Hamburger stimmen deutlich gegen Olympia-Bewerbung
Beim Referendum in der Hansestadt spricht sich eine Mehrheit gegen die Fortsetzung der Pläne aus - wie schon im Jahr 2015.
31.05.2026 | 20:06 Uhr
Eine klare Mehrheit stimmte gegen Olympia in Hamburg.
Wieder "NOlympia" im hohen Norden: Hamburg hat sich erneut aus dem Rennen um eine deutsche Olympia-Bewerbung verabschiedet. Beim Referendum an der Elbe stand schon vor Auszählung aller abgegeben gültigen Stimmen eine Mehrheit von Nein-Stimmen fest. Im Vorfeld war von einem engen Rennen ausgegangen worden.
"Bedaure das Votum sehr"
"Das Votum ist für den Senat verbindlich. Ich habe dem Präsidenten des DOSB, Thomas Weikert, sowie dem Vertreter Deutschlands beim IOC, Michael Mronz, soeben mitgeteilt, dass Hamburg seine Olympia-Bewerbung zurückzieht", sagte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) in einer ersten Reaktion: "Viele Bürgerinnen und Bürger, die sich auf die Spiele gefreut haben, sind über das Ergebnis des Referendums enttäuscht. Auch ich bedaure das Votum sehr, bedanke mich aber bei allen, die das Ziel, die Spiele nach Hamburg zu holen, unterstützt haben."
Tschentscher hatte vor dem Referendum bei den Hamburgern intensiv für ein "Ja" geworben und auf das nachhaltige Konzept mit kurzen Wegen verwiesen, dennoch entschieden sich die Hamburger erneut gegen die Olympia-Pläne ihrer Stadt.
Knapp 50% Wahlbeteiligung
Laut Landeswahlleiter Oliver Rudolf waren 652.193 Stimmen abgegeben worden. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,5 Prozent. 1.315.800 Menschen ab 16 Jahren waren stimmberechtigt.
Bereits im November 2015 war eine Bewerbung der Hansestadt am "Nein" im Referendum gescheitert. Damals allerdings hatte sich der Deutsche Olympische Sportbund bereits auf nationaler Ebene für Hamburg entschieden - diesmal sieht die Lage für den Dachverband etwas positiver aus.
"Es verwundert mich"
Kurze Wege und viel Nachhaltigkeit, neben vor allem lediglich temporär errichteten Sportstätten sollten bereits bestehende Hallen und Arenen genutzt werden - so wollte Hamburg punkten. Viele Experten hielten die Pläne im Vergleich mit der deutschen Konkurrenz auch für besonders aussichtsreich. Doch die Hamburger machten den Olympia-Strategen an der Elbe einen Strich durch die Rechnung.
Laura Ludwig, Beachvolleyball-Olympiasiegerin von Rio 2026, sagte dem NDR geknickt: "Es verwundert mich. Ich bin extrem positiv hierher gefahren. Aber wie es auch im Sport war: Niederlagen müssen wir akzeptieren."
Deutsche Olympia-Entscheidung im September
Nach dem Aus für Hamburg wird sich der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mit München, Berlin oder der Rhein-Ruhr-Region mit Köln als Zentrum beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) für Olympische und Paralympische Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben. Die Entscheidung fällt am 26. September im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Baden-Baden.
Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hatte vor dem Referendum bei den Hamburgern intensiv für ein "Ja" geworben und auf das nachhaltige Konzept mit kurzen Wegen verwiesen, dennoch entschieden sich die Hamburger erneut gegen die Olympia-Pläne ihrer Stadt. Bereits im November 2015 war eine Bewerbung der Hansestadt am "Nein" im Referendum gescheitert.
Alle weiteren wichtigen Nachrichten aus der Sportwelt gibt es im News Update nachzulesen.