WM-Debüt: Algeriens Torhüter Zidane läuft mit einem Kopfschutz auf und erlebt einen unglücklichen Start
Der 28-Jährige sieht bei zwei Gegentoren unglücklich aus. Er hat komplizierte Monate hinter sich.
17.06.2026 | 06:29 Uhr
Für den Sohn von Weltmeister Zinedine Zidane war schon der Anpfiff gegen Argentinien ein echtes Erfolgserlebnis: Noch im April war die WM-Teilnahme für den Torwart Algeriens nach einer schweren Kopfverletzung alles andere als sicher. Ständige Erinnerung auf dem Platz ist der auffällige Kopfschutz, den der 28-Jährige trägt.
Zidane, der wie sein Vater die Staatsbürgerschaften Frankreichs und Algeriens hat und sich für die Heimat seiner Großeltern entschied, war im Spiel des spanischen Zweitligisten FC Granada gegen UD Almería im Frühjahr mit einem Gegenspieler zusammengekracht. Was erst als Gehirnerschütterung diagnostiziert worden war, entpuppte sich als Kiefer- und Kinnbruch. Die WM-Teilnahme war in Gefahr.
Verbandswechsel erst im vergangenen September
Erst im September hatte der Weltverband FIFA einen Antrag von Luca Zidane auf einen Verbandswechsel bewilligt. Beim Afrika-Cup kam der frühere französische Junioren-Nationaltorhüter viermal zum Einsatz. Der Verbandswechsel war möglich, weil Zinedine Zidanes Eltern 1953 von Algerien nach Frankreich auswanderten.
"Mein Vater hat sich gefreut, denn er wusste, dass ich das unbedingt machen wollte. Bei einer Weltmeisterschaft spielen zu können, ist der Traum eines jeden Kindes", sagte Luca Zidane zu seiner Entscheidung. Er habe immer versucht, seinen eigenen Weg zu gehen.
Zinedine Zidane, dreimaliger Weltfußballer, wurde in Marseille geboren und hat ebenfalls beide Staatsbürgerschaften. Luca Zidane spielte für alle französischen Teams von der U16 bis zur U20. 2015 gewann er mit der U17 den EM-Titel.
Verkorkstes WM-Debüt
Das völlig verkorkste WM-Debüt seines Sohnes sah Zinedine Zidane zerknirscht von der Tribüne aus. Drei Gegentore von Superstar Lionel Messi kassierte "Maskenmann" Luca Zidane im Auftaktspiel der Algerier gegen Argentinien (0:3), zweimal machte der 28-Jährige dabei keine gute Figur. Nach komplizierten Monaten hatte sich der junge Torwart den Start in sein WM-Abenteuer ganz anders vorgestellt.
Immerhin: Algeriens Trainer Vladimir Petkovic wollte Zidane zumindest nicht die alleinige Verantwortung geben. "Es ist nicht meine Art, diesem oder jenem Spieler die Schuld zu geben", sagte Petkovic: "Aber wir haben ein paar Fehler zu viel gemacht, indem wir den Argentiniern freie Torschüsse ermöglicht haben."
Und dieser führt ihn (wahrscheinlich) in mindestens zwei weitere WM-Spiele. In Gruppe J stehen die Algerier nach der klaren Auftaktniederlage (0:3) bereits unter Druck, weitere Gegner sind Jordanien und Österreich.
Machtlos und unglücklich
Gegen Argentinien flog Zidane einem nicht unhaltbaren Weitschuss von Messi (17.) vergeblich hinterher, in der zweiten Halbzeit ließ er einen Distanzschuss (60.) unglücklich vor die Füße des WM-Rekordtorschützen prallen. Beim dritten Treffer des argentinischen Superstars (76.) in Kansas City war er dann machtlos.
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