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Wimbledon: Die Wege von Djokovic und Nadal bis zum Traumfinale

Rasenkönner, Rising Star & Routiniers: Die Hürden für Nadal & Djokovic

Rafael Nadal hat den nächsten Grand-Slam-Titel im Blick.
Image: Rafael Nadal hat den nächsten Grand-Slam-Titel im Blick.  © Imago

Die Erdbeeren sind gepflückt, die weißen Outfits frisch gebügelt und der Rasen ist bis auf den Millimeter genau geschnitten: Der All England Club ist bereit für Wimbledon 2022. Bei den Herren richtet sich der Fokus auf Novak Djokovic und Rafael Nadal. Kommt es zum Traumfinale?

Rafael Nadal in London - dieses Szenario war vor drei Wochen eigentlich noch schier undenkbar. Die chronischen Fußschmerzen machten ihm schwer zu schaffen, nicht wenige rechneten nach seinem 14. Triumph bei den French Open gar mit einem Karriereende des Rekord-Grand-Slam-Champions (22 Titel). Soweit ist es aber noch nicht, denn dank einer stimulierenden Radiowellen-Therapie hat der Spanier die Probleme in den Griff bekommen.

Wimbledon Championships 2022

  • Datum: 27. Juni - 10. Juli
  • Ort: London, Vereinigtes Königreich
  • Center Court: 15.000 Zuschauer
  • Kategorie: Grand Slam (2022 ohne Ranglistenwertung)
  • Preisgeld: Insgesamt ca. 46 Mio. Euro
  • Übertragung TV und Livestream: Sky, skysport.de & Sky Sport App
Wimbledon live: Übertragung, Zeitplan und Co.

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"Ich kann nahezu jeden Tag normal gehen, das ist für mich die Hauptsache", sagte der 36-Jährige: "Wenn ich aufwache, habe ich nicht mehr diese Schmerzen wie in den vergangenen anderthalb Jahren." Somit spielt Nadal an der Londoner Church Road um seinen dritten Grand-Slam-Triumph im laufenden Jahr. Verläuft auch dieses Unterfangen erfolgreich, könnte er bei den US Open sogar den historischen Kalender-Grand-Slam ins Visier nehmen. Dieses Kunststück gelang bei den Herren zuletzt dem legendären Rod Laver im Jahr 1969.

Rafael Nadal (l.) und Novak Djokovic (r.) trafen zuletzt 2018 in Wimbledon aufeinander.
Image: Rafael Nadal (l.) und Novak Djokovic (r.) trafen zuletzt 2018 in Wimbledon aufeinander.  © DPA pa

Sollte sich Nadal mit seinem dritten Wimbledon-Triumph tatsächlich die Möglichkeit auf den Kalender-Grand-Slam aufrecht erhalten, wären seine Chancen ungleich höher, zumal sein Dauerrivale Novak Djokovic - Stand jetzt - nicht bei den US Open antreten darf, weil er weiterhin nicht gegen Corona geimpft ist. Die Aussicht, nicht in New York antreten zu dürfen, sei für den Serben aber eine "zusätzliche Motivation, in Wimbledon gut zu spielen", sagte er.

Zudem würde er liebend gerne Revanche nehmen für die Viertelfinal-Niederlage gegen Nadal bei den French Open. Die 60. Auflage des größten Tennis-Duells der Geschichte wäre aber erst im Finale möglich und auf dem Weg dorthin lauern für allem für Nadal noch einige Stolpersteine. Sky Sport nimmt die Wege der beiden Superstars unter die Lupe.

1. Runde

Der dreifache Titelverteidiger Novak Djokovic eröffnet am Montag den Centre Court (14:30 Uhr live und exklusiv auf Sky) und trifft auf den Südkoreaner Kwon Soon-woo. Alles andere als ein glatter Dreisatz-Sieg gegen den Weltranglisten-75. wäre eine faustdicke Überraschung. Das bisher einzige Aufeinandertreffen fand im vergangenen Jahr auf Sand in Belgrad statt, Djokovic gewann souverän mit 6:1 und 6:3.

Rafael Nadal bestreitet seine Auftaktpartie gegen den Weltranglisten-42. Francisco Cerundolo. Die haben bisher noch nie gegeneinander gespielt, doch die Rasen-Bilanz (3:3) des Argentiniers ist nun wirklich nicht furchteinflößend.

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2. Runde

Djokovic bekommt es mit dem Sieger der Partie zwischen Thanasi Kokkinakis (Australien) gegen Kamil Majchrzak (Polen) zu tun. Weder die Nummer 82 noch die 91 der Welt dürften ein großes Hindernis für den sechsmaligen Wimbledon-Champion darstellen. Kniffliger könnte es dagegen für Nadal werden.

Er trifft auf den Sieger der Partie zwischen Sam Querrey (USA) und Ricardas Berankis (Litauen). Zwar ist der 34-jährige Querrey in der Weltrangliste nur noch an Rang 99 geführt, doch der Routinier hat in Wimbledon schon des öfteren für Furore gesorgt. 2016 bezwang er sensationell Djokovic und 2017 stieß er sogar bis ins Halbfinale vor.

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Sky Reporter Moritz Lang spricht kurz vor dem Wimbledon-Beginn über die Rolle von Rafael Nadal, Novak Djokovic und auch von Angelique Kerber.

3. Runde

Nach Setzliste würde auf Djokovic hier ein Duell mit seinem Landsmann Miomir Kecmanovic warten, der an Nummer 25 gelistet ist. In Belgrad trafen die beiden Serben in diesem Jahr bereits aufeinander, Djokovic behielt nach einem zähen Kampf knapp in drei Sätzen die Oberhand.

Auf Nadal wartet dagegen wahrscheinlich ein Dinner mit dem Italiener Lorenzo Sonego, der auf dem grünen Untergrund keineswegs zu unterschätzen ist. Die Nummer 27 der Setzliste gewann 2019 in Antalya und stand 2021 in Eastbourne im Finale. Zudem erreichte er im All England Club im vergangenen Jahr das Achtelfinale.

Achtelfinale

Mit dem an Nummer 15 gesetzten Aufschlag-Riesen Reilly Opelka (USA) könnte auf Djokovic die erste echte Standortbestimmung warten, doch wirklich wahrscheinlich ist diese Begegnung nicht. Die Rasen-Bilanz des 2,11-Meter-Hünen ist überraschend deutlich negativ (6:13), zuletzt schied er bei den Vorbereitungsturnieren in Queen's und Eastbourne gleich zum Auftakt aus. Weitere mögliche Kontrahenten sind der unberechenbare Benoit Paire (Frankreich) und der an 22 gesetzte Nikoloz Basilashvili (Georgien).

Richtig ungemütlich könnte es in dieser Runde für Nadal werden. Der zuletzt wiedererstarkte Marin Cilic (Kroatien) wäre eine echte Herausforderung für den Spanier, auch wenn er im direkten Vergleich mit 7:2 führt. Cilic erreichte bei den French Open zuletzt das Halbfinale und stand 2017 im Rasen-Mekka von London im Endspiel, wo er gegen den in diesem Jahr abwesenden Rekord-Champion Roger Federer verlor.

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Rafael Nadal startete seine Wimbledon-Vorbereitungen mit einem Sieg gegen Stan Wawrinka im Hurlingham Club in London.

Viertelfinale

In der Runde der besten Acht könnte Djokovic vom aufstrebenden Shootingstar Carlos Alcaraz gefordert werden, allerdings steht hinter der aktuellen Form des 19-jährigen Spaniers noch ein großes Fragenzeichen. Er hat in diesem Jahr noch kein Rasen-Match bestritten, seine letzte offizielle Begegnung war die Viersatz-Niederlage gegen Alexander Zverev im Viertelfinale der French Open.

Weitere mögliche Gegner sind der an Nummer zehn gesetzte Jannik Sinner (Italien), der zweimalige Wimbledon-Champion Andy Murray (Großbritannien) oder der aufschlagstarke Routinier John Isner (USA). Sollte Oscar Otte seine starke Form auch in London unter Beweis stellen, wäre auch ein Duell mit dem Deutschen denkbar.

Dagegen könnte es für Nadal zu einem Wiedersehen mit Felix Auger-Aliassime kommen. Gegen den Kanadier, der ausgerechnet von Onkel Toni betreut wird, musste Nadal bei den French Open in Paris über die volle Distanz gehen. Dem an Nummer elf gesetzten Taylor Fritz (USA), der Nadal im Frühjahr im Endspiel von Indian Wells bezwang, ist ebenfalls einiges zuzutrauen.

Halbfinale

Nach Setzliste würde Djokovic hier auf die Nummer drei Casper Ruud (Norwegen) treffen, doch der French-Open-Finalist ist alles andere als ein Fan des Rasen-Tennis. Seine Karrierebilanz auf Rasen steht bei 3:6, ein Vorstoß bis in die Runde der besten Vier wäre daher eine große Überraschung. Viel wahrscheinlicher ist ein Duell mit dem an Nummer sieben gesetzten Hubert Hurkacz, der alle Anlagen für ein gutes Rasen-Spiel mitbringt und zuletzt bei der Generalprobe in Halle/Westfalen triumphierte.

Der Pole eliminierte Federer im vergangenen Jahr und demütigte den Rasen-König im dritten Satz sogar mit 6:0. Er ist der einzige Spieler, dem dieses Kunststück gegen den Schweizer in Wimbledon gelungen ist. Anschließend war für ihn im Halbfinale Endstation.

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Für Nadal könnte der letzte Schritt zum Traumfinale richtig knifflig werden. Ein möglicher Gegner ist Stefanos Tsitsipas , die Nummer vier der Setzliste. Der Grieche feierte zuletzt auf Mallorca zwar seinen ersten Titel auf Rasen, aber von einer Liebesbeziehung zu diesem Belag kann noch keine Rede sein. Die führt dagegen der Vorjahresfinalist Matteo Berrettini heiß und innig.

Aufgrund seiner verletzungsbedingten Auszeit nach den Australian Open ist er zwar nur an Nummer acht gesetzt, doch der Italiener ist ein absoluter Rasenkönner und kommt mit der Empfehlung von zehn Siegen in Folge und zwei Turniersiegen (Stuttgart und Queen's) nach London. Vier seiner sieben ATP-Titel holte er auf Rasen und seit 2019 hat er 32 Spiele auf der Grünfläche für sich entschieden - bei nur drei Niederlagen.

Ein weiteres Popcorn-Match wäre ein Duell zwischen Nadal und Nick Kyrgios. Ob der extrovertierte Australier auf seinem Lieblingsbelag jedoch über zwei Wochen konzentriert und seriös seine Form abrufen kann, ist mehr als fraglich.

Finale

Sollten sich Djokovic und Nadal am 10. Juli tatsächlich im Endspiel (live und exklusiv auf Sky) gegenüberstehen, wäre es nach 2011 das zweite Wimbledon-Finale zwischen den beiden Superstars. Damals gewann Djokovic in vier Sätzen seinen ersten von bislang insgesamt sechs Titeln im Rasenmekka.

Mit einem weiteren Triumph würde er mit Pete Sampras gleichziehen und den Abstand auf Nadal auf einen Grand-Slam-Titel verkürzen. Zudem würde er zum vierten Mal in Serie den Titel im All England Club holen. Dies ist bislang nur Björn Borg, Sampras und Federer gelungen.

Die 2022er-Ausgabe von Wimbledon könnte also wieder historisch werden - auch ohne Weltranglistenpunkte.

Mehr zum Autor Robin Schmidt

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