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Handball EM: Deutschland verliert auch gegen Norwegen

Deutscher Halbfinal-Traum schwindet! Auch Norwegen zu stark fürs DHB-Team

Die deutschen Handballer haben ihr zweites Hauptrundenspiel gegen Norwegen 23:28 verloren. Der Medaillentraum rückt in weite Ferne.

Alfred Gislason ließ sich nach der Schlusssirene auf einen schwarzen Stuhl fallen. Lange harrte der Bundestrainer trotz des nächsten EM-Dämpfers aber nicht aus. "Wir haben ein bisschen Lehrgeld gezahlt", sagte der DHB-Coach nach dem 23:28 (12:14) der deutschen Handballer gegen Norwegen. "Ich bin trotzdem stolz auf meine Jungs, sie haben alles gegeben und nie aufgegeben."

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Weber: "Können uns keinen Vorwurf machen"

Nach der zweiten Niederlage binnen 26 Stunden musste jedoch auch Gislason erkennen, dass sein Team das Halbfinale allmählich aus den Augen verliert. Im Kampf um die Teilnahme an der Finalrunde in Budapest steht Deutschland nun mächtig unter Zugzwang. "Es ist schade, aber wir können uns keinen Vorwurf machen", sagte Spielmacher Philipp Weber.

Die unerfahrene deutsche Mannschaft war gegen den EM-Dritten wie schon am Vortag gegen Europameister Spanien (23:29) trotz einer starken kämpferischen Leistung recht deutlich unterlegen. Eine zu schwache Offensive kostete dem von elf coronabedingten Ausfällen gebeutelten DHB-Team die Chance auf eine Überraschung.

Starker Bittner kann Niederlage nicht verhindern

Auch der in der ersten Halbzeit herausragende Torhüter Bitter konnte die verdiente Niederlage nicht verhindern. Die Schwergewichte der Handball-Welt sind momentan einfach eine Nummer zu groß für das völlig neu formierte DHB-Team.

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"Wir werden uns nicht beschweren und weiterarbeiten", sagte Bitter im ZDF. "Norwegen hat eine phänomenale Qualität, wir hatten die erste Reihe eigentlich geknackt. Dann kommt die zweite Reihe und es machen ein paar Leute Tore, die wir nicht eingeplant haben."

Bester Werfer für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) war am Freitag Kapitän Johannes Golla mit vier Toren. Um das Halbfinale noch zu erreichen, braucht das deutsche Team nun dringend zwei Siege - und ist auf Schützenhilfe angewiesen. Verliert die deutsche Mannschaft auch die nächste Partie gegen Vizeweltmeister Schweden am Sonntag (18.00 Uhr/ARD), ist der Medaillentraum schon vorzeitig ausgeträumt.

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Torhüter Johannes Bitter nach der Niederlage im zweiten EM-Hauptrundenspiel gegen Norwegen. (Videolänge: 1:50 Minuten)

Zum Abschluss der Hauptrunde geht es am Dienstag (18.00 Uhr/ZDF) gegen Russland. Die besten beiden Mannschaften der Sechsergruppe ziehen ins Halbfinale ein.

Starker Start des DHB-Teams

Gegen Norwegen konnte Gislason erstmals in diesem Turnier zwei Mal hintereinander die gleiche Mannschaft aufbieten. Wie schon am Vortag gab es keine neuen Coronafälle zu beklagen. Das "erfreuliche Bild", wie DHB-Sportvorstand Axel Kromer es nannte, wurde einzig von den erhöhten Werten bei Julius Kühn getrübt. Das Comeback des Torjägers, der als erster DHB-Spieler während der EM positiv getestet worden war, platzte, weil der PCR-Test "nicht den Voraussetzungen für eine Rückkehr ins Turnier" entsprach.

Die deutsche Deckung mit einem starken Bitter als Rückhalt ließ in den ersten acht Minuten nur zwei Gegentore zu. Vorne funktionierte das Kreisspiel vor 2026 Zuschauern in der Ondreja Nepelu Arena in Bratislava zunächst sehr ordentlich, Kapitän Johannes Golla traf gleich doppelt. Auch im Gegenstoß präsentierte sich Deutschland sehr effektiv.

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Lange Durststrecke für Deutschland

Die Norweger mussten für jedes ihrer Tore hart kämpfen. Der Kieler Starspieler Sander Sagosen wurde von Simon Ernst in der deutschen Abwehr gut bearbeitet, zudem parierte Bitter einen Ball nach dem anderen. Das Problem: In der Offensive fand der Rückraum nur selten Lücken.

Als David Schmidt eine neun Minuten lange Durststrecke ohne deutschen Treffer beendete, war aus einer 6:5-Führung (17.) längst ein Rückstand geworden. "Die Abwehr ist super, vorne machen wir zu viele Fehler", brüllte Gislason in einer Auszeit. Den Isländer frustrierte sichtbar, dass sich seine Mannschaft für ihr starkes Abwehrspiel nicht belohnte.

Sport-Informations-Dienst (SID)

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