Wie nahe geht Ihnen der Druck, Herr Nagelsmann?
Jetzt wird es ernst! Die deutsche Nationalmannschaft ist im Sechzehntelfinale der WM gegen Paraguay gefordert. Kein Selbstläufer - weiß auch Julian Nagelsmann.
29.06.2026 | 10:07 Uhr
Gerade nach dem schwachen Gruppenabschluss gegen Ecuador sind der Druck und die Erwartungshaltung an das Spiel in Foxborough, Boston, groß. Der Bundestrainer versucht die Diskussionen um seine eigene Person derweil auszublenden.
Aus Boston berichten Kerry Hau und Patrick Berger
"Wenn du gewinnst, ist alles gut. Wenn du verlierst, ist alles Scheiße."
So simpel wie treffend war die Botschaft, die Julian Nagelsmann am Sonntagabend auf der Pressekonferenz im WM-Stadion von Foxborough, Boston, vor dem wichtigen Sechzehntelfinale gegen Paraguay (Montag, 22.30 Uhr) aussandte.
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Es ist mächtig Druck auf dem Kessel - nicht nur für die deutsche Mannschaft, die sich nach der 1:2-Pleite im letzten Gruppenspiel gegen Ecuador in der Bringschuld befindet, sondern auch für den Bundestrainer selbst, über den Fußball-Deutschland - wieder einmal - ausgiebig diskutiert. Vor allem über dessen Aufstellung, über dessen Wechsel und auch über dessen öffentliche Kommunikation.
Nagelsmann deutet Änderungen an
"Was das mit mir persönlich macht? Das ist wie bei jedem Menschen", sagte Nagelsmann in die Runde. "Das können Sie sich selbst beantworten. Und dann ist damit auch, glaube ich, alles gesagt."
Der Bundestrainer gab zu verstehen, dass es ihm nicht um sich selbst gehe. "Es geht mir nur um die Mannschaft und unseren Erfolg. Dass wir gemeinschaftlich das sehr gute Miteinander immer auf den Platz nehmen und alles dafür tun, erfolgreich zu sein." Er habe nicht das Gefühl, "eine Beweispflicht" gegenüber der Nation zu haben - sondern ausschließlich gegenüber seinen Spielern. Und die seien trotz des dürftigen Auftretens gegen Ecuador - der ersten Pleite nach elf Siegen in Folge - auf einem guten Weg und hätte auch im Abschlusstraining einen positiven Spirit hinterlassen.
Personell gebe es laut Nagelsmann "taktische Überlegungen, ein bisschen was zu verändern" - aber auch den Ansatz, "alles identisch zu lassen". Der gegen Ecuador wegen muskulärer Probleme nicht eingesetzte Nathaniel Brown dürfte wohl in die Startelf zurückkehren. Ob Joshua Kimmich Rechtsverteidiger bleibt und ob Deniz Undav vielleicht diesmal von Anfang ran darf, wollte Nagelsmann nicht verraten.
Nagelsmann nimmt Paraguay ernst
"Es geht auch darum, dem gegnerischen Trainer die Arbeit nicht leichter zu machen, als es zwingend sein muss", erklärte der 38-Jährige.
Nagelsmann nimmt Paraguay ernst. Er weiß: Ist gegen den Außenseiter aus Südamerika Endstation, wird noch mehr über ihn und seinen Job gesprochen als ohnehin schon.
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