Superstar Lionel Messi trifft mit Argentinien im WM-Finale auf Lamine Yamal und Spanien

Die Albiceleste könnte die erste Mannschaft seit 64 Jahren sein, der die WM-Titelverteidigung gelingt.

Lionel Messi (l.) und Lamine Yamal (r.) kämpfen am Sonntag um den WM-Pokal.
Image: Lionel Messi (l.) und Lamine Yamal (r.) kämpfen am Sonntag um den WM-Pokal.  © Imago

Das WM-Finale ist auch ein Generationenduell: Gelingt Lionel Messi die ultimative Krönung oder schaffen Lamine Yamal und seine Spanier die Wachablösung?

Lionel Messi kniet vor einer Babywanne. Behutsam wäscht er das sechs Monate alte Kind, hält es dann, eingewickelt in ein weißes Handtuch, im Arm und wirft ihm einen schüchternen Blick zu. "Ich glaube, ich bin seitdem etwas gewachsen. Und Leo auch", sagt Lamine Yamal beim Anblick der ikonischen Bilder, über die vor dem finalen WM-Showdown zwischen Titelverteidiger Argentinien und Europameister Spanien nicht nur die Fußballwelt spricht. Yamal lacht. Das Baby ist er.

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Lionel Messi zieht mit Argentinien nach einem 2:1-Halbfinalsieg über England ins Endspiel der FIFA WM 2026 ein. Nach dem Spiel zeigt sich der Superstar und amtierende Weltmeister stolz auf der Erreichte. Im Finale wartet Spanien.

Jetzt, fast 19 Jahre nach dem legendären Shooting des FC Barcelona für einen UNICEF-Kalender, treffen Messi und Yamal am Sonntag (21:00 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV) erneut aufeinander. Nicht am Fotoset, sondern erstmals auf dem Spielfeld, noch dazu auf der größten aller Bühnen, dem Finale der XXL-WM vor den Toren New Yorks.

Im Jahr 2007 wurde dieses ikonische Bild aufgenommen, wo der damals 20-jährige Messi den sechs Monate alten Lamine Yamal badet.
Image: Im Jahr 2007 wurde dieses ikonische Bild aufgenommen, wo der damals 20-jährige Messi den sechs Monate alten Lamine Yamal badet.  © DPA pa

Zweiter Messi-Titel oder Yamal-Rekord?

Zigtausend Dollar bieten einige Fans im Internet, um beim Generationenduell live dabei zu sein. Zu erleben, wer den Weltpokal aus den Händen von US-Präsident Donald Trump am Ende überreicht bekommt. Wird es Messi, der sich in seinem 34. und wohl letzten WM-Spiel mit dem zweiten Weltmeister-Titel endgültig unsterblich machen kann? Oder Yamal, der mit dann 19 Jahren und sechs Tagen als jüngster Spieler in die Geschichte eingehen würde, der EM- und WM-Trophäe vereinigt?

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Mit einem dramatischen 2:1-Sieg über England sichert sich Argentinien den Einzug ins WM-Halbfinale. Nach dem Spiel übermannten die Spieler die Emotionen. Auf beiden Seiten.

Yamal kann es kaum erwarten. Wie oft hatte Spaniens Zauberfuß, dessen Eltern seinerzeit ausgelost worden waren, ihren Sohn mit dem damals 20 Jahre alten angehenden argentinischen Superstar ablichten zu lassen, es sich als Kind ausgemalt, die WM-Trophäe wie vor ihm schon Pelé, Diego Maradona oder eben Messi in die Höhe zu recken. "Tausend Mal. In meinem Zimmer. Oder als wir Spiele in der Nachbarschaft gewonnen haben. Die WM ist das Größte im Fußball", sagte er. Wie früher Messi spielt auch Yamal inzwischen seit vielen Jahren für Barca - nun kann er sein Idol, "König Leo", sogar vom Thron stoßen.

Erste WM-Titelverteidigung seit 1962?

Die Wachablösung wird kommen, da sind sich die Experten einig. Yamal, dieses schillernde Juwel des Weltfußballs, dieser geniale Instinktfußballer, der Spanien schon vor zwei Jahren als 16-Jähriger zum EM-Titel führte, wird den mehr als doppelt so alten Messi beerben. Doch, geht es nach dem argentinischen Superstar, (noch) nicht am Sonntag. Messi möchte sein Land wie 2022 zum Titel führen und die WM-Bühne als zweimaliger Weltmeister verlassen. Die erfolgreiche Titelverteidigung wäre ein Kunststück, das zuletzt Brasilien 1962 mit Pelé, nicht aber dem legendären Maradona gelang.

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Vorteil Argentinien? Lamine Yamal setzt vor dem WM-Finale mit bandagiertem linken Oberschenkel beim spanischen Training aus.

"Es ist wunderbar, das wieder zu erleben", sagte Messi vor seinem dritten WM-Endspiel nach 2014 und 2022. WM-Finals, betonte der argentinische Volksheld, der schon so viele Titel und Pokale gewonnen hat, hätten nochmal eine "ganz eigene Bedeutung". Zumal es sein erstes Aufeinandertreffen mit Yamal und dessen Spaniern ist. Weil die "Finalissima", ein kürzlich eingeführtes Duell, bei dem der Europameister gegen den Sieger der Copa América antritt, im März in Katar aufgrund des Nahost-Konflikts verschoben wurde, kommt es nun im Big Apple zur Premiere. Messi erwartet ein "sehr ausgeglichenes" Spiel, am Ende setzt er wie viele seiner Landsleute auch auf höhere Mächte: "Möge Gottes Wille geschehen."

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Spaniens Erfolg hat viele Gesichter

Spanien vertraut auf der Jagd nach dem zweiten WM-Titel nach 2010 ganz auf seine Unberechenbarkeit und Teamstärke. War es bei der Albiceleste vor allem Messi, der die Mannschaft mit acht Treffern und vier Vorlagen ins Finale geführt hat, glänzt beim Europameister das Kollektiv. Ob Yamal über rechts oder der ebenfalls erst 19 Jahre alte Pau Cubarsí in der Innenverteidigung, ob Rodri als Pass-Roboter und Taktgeber im Mittelfeld oder Routinier Mikel Oyarzabal im Sturmzentrum - der Erfolg von La Roja hat viele Gesichter.

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Luis de la Fuente steht in seinem zweiten großen Turnier als spanischer Nationaltrainer in seinem zweiten WM-Finale. Das Lob des spanischen Coaches geht dabei direkt an seine Mannschaft.

Zudem verfügt die Seleccion, die inzwischen seit 37 Spielen ungeschlagen ist und ausgerechnet im Finale den Rekord Italiens (2018 bis 2021) knacken könnte, mit Luis de la Fuente über einen Trainer, der im Halbfinale schon den Grandseigneur Didier Deschamps und dessen Franzosen ausgecoacht hat. Die Defensive mit Torhüter Unai Simon, die im Turnierverlauf in sieben Spielen nur ein Gegentor zuließ, ist Furcht einflößend. Und dann ist da ja auch noch das spanische Selbstverständnis: Finals werden nicht bloß gespielt, sondern gewonnen. Das war im bislang einzigen WM-Endspiel vor 16 Jahren so. Auch aus den fünf EM-Finals ging Spanien viermal als Sieger hervor.

SID

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