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Handball EM News: Die DHB-Stimmen zur Niederlage gegen Spanien

"Spanien hatte mehr Routine im Spiel" - die DHB-Stimmen

Die zahlreichen Corona-Ausfälle kann die deutsche Nationalmannschaft gegen Spanien nicht mehr kompensieren. Im ersten Hauptrunden-Spiel der EM bekommt die DHB-Auswahl vom Titelverteidiger die Grenzen aufgezeigt. Die Stimmen zur ersten Niederlage.

Die deutschen Handballer haben ihr erstes Hauptrundenspiel bei der EM verloren. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason unterlag Titelverteidiger Spanien mit 23:29 (12:14) und kassierte im vierten Turnierspiel die erste Niederlage.

Alfred Gislason (Bundestrainer) ...

... zum Spiel (ARD): "Gratulation an Spanien, sie waren das bessere Team und haben verdient gewonnen. Wir haben alles Mögliche versucht. In den ersten 25 Minuten waren wir gut, später hatten wir dann mehr Probleme gegen eine starke spanische Defensive und einen Top-Torhüter. Wir haben dann lange keinen Treffer erzielt, keine guten Abschlüsse gehabt und die Spanier haben davonziehen können. Danach hat mein Team sein Bestes versucht, aber Spanien hatte mehr Routine im Spiel und haben sich am Ende den verdienten Sieg geholt."

... zum Spiel (Sky): "Wir haben sehr viele technische Fehler gemacht, besonders in den zehn Minuten vor der Pause. Danach haben wir uns eigentlich gute Chancen erarbeitet, aber es war eine überragende Leistung vom spanischen Keeper Perez de Vargas, der hat zehn Minuten lang so gut wie alles gehalten. Wir spielen natürlich gegen eine Mannschaft, die sehr routiniert ist. Besonders die Abwehr ist absolute weltklasse und extrem routiniert - da hatten wir unsere größten Probleme. (...) Meine Jungs haben alles gegeben."

... zu der Belastung mancher Spieler (ARD): "Naja, wenn ich Philipp Weber als Beispiel nehme, er hat sehr viel gespielt, und sicherlich heute keinen guten Tag erwischt. Bei einigen steckt das schon in den Knochen, dass sie seit gestern nur in den Zimmern sein mussten. Köster hat - muss man auch mal zugestehen, Fehler gemacht und viel Leergeld bezahlt. Das war für die, die dazu gekommen sind auch nicht einfach. Paul Drux hat wenig gespielt, Wiede hat es schwer gehabt reinzukommen. Unser Spiel war einfach nicht so flüssig.

"Für uns ist noch alles möglich"

... zum Blitz-Comeback von Christoph Steinert (ARD): "Christoph hatte sich ja gar nicht richtig warmgemacht, weil er erst kurz vor dem Spiel freigetestet war. Als er in die Halle gerannt kam, war das Aufwärmen bereits vorbei, deshalb sollte er sich für die zweite Halbzeit vernünftig warmmachen. Wenn ich ihn kalt von der Straße auf die Platte schicke und er sich dann einen Muskelbündelriss holt, weiß ich was los ist."

... zum Überzahlspiel (ARD): „Das Sieben gegen Sechs hat wirklich gut funktioniert, wir sind zu drei freien Abschlüssen gekommen. Aber letztlich liefert der spanische Keeper überragende Paraden - und am Ende muss der Ball eben ins Tor."

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... zum kommenden Gegner Norwegen (ARD): "Für uns ist noch alles möglich, aber wir müssen einfach von Spiel zu Spiel den Fokus auf den Gegner legen. Die Punkte gegen Polen könnten am Ende wertvoll werden, dafür müssen wir aber die kommenden Partien gewinnen. Norwegen ist eine gute Mannschaft, die nicht optimal ins Turnier gestartet ist. Wir müssen 60 Minuten richtig gut spielen. Ich hoffe auf ein, zwei Rückkehrer, aber das ist noch völlig offen. Und die Taktik richtet sich auch danach, wer zur Verfügung steht."

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Bundestrainer Alfred Gislason im Interview nach der Niederlage gegen Spanien. (Videolänge: 2:07 Minuten)

... zu der beantragten Spielverschiebung (ARD): "Wann hätten wir das Spiel spielen sollen. Dann hätten wir später das Spiel nachholen müssen. In unserer Situation, in der wir sind, wäre es schön gewesen mit den elf Spielern, die in Isolation sind. Aber wir müssen uns jetzt auf Norwegen konzentrieren. Es ist immer noch alles möglich. Wir müssen uns jetzt einfach von Spiel zu Spiel auf die Gegner vorbereiten."

... zu der beantragten Spielverschiebung (Sky): "Das war mir klar, dass die Mannschaft von Spiel zu Spiel weiter denken und alles durchziehen wird - egal wer spielen kann oder nicht. Das wird gegen Norwegen nicht anders sein. Gegen Norwegen muss man gut spielen, wenn man gewinnen will."

Johannes Golla (Kapitän) ...

... zum Spiel (ARD): "Es hätte heute durchaus mehr sein können. Wir wussten, dass eine Topleistung nötig sein wird und ich bin auch der Meinung, dass mit einem besseren Start in die Partie mehr drin gewesen wäre. In der Abwehr waren wir aber häufig zu passiv und haben nicht clever agiert, im Angriff hat über weite Strecken die Durchschlagskraft gefehlt. (...) Spanien macht das aber auch super clever, da passieren auch ein paar Fehler, weil es der Gegner gut drauf anlegt. Wir wissen, dass wir einiges besser machen müssen."

... zum Teamgefüge (ARD): "Wir brauchen diesen Spirit der vergangenen Tage, um diese Niederlage wegzustecken. Es haben uns wieder neue Jungs geholfen, aber es bleibt eine verrückte Situation. Wir wollen schnell wieder besseren Handball zeigen."

Johannes Bitter ...

... zum Spiel (ARD): "Ich bin noch ein wenig angeschlagen, weil ich nicht zufrieden mit dem Spiel und dem Verlauf dessen bin. Aber wir wissen es einzuordnen. Wir suchen keine Ausreden, aber Spanien zählt noch immer zu den Weltklasse-Teams. Anfangs kommen wir noch gut rein, vieles läuft so wie geplant, aber dann sind wir halt nicht clever genug. Und wenn man nicht voll draufgeht, läuft es eben so."

...zu seinem kalten Re-Start im Nationalteam (ARD): "In manchen Situationen spürt man das schon, dann sieht man die Bälle kommen, haut aber daneben, weil man seit drei Wochen keinen mehr gespürt hat. Da fehlt ein wenig Spritzigkeit und es nervt schon, aber wir wissen auch, warum das so ist."

... zum Teamspirit nach dieser Niederlage (ARD): "Es ist alles ein wenig surreal, weil wir nicht noch einmal zusammenkommen können. Ohne zu duschen geht es mit Maske direkt wieder auf die Einzelzimmer bis morgen Nachmittag. So ist es halt. Aber Norwegen ist mit einer guten Leistung machbar und mit einer Niederlage dürfen wir immer noch ein wenig auf die nächste Runde schielen."

Paul Drux ...

... zur Partie (ARD): "Spanien hat heute besser gespielt. Auch wenn wir in der zweiten Hälfte nicht so gut waren, haben wir alles gegeben, was wir konnten. Der Beginn der zweiten Halbzeit war der Schlüsselpunkt des Spiels. Für morgen nehmen wir mit, dass wir uns im Angriff aggressiver zeigen."

... zum kommenden Gegner Norwegen (ARD): "Wir haken dieses Spiel ab, und konzentrieren uns auf morgen. Wir werden uns mit Videostudium weiter vorbereiten, aber wir kennen die Jungs der norwegischen Mannschaft ganz gut. Morgen erwartet uns eine kompakt stehende Abwehr, die nicht ganz so antizipativ ist, wie die der Spanier."

... zu der Corona-Situation bei der EM (Sky): "Das ist ja nicht nur unsere Mannschaft, sondern dass sind ja mittlerweile fast alle Mannschaften, die irgendwo betroffen sind. Und auch wenn sie keine Fälle haben, sind sie ja dann trotzdem irgendwie betroffen. Da muss man sich schon viele Fragen stellen, vor allem im Nachhinein, aber wir haben gesagt, wir versuchen erst einmal weiterzuspielen und hoffen, dass jetzt keine weiteren Nachrichten kommen."

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Christoph Steinert und Paul Drux zur Coronasituation. (Videolänge: 57 Sekunden)

Christoph Steinert ...

... zur Partie (ARD): "Das war unsere schwächste Leistung in diesem Turnier, aber natürlich auch wieder eine wilde Zeit bis zum Anpfiff. Heute sind uns wahnsinnig viele Fehler unterlaufen, wir waren lange nicht wirklich effektiv im Angriff. Da kam einfach zu viel zusammen als das wir bestehen können gegen so eine Mannschaft."

... zum Blitz-Comeback (ARD): "In der Stunde vor dem Spiel hatte ich auf einmal alle Gefühle dieser Welt gleichzeitig. Das war ein echtes Gefühlschaos eine Stunde vor Anpfiff, als ich den Anruf bekommen habe, dass ich fälschlicherweise positiv getestet wurde und alle drei folgenden Tests negativ waren. Ich habe schnell meine Sachen zusammengeklaubt und bin losgesprintet, hatte aber trotzdem einen Großteil der Ausrüstung nicht dabei, weil die Sachen in einem separaten Raum waren, den ich selbstverständlich nicht betreten durfte - deswegen hatte ich nur einen Bruchteil meiner Sportausrüstung."

... zum Anruf, dass er falsch positiv ist (Sky): "Zum einen hab ich mich tierisch gefreut, dass ich den Jungs helfen kann - heute vielleicht nicht so in dem Ausmaß, wie ich es mir gewünscht hätte. Aber vor allen Dingen habe ich unfassbar gerne kein Corona, deswegen war die Nachricht sehr schön."

... zur Schwächung durch die vielen Coronafälle (Sky): "Also wenn uns das nicht schwächen würde, dann hätte die ganze Vorbereitung ja nichts gebracht - die ganzen 15-20 Trainingseinheiten, die wir zusammen hatten, um uns einzuspielen. Selbstverständlich schwächt uns das, aber wir haben sehr gehofft, dass wir das über Kampf und Emotionen wettmachen können. Das ist uns heute leider nur zum Teil gelungen."

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Fabian Wiede im Interview nach der Niederlage gegen Spanien. (Videolänge: 2:00 Minuten)

Fabian Wiede ...

... zum Spiel (Sky): "Wir haben in der ersten Halbzeit wenig Druck aufs Tor bekommen, haben viele Fehlpässe gespielt, wodurch dann Spanien immer die Chance hatte, davon zu ziehen. Perez de Vargas hat viele gute Bälle gehalten, vielleicht haben wir aber auch ein bisschen zu früh geworfen. Da haben wir dann nicht mehr in unser Spiel gefunden. Die Abwehr war nicht mehr so kompakt, wie wir es eigentlich haben wollten. Das müssen wir jetzt analysieren und gegen Norwegen besser machen.(...) Natürlich ist es schwierig für viele Spieler, die jetzt her kommen und kein Training gehabt haben. Trotzdem dürfen uns diese vielen einfachen Fehler nicht passieren. Dafür sind wir alle Profi genug."

... zu einem möglichen Abbruch der EM (Sky): "Viele die auch hergekommen sind, wollen helfen, dafür haben wir uns entschlossen und deswegen wollen wir weiterspielen."

Handball-EM 2022: Alle Infos zu Spielplan, Übertragung & Co.

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Julian Köster ...

... zum Spiel (ARD): "Wir haben in der zweiten Halbzeit schon eine kleine Lehrstunde erteilt bekommen. Anfangs finden wir gut ins Spiel, leisten uns danach aber zu viele leichte Fehler. Das bestrafen die Spanier dann extrem.

... zu den erfahrenen Spaniern (ARD): "Da sind Jungs bei, die schon alles mitgemacht haben und extrem ausgebufft." sind."

... zu Steinerts Blitz-Comeback (ARD): "Das war absolut verrückt. Wir haben erst kurz vor dem Anpfiff erfahren, dass er heute spielen darf."

Jordi Ribera (Bundestrainer Spanien) ...

... zum Spiel: "Es war für uns eine wichtige Partie, die herausfordernd war. Alle haben sehr gut defensiv gearbeitet, auch offensiv waren wir stark. Am Anfang der zweiten Hälfte hatten wir in den ersten zehn Minuten ein sehr hohes Niveau in der Defensive. Die Torhüterleistung hat uns einen Vorsprung eingebracht, den wir bis zum Ende halten konnten, darüber sind wir sehr froh. Jetzt sind Regeneration und Ausruhen sehr wichtig, um für morgen fit zu sein. Wir wünschen den Deutschen alles Gute für das morgige Spiel und den restlichen Verlauf des Turniers."

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