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PSG News: Schwerer Stand für Ramos, Wijnaldum und Donnarumma

Drei Stars, die ihren PSG-Wechsel noch bereuen könnten

Peer Kuni

14.10.2021 | 19:41 Uhr

Die Sommer-Neuzugänge von PSG: Achraf Hakimi, Georginio Wijnaldum, Gianluigi Donnarumma, Sergio Ramos und Lionel Messi (von links nach rechts).
Image: Die Sommer-Neuzugänge von PSG: Achraf Hakimi, Georginio Wijnaldum, Gianluigi Donnarumma, Sergio Ramos und Lionel Messi (von links nach rechts).  © Imago

Paris Saint-Germain hat im Sommer mit einer Transferoffensive die Weichen Richtung Champions-League-Titel gestellt. Doch im von Superstars überfüllten Kader gibt es zwangsläufig früher oder später auch unzufriedene Spieler, die wenig Einsatzzeiten erhalten.

Lionel Messi, Sergio Ramos, Gianluigi Donnarumma, Georginio Wijnaldum, Achraf Hakimi und Danilo Pereira. Alle haben bereits auf internationaler Bühne große Titel gewonnen. Alle haben im Sommer den Weg unter den Eiffelturm gefunden. Doch nicht alle sind schon richtig bei PSG angekommen.

Während bei den Fans und Pressevertretern hauptsächlich auf Ex-Barca-Ass Messi geachtet wird, hat ein Star-Trio bei PSG aus verschiedenen Gründen bereits früh in der Saison einen schweren Stand. Sky Sport beleuchtet die Situation von Donnarumma, Wijnaldum und Ramos an der Seine.

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1. Gianluigi Donnarumma

Der Italiener hatte einen überragenden Sommer. Mit der Squadra Azzurra gewann Donnarumma bei der EURO 2020 den EM-Titel und feierte seinen ersten großen Erfolg. Der 22-Jährige parierte im Finale gegen England gleich zwei Elfmeter und wurde zum Helden. Donnarumma wurde zudem zum Spieler des Turniers gewählt.

Bei seinem Jugendverein AC Mailand, bei dem er bereits im Alter von 16 Jahren Stammspieler wurde, schlug der 1,96-Meter-Hüne zum Unmut der Tifosi mehrere Angebote zur Vertragsverlängerung aus. PSG nutzte die Gunst der Stunde und schlug zu.

"Ich denke, dass sein Profil als Torhüter und sein Alter ihn zu einem der besten Torhüter der Welt machen", freute sich PSG-Trainer Mauricio Pochettino auf UEFA.com über seinen ablösefreien Neuzugang.

Italiens Torhüter Gianluigi Donnarumma (rechts) erhält die Auszeichnung zum Spieler des Turniers bei der EURO 2020 von UEFA-Präsident Aleksander Ceferin.
Image: Italiens Torhüter Gianluigi Donnarumma (rechts) erhält die Auszeichnung zum Spieler des Turniers bei der EURO 2020 von UEFA-Präsident Aleksander Ceferin.  © Imago

Doch Pochettino setzt den Europameister zumeist auf die Bank. Donnarumma hat bislang nur vier von zwölf Pflichtspiele in dieser Saison absolviert. Keylor Navas hütete in den übrigen Partien das Tor. Der Costa Ricaner ist die Nummer eins bei PSG, Donnarumma nur die zwei.

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Dass sich die Situation kurzfristig zugunsten des Italieners ändert, davon ist erstmal nicht auszugehen. Navas überzeugt seit Jahren mit konstant guten Leistungen und ist äußerst beliebt innerhalb der Mannschaft. Zudem bringt der 34-Jährige reichlich Erfahrung mit, hat als Stammtorwart von Real Madrid bereits dreimal die Königsklasse gewonnen.

Zuletzt sorgten die Aussagen von PSG-Sportdirektor Leonardo für Aufsehen. Der Brasilianer erklärte auf einer Veranstaltung der italienischen Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport, dass Donnarumma kein Wunschspieler in Paris gewesen sei.

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"Wir hatten bis Juni keinen Kontakt mit Donnarumma. Niemals. Wir hatten keinen Plan, ihn zu verpflichten. Als er im Juni immer noch keinen neuen Klub hatte, haben wir uns im Klub zusammengesetzt und entschieden, dass wir ihn holen", erklärte Leonardo und fügte an: "Das war zuvor eigentlich nicht geplant."

Worte, die beim 38-maligen italienischen Nationalspieler nicht sehr positiv ankommen dürften. Denn Donnarumma hatte bei seinem Wechsel noch angekündigt, dass er in Paris "weiter wachsen" und "alles gewinnen" wolle. Passenderweise unterschrieb er einen Vertrag bis 2026.

Auf der Ersatzbank möchte der langjährige Milan-Akteur allerdings nicht versauern. Berater Mino Raiola soll bereits unruhig aufgrund der geringen Einsatzzeiten seines Spielers sein. Sollte sich an diesen nichts ändern, ist auch ein zeitnaher Wechsel oder eine Leihe nicht ausgeschlossen.

Gianluigi Donnarumma (links) hütet bei PSG häufig nur die Ersatzbank.
Image: Gianluigi Donnarumma (links) hütet bei PSG häufig nur die Ersatzbank.  © Imago

2. Georginio Wijnaldum

Im Gegensatz zu Donnarumma war der Niederländer zu Saisonbeginn gesetzt und stand in den ersten vier Ligapartien in der Startelf. Im Anschluss verlor der zentrale Mittelfeldspieler allerdings nach und nach an Minuten.

"Es ist sehr emotional für mich, weil ich einen Freund verliere und ich ihn vermissen werde. Er war nicht nur immer verfügbar, er spielte 90 Prozent der Zeit wirklich, wirklich gut", trauerte Liverpool-Trainer Jürgen Klopp seinem Ex-Spieler Wijnaldum im Sommer hinterher. Die Wertschätzung Klopps lässt die Qualitäten des 30-Jährige erahnen.

Wijnaldum war Stammspieler und Leistungsträger an der Anfield Road. Als Dauerbrenner im Mittelfeld war er maßgeblich am Gewinn der Champions League 2019 sowie am Premier-League-Titel ein Jahr später beteiligt.

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Doch in Paris kann der 83-fache niederländische Nationalspieler noch nicht an seine starken Leistungen in England anknüpfen. Mit Marco Verratti, Idrissa Gueye, Ander Herrera, Danilo Pereira, Leandro Paredes und Julian Draxler hat er zudem große Konkurrenz auf seiner Position.

"Er hat bei Liverpool alles gewonnen, aber er hat immer noch jede Menge im Tank", erklärte PSG-Coach Pochettino, fügte aber auch an: "Wir haben eine Gruppe, in der es die meisten Spieler verdienen, in der Startelf zu stehen. Leider können aber nur elf Spieler beginnen. Diejenigen, die nicht spielen, müssen daran arbeiten, im nächsten Spiel auflaufen zu können. Sie müssen zeigen, dass sie auch das Niveau haben."

Dabei war es Pochettino, der Wijnaldum unbedingt haben wollte. "Er wollte mich schon verpflichten, als er noch bei Tottenham war. Der ganze Verein hat mir das Gefühl gegeben, dass sie mich wirklich wollen. Ich finde das Projekt toll", begründete Wijnaldum seinen Wechsel im Sommer auf der PSG-Klubseite.

Georginio Wijnaldum hat bei PSG derzeit einen schweren Stand.
Image: Georginio Wijnaldum hat bei PSG derzeit einen schweren Stand.  © DPA pa

Nun befindet er sich allerdings in einer für ihn ungewohnten Situation als Rollenspieler. Bislang ging die Entwicklungskurve bei Wijnaldum, der von Feyenoord über Eindhoven und Newcastle in Liverpool landete, stetig bergauf. In Paris, wo der ablösefreie Neuzugang einen Kontrakt bis 2024 unterschrieben hat, erlebt er nun einen Durchhänger.

Auf der Pressekonferenz der niederländischen Nationalmannschaft deutete der 30-Jährige erstmals seinen Unmut an: "Ich kann nicht sagen, dass ich vollkommen glücklich bin. Die Situation ist nicht das, was ich wollte. Ich habe in den letzten Jahren viel gespielt, war immer fit und habe mich auch sehr gut geschlagen. Das ist etwas anderes und daran muss man sich gewöhnen. Ich habe mich sehr auf den neuen Schritt gefreut und dann passiert so etwas. Das ist schwierig."

Wijnaldum will aber "lernen, damit umzugehen" und sich mit Leistungen bei Pochettino aufdrängen. "Ich bin ein Kämpfer. Ich muss positiv bleiben und hart arbeiten, um das Blatt zu wenden", betonte der Mittelfeldstratege.

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3. Sergio Ramos

Als Kämpfer auf dem Platz ist auch der spanische Rekordnationalspieler bekannt. Allerdings konnte Ramos seine Fähigkeiten bislang noch gar nicht im Prinzenpark zeigen. Der 35-Jährige hat aufgrund hartnäckiger Verletzungen noch keine Minute für PSG gespielt.

Sein letzter Auftritt war am 5. Mai in der Champions League. Damals stand Ramos für Real Madrid bei der 0:2-Rückspiel-Niederlage im Halbfinale gegen den späteren Champion FC Chelsea an der Stamford Bridge auf dem Feld. Seitdem plagt er sich mit Wadenproblemen herum. Zuvor litt Ramos schon an einer Sehnenreizung, einer Muskelverletzung sowie einer Corona-Erkrankung.

"Die Verpflichtung von Ramos war keine gute Idee von PSG. Als er ankam, sagten wir alle, dass er mit seiner Aura die Mentalität der Umkleidekabine ändern würde. Aber im Moment ist das nicht positiv. Er wird mehr für die Mannschaft auf den Platz bringen müssen. Sonst ist es nutzlos, ihn zu haben", schimpfte Ex-PSG-Spieler Jerome Rothen gegenüber dem französischen Radiosender RMC.

Sergio Ramos ist bislang noch ohne eine Pflichtspielminute im Trikot von Paris Saint-Germain.
Image: Sergio Ramos ist bislang noch ohne eine Pflichtspielminute im Trikot von Paris Saint-Germain.  © DPA pa

Dabei weckte die ablösefreie Verpflichtung des Weltmeisters von 2010 große Hoffnungen bei den PSG-Fans. Schließlich zählt Ramos mit seiner Titelsammlung zu den erfolgreichsten Spielern überhaupt. Allein viermal stemmte er bereits den Henkelpott in die Höhe. Ein Ziel, wovon sie in Paris träumen.

"Sie haben bereits im Champions-League-Finale gespielt, sie stehen kurz davor, die Trophäe zu gewinnen, und das reizt mich. Es kann nur die perfekte Ehe sein", erklärte Ramos bei seiner Vorstellung. Der zweimalige Europameister unterzeichnete ein Arbeitspapier über zwei Jahre. Ramos will mit aller Macht seinen fünften Titel in der Königsklasse holen.

PSG-Trainer Pochettino betonte, dass Ramos dem Team mit "seiner Erfahrung und seiner Leistungsfähigkeit helfen kann". Dafür muss der 35-Jährige allerdings erst einmal fit werden. Wie sein Verein allerdings in den sozialen Medien mitteilte, fällt der Routinier weiter aus und trainiert ausschließlich individuell.

Allerdings müsste sich Ramos nach seiner langen Ausfallzeit auch erst mal beweisen, wenn er wieder zurück ist. Auf Dauer muss er sich im Abwehrzentrum mit Marquinhos und Presnel Kimpembe messen lassen, die unter Pochettino in der Innenverteidigung bislang als gesetzt galten.

"Vielleicht unterscheidet sich die heutige Realität bei Ramos von der von 2014. Diese Fußballer sind Meister ihres Fachs, aber sie müssen sich an diese Realität gewöhnen und versuchen, auf ihr bestes Niveau zu kommen", meinte der PSG-Coach kürzlich vielsagend in der spanischen Fernsehsendung Universo Valdano auf Movistar.

Die Realität für Ramos, Wijnaldum und Donnarumma bedeutet erst einmal, dass sie sich hinten anstellen müssen. Die sportliche Klasse hat das Star-Trio allemal. Nun müssen sie unter Beweis stellen, dass sie sich auch aus einer ungewohnten sowie unbequemen Situation herauskämpfen können.

Ansonsten wird das Trio bei PSG zu den Verlierern zählen und könnte den Wechsel in die französische Hauptstadt noch bereuen.

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