Handball-EM: Deutschland bezwingt Spanien & zieht in Hauptrunde ein

Bundestrainer Alfred Gislason eilte nach der bestandenen EM-Nervenprobe der deutschen Handballer auf das Parkett und klatschte seine Schützlinge erleichtert ab.

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Nach dem Debakel gegen Serbien schafft Deutschland doch noch den Sprung in die Hauptrunde. Und das mit 2:0 Punkten! Die DHB-Sieben bezwingt angeführt von den bärenstarken Renars Uscins und Juri Knoor Spanien mit 34:32.

Durch ein überzeugendes 34:32 (17:15) gegen Spanien hat die DHB-Auswahl das historische Vorrunden-Aus abgewendet und neue Hoffnungen auf eine Medaille geweckt. Sogar zwei Pluspunkte nimmt das Team in die Hauptrunde mit.

"Es war alles möglich in der Gruppe. Wir hatten den Glauben an uns, dass wir mit einem klaren Sieg weiterkommen können», sagte Kapitän Johannes Golla im ZDF. "Wir müssen uns aber bei den Österreichern bedanken", ergänzte er mit Blick auf die Schützenhilfe des Nachbarn, der Serbien bezwungen hatte. "Wir haben an uns geglaubt, viele Dinge besprochen und es heute umgesetzt. Jetzt geht es hammerhart weiter. Wir freuen uns drauf."

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Torhüter Wolff: "Super Mannschaftsleistung"

Von einer "super Mannschaftsleistung" schwärmte Torhüter Andreas Wolff. "Ich bin erleichtert und stolz auf die Jungs. Angriff und Abwehr waren überragend", resümierte Gislason. Der stark aufspielende zweite Torhüter David Späth befand: "Wir haben uns vorgenommen, etwas gutzumachen und weiterzukommen. Wir haben es geschafft, das Serbien-Spiel aus dem Kopf zu streichen. Wir zwei Torhüter sind ein Superteam, egal wer auf der Platte steht."

Vor 9.526 Zuschauern in Herning war Renars Uscins mit acht Toren bester Werfer für die deutsche Mannschaft, der ein nach der bitteren Serbien-Pleite drohendes Debakel ein Jahr vor der Heim-WM erspart blieb. In der zweiten Turnierphase geht es am Donnerstag entweder gegen Weltmeister und Olympiasieger Dänemark oder den WM-Vierten Portugal weiter.

Mit 4:2 Zählern lag der Olympia-Zweite in der Gruppe A aufgrund des gewonnenen Direktvergleichs vor den punktgleichen Spaniern und darf bei der Endrunde in Dänemark, Norwegen und Schweden weiter auf die erste EM-Medaille seit dem Gold-Triumph vor zehn Jahren hoffen.

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Sieg hilft auch Gislason

Der Erfolg gegen Spanien sicherte dem Bundestrainer zudem vorerst den Job. Bei einem erstmaligen Scheitern in der Vorrunde wäre Gislason, dessen Vertrag bis nach der WM 2027 gilt, wohl kaum im Amt zu halten gewesen. Der 66 Jahre alte Isländer kann nun im weiteren Turnierverlauf Argumente für sich sammeln.

Die Ausgangslage für das Gruppen-Finale gegen Spanien war klar. Weil Serbien zuvor gegen Österreich mit 25:26 verlor, hätte der DHB-Auswahl bereits ein Remis zum Weiterkommen genügt. Ein Vorteil für die deutsche Mannschaft, die bei einem serbischen Sieg zwingend mit drei Toren Vorsprung hätte gewinnen müssen.

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Bundestrainer spricht über Verhältnis zu Knorr

Gislason hat nach dem wichtigen Erfolg sein gutes Verhältnis zu Juri Knorr betont. "Ich habe überhaupt kein Problem mit ihm, wir sprechen uns regelmäßig aus. Alle werden gefordert, ihre Meinung zu sagen", betonte Gislason im ZDF: "Das war nie ein Problem. Wir haben es sehr gut geschafft, den Druck von der Mannschaft wegzunehmen."

Knorr hatte sich nach dem zweiten EM-Gruppenspiel gegen Serbien (27:30) am ARD-Mikrofon über seine Einsatzzeit beschwert. Beim 34:32 zum Abschluss der Gruppenphase gegen Spanien, mit dem die Deutschen in die Hauptrunde stürmten, glänzte Knorr. Er traf fünf Mal und sprühte in der aufgeheizten Atmosphäre der Jyske Bank Boxen vor Spielfreude.

DHB-Team sofort auf Betriebstemperatur

Für das entscheidende Duell hatte Gislason auf Rune Dahmke und Franz Semper verzichtet und dafür die Berliner Matthes Langhoff und Nils Lichtlein nominiert. Von Beginn an war es eine umkämpfte und spannende Partie, in der das DHB-Team dem Gegner zunächst immer einen kleinen Schritt voraus war. Nach 20 Minuten lag Deutschland beim 12:9 erstmals mit drei Toren vorn.

Großen Anteil daran hatte Torwart-Routinier Wolff mit einigen spektakulären Paraden, die die zahlreichen deutschen Fans zu Jubelstürmen hinrissen. Auch im Angriff agierte die deutsche Mannschaft deutlich effizienter als in den vorherigen Spielen gegen Österreich (30:27) und Serbien (27:30). Vor allem Rückraum-Ass Uscins war von den Spaniern kaum zu stellen.

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Spannung pur bis zum Ende

Auch nach dem Wechsel agierte die DHB-Auswahl im Angriff mit viel Tempo und Zutrauen. Doch der Rivale ließ sich nicht abschütteln. Wie schon im Olympia-Halbfinale 2024, das Deutschland mit 25:24 für sich entschieden hatte, lieferten sich die beiden zweimaligen Europameister ein Duell auf Augenhöhe.

Auf deutscher Seite rückte David Späth nach 40 Minuten für Wolff zwischen die Pfosten, wurde trotz einiger Paraden aber nicht zum X-Faktor. Zehn Minuten vor dem Ende lag Deutschland beim 28:25 dennoch mit drei Toren vorn. Zehn Minuten vor Schluss hieß es 28:25, danach brachte die DHB-Mannschaft den wertvollen Sieg sicher ins Ziel.

dpa

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