstaunen aus, mit welchen Unsummen die englischen Top-Klubs um sich schmeißen. Aus Sicht der Blues spricht jedoch einiges dafür, dass der Plan mit Morgan Rogers aufgehen könnte.
Von Johann Spiegler
Morgan Rogers brauchte nicht lange: Erst bediente er Youri Tielemans mit einer traumhaften Flanke, die sein Mitspieler per noch schönerer Volley-Abnahme zur Finalführung vollstreckte. Knapp 20 Minuten später stellte Rogers seine Qualitäten als Strafraumspieler unter Beweis. Mit einer schnellen Bewegung ließ er seinen Gegenspieler Philipp Lienhart stehen und spitzelte am kurzen Eck zum 3:0 für Aston Villa ein.
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Spätestens nach seinem Treffer war klar: Im Europa-League-Finale am 20. Mai 2026 war Morgan Rogers für den SC Freiburg nicht zu stoppen. Freiburgs Fans dürften daher kaum überrascht sein, dass Rogers inzwischen zu den wertvollsten Offensivspielern Europas zählt. Sie wissen aus eigener Erfahrung, welche Qualitäten sich der FC Chelsea nun gesichert hat.
Für eine Summe von mehr als 138 Millionen Euro wechselte der 23-Jährige von Aston Villa zu den Blues. Nur Neymar, Kylian Mbappe, Ousmane Dembele und Alexander Isak kosteten in der Fußballgeschichte höhere Ablösesummen. Mit diesem Transfer hat er Elliot Anderson als teuersten Engländer aller Zeiten abgelöst. "Ich bin unglaublich begeistert", sagte der WM-Dritte zu seinem Wechsel und konnte sich einen Seitenhieb in Richtung FC Arsenal nicht verkneifen: "Für mich ist Chelsea der größte Verein in London - ein Klub, den ich schon seit meiner Kindheit bewundere."
Rogers bei der WM unter Tuchel häufig nur eingewechselt
Doch welche Eigenschaften machen Rogers zu einem Spieler, für den Chelsea mehr als 138 Millionen Euro investiert? Schließlich gehörte Rogers bei der vergangenen Weltmeisterschaft unter Thomas Tuchel nicht durchgehend zur Startelf. Bei seinen sieben Einsätzen wurde der Offensivspieler viermal eingewechselt und konnte zwei Torvorlagen verbuchen.
Fakt ist: Rogers verbindet seine Körpergröße von 1,87 Metern mit bemerkenswerter Dynamik am Ball. Hinzu kommt eine bemerkenswerte Robustheit in Eins-gegen-Eins-Situationen und Zweikämpfen. Dies kombiniert er mit einer erstaunlichen Stabilität in Dribblings und Zweikämpfen - einen solchen Spielertypus hatten die Londoner schlicht nicht im Kader.
Seine vielleicht größte Stärke liegt jedoch in seiner Vielseitigkeit. Darauf verwies zuletzt auch der frühere englische Nationalspieler Micah Richards zuletzt in seiner Rolle als TV-Experte bei der BBC: "Das Gute ist, dass er von links kommen kann, in der Mitte spielen kann und auch von rechts kommen kann - und all diese Rollen füllt er gleich effektiv aus. Das ist sein großes Plus."
Auf seinen Durchbruch musste der Flügelstürmer dafür ziemlich lange warten. Den entscheidenden Entwicklungsschritt machte Rogers erst unter Unai Emery, der zu einem wichtigen Förderer seiner Karriere wurde. Der Erfolgstrainer war Ende vergangenen Jahres voll des Lobes, was den Charakter des Außenstürmers angeht: "Er ist ein fantastischer Typ. Er liebt den Fußball und seine Einstellung jeden Tag ist herausragend."
In einem seiner schlechtesten Spiele für Villa in der Europa League gegen den FC Bologna (1:0) und unter teils hämischem Applaus des Publikums ließ Emery seinen Schützling mit Absicht durchspielen. "Er wollte sehen, wie ich mit dieser Situation umgehe", erklärte Rogers. "Am nächsten Tag hat er mir gesagt, wie stolz er war, dass ich immer weitergekämpft habe."
Xabi Alonso als neuer Mentor für Rogers?
Nun dürften sich viele Beobachter die Frage stellen, weshalb der Europa-League-Sieger ausgerechnet diesem Trainer den Rücken kehrt und zu einem Verein geht, der in der kommenden Saison nicht international vertreten ist - im Gegensatz zu Villa.
Hier kommt der neue Chelsea-Coach Xabi Alonso ins Spiel: Der Spanier verhalf Bayer Leverkusen 2024 zum Double-Gewinn und zur besten Spielzeit der Vereinsgeschichte. Mit Spielern wie Florian Wirtz, Alejandro Grimaldo, Jeremie Frimpong oder Jonathan Tah bewies Alonso in der Bundesliga, wie stark seine Fähigkeit bei der individuellen Spielerentwicklung ist.
Auch der Spielstil, den Alonso vorwiegend spielen lassen will, kommt Rogers entgegen: Zusammen mit seinem Kumpel Cole Palmer könnte der robuste Dribbler den Zehnerraum bespielen. Dadurch wird die Außenbahn frei für Alonsos wichtige Schienenspieler und Rogers kann vermehrt in der Box agieren.
"Ich freue mich riesig auf das Projekt mit dem neuen Trainer", versicherte der 23-Jährige. Die Erwartungen sind entsprechend hoch. Unter Alonso möchte Rogers den nächsten Schritt gehen und den Sprung in die europäische Topklasse schaffen.
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