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Premier League: Gerrards Rückkehr nach Liverpool: Klopp mit bemerkenswerter Aussage

Gerrard-Rückkehr zu den Reds: Klopp trifft bemerkenswerte Aussage

Steven Gerrard kehrt nach Anfield zurück.
Image: Steven Gerrard kehrt nach Anfield zurück.  © Imago

Liverpool-Legende Steven Gerrard kehrt als Trainer von Aston Villa an die Anfield Road zurück. Reds-Coach Jürgen Klopp sorgt im Vorfeld mit einer Aussage für Aufsehen.

Für Steven Gerrard wird es ein ungewohntes Gefühl sein, wenn er am Samstag auf der gegnerischen Trainerbank an der Anfield Road Platz nehmen wird. Schließlich trug er als Spieler 710-mal das Trikot des FC Liverpool. Er gewann die Champions League, zweimal den FA Cup, dreimal den League Cup und den UEFA-Cup während seiner langen Spielerkarriere bei den Reds.

Nun gastiert er erstmals als Premier-League-Coach mit Aston Villa beim Team von Jürgen Klopp (LIVE & EXKLUSIV AB 15:30 UHR AUF SKY SPORT 1). Während die Trainerkarriere von Klopp auf dem Zenit ist, geht der Stern von Gerrard gerade erst so richtig auf. Und doch verbindet die beiden so einiges.

Klopp mit besonderer Beziehung zu Gerrard

Es war Klopp, der Gerrard seinen ersten Job als Trainer in der Jugend der Reds verschaffte. Das war 2017, danach arbeitete sich der Engländer sukzessive hoch. Von der U18 der Reds über das Youth-League-Team kam er zu seiner ersten Profistation als Coach: den Glasgow Rangers.

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Sky Experte Erik Meijer über Steven Gerrard, den neuen Trainer von Aston Villa. (Videolänge: 1:27 Minuten)

Dort stand er von 2018 bis 2021 mehr als drei Jahre lang als Chef an der Seitenlinie. Mit den Schotten holte er in 192 Spielen einen Punkteschnitt von 2,15 und bescherte den Rangers den ersten Meistertitel seit 2011.

Ex-Schalker beschreibt Gerrards Erfolgsgeheimnis

Gerrards Erfolg in Glasgow kam nicht von ungefähr. Der frühere Schalker Peter Lövenkrands (von 2006 bis 2009 als Spieler bei S04) war unter Gerrard Jugendtrainer bei den Rangers und erinnert sich an die Anfänge des Engländers. "Die Organisation und die Art und Weise, wie er seine Aufgaben plant und delegiert, hat zusammen mit seinem fantastischen Trainerteam um Michael Beale und Gary McAllister im Hintergrund einen großen Unterschied gemacht", erklärte Lövenkrands im Scottish Football Podcast von Sky Sports.

Er vergleicht Gerrards Stil mit dem von Rafael Benitez, unter dem Gerrard die Champions League gewann und den er einst als "Master of tough love" titulierte. Während Benitez allerdings dafür bekannt ist, jeden Aspekt des Trainings bis ins letzte Detail durchzuplanen, delegiert Gerrard einige Aufgaben auch an andere.

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Begeisternder Offensivfußball

Der Engländer regte bei den Rangers zudem Verbesserungen der Infrastruktur an. Die Trainingsgebäude und Plätze wurden modernisiert. Zudem hat Gerrard den Rangers einen neuen Spielstil verpasst. Auf dem Weg zum Titel in der letzten Saison blieb das Team ungeschlagen, spielte begeisternden Offensiv-Fußball, kassierte aber auch nur 13 Gegentoren in 38 Spielen.

Die Rangers erdrückten ihre Gegner unter Gerrard im Ballbesitz und jagten ihnen die Kugel blitzschnell mit hohem Pressing wieder ab. Die Entwicklung des Trainer-Juwels blieb nicht unbemerkt. Nachdem Dean Smith Anfang November bei Aston Villa seinen Hut nehmen musste, wurde Gerrard kontaktiert und sagte zu.

Gerrard mit Top-Start bei Aston Villa

Der Klub aus Birmingham lag zu diesem Zeitpunkt mit zehn Punkten aus elf Partien nur knapp vor den Abstiegsplätzen. Das hat sich nun geändert. Mit Gerrard kam der Erfolg. Der 41-Jährige holte aus vier Spielen drei Siege gegen Brighton & Hove Albion, Crystal Palace und Leicester City. Lediglich gegen Manchester City setzte es eine 1:2-Pleite.

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Premier League, 15. Spieltag: Aston Villa gewinnt gegen Leicester City. (Videolänge: 2:59 Minuten)

Die Erwartungen bei Villa sind groß. Der Verein hat es seit 2010/11 am Saisonende nicht mehr in die obere Hälfte der Tabelle geschafft. Das verwundert ein wenig, denn es wurde groß investiert. Mit Emiliano Buendia, Leon Bailey und Danny Ings wurden im Sommer drei Top-Spieler geholt, die Gerrard nun in die Spur bringen soll.

Nur Arsenal und United mit mieserer Transfer-Bilanz

Seit Sommer 2019 gab der Verein mehr als 350 Millionen Euro aus. Zwar wurden durch den Verkauf von Jack Grealish an Manchester City auch rund 120 Millionen Euro in die Kasse gespült, doch wenn man Einnahmen gegen Ausgaben seit 2019 rechnet, haben in der Premier League nur Manchester City, Arsenal und Manchester United ein größeres Minus aufzuweisen.

Transfer-Bilanz der Premier-League-Klubs seit 2019/20*

Verein Ausgaben Einnahmen Bilanz
Manchester United 458,60 Mio. Euro 130,78 Mio. Euro -327,82 Mio. Euro
FC Arsenal 412,00 Mio. Eruo 103,70 Mio. Euro -308,30 Mio. Euro
Manchester City 453,82 Mio. Euro 186,45 Mio. Euro -267,37 Mio. Euro
Aston Villa 360,67 Mio. Euro 132,77 Mio. Euro -227,90 Mio. Euro

"Der Torwart (Emiliano Martinez) ist so gut wie jeder andere in der Premier League, wenn man mal von den Superstars Ederson und Alisson Becker absieht. Dann gibt es noch Ollie Watkins im Sturm, John McGinn im Mittelfeld und Matty Cash als Rechtsverteidiger. Außerdem haben sie Danny Ings sowie die Neuzugänge Bailey und Buendia, für die sie viel Geld ausgegeben haben. Ich denke, dass der Kader zu den Top 10 gehören sollte", schätzt Sky UK Experte Jamie Carragher ein.

Klopp traut Gerrard Liverpool-Job zu

Nun geht es für Gerrard gegen Liverpool und seinen einstigen Förderer Klopp. Der traut ihm Großes zu. Gefragt, ob Gerrard eines Tages Trainer bei Liverpool wird, sagte Klopp: "Ja, das denke ich absolut."

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Der Deutsche nennt aber zugleich ein mahnendes Beispiel. Der Fall Frank Lampard beim FC Chelsea hat gezeigt, wie schwierig es sein kann, als Vereinslegende den Herzensklub zu trainieren. Klopp fragt deshalb zurecht, wann der richtige Zeitpunkt gekommen sei für Gerrard, um die Reds zu übernehmen. "Alles, was Stevie bis jetzt angepackt hat, sieht gut aus und läuft absolut in die richtige Richtung", erklärt der Ex-Mainzer und ergänzt: "Ich sehe kein Szenario, in dem ich in diese Entscheidung involviert bin, um ehrlich zu sein. Aber wer weiß, was die Zukunft bringt? Wir werden sehen."

Zunächst einmal hat Gerrard am Samstag die Chance, sich mit einer guten Vorstellung seines Teams für noch höhere Aufgaben zu empfehlen. Klopp fühlt sich ob des Gastspiels von Gerrard in Liverpool an seine eigene Vergangenheit erinnert.

Klopp mit Anekdoten-Feuerwerk auf PK

"Ich hatte das in ähnlicher Weise bei meiner ersten Rückkehr nach Mainz und dann in Dortmund, das ist komisch. Du magst all die Leute, die du triffst, wenn du am Stadion ankommst, was nicht oft der Fall ist, wenn du woanders hinfährst. Aber ich habe das gemanagt und Stevie wird es auch managen."

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Einmal richtig in Fahrt packte Klopp auf der Pressekonferenz noch eine weitere Anekdote aus. "Vor dem Händeschütteln und nach dem Händeschütteln, dazwischen wird Vollgas gegeben. Ich erinnere mich, als Dortmund in Mainz getroffen hat, habe ich meine ganze Mainzer Vergangenheit vergessen und gefeiert wie verrückt. Also denke ich, dass er (Gerrard) das auch darf. Ich hoffe nur, dass er keinen Grund dazu hat."

Gerrard bewahrt kühlen Kopf

Gerrard sieht seine Rückkehr nach Anfield etwas nüchterner als Klopp. "Es zaubert mir ein Lächeln in mein Gesicht, weil ich die Chance habe, um dort hinzufahren und gegen ein gutes Team und einen guten Coach zu spielen und zu versuchen, das Spiel zu gewinnen. Das ist das Einzige, worauf ich mich fokussiere."

Der 41-Jährige könnte ganz gut damit leben, wenn er für eine Weile nicht mehr Everybody's Darling bei seinem Ex-Klub wäre. "Wenn ich im Bus sitze, auf der M6 in Richtung Birmingham zurückfahre und nicht der beliebteste Mann in Anfield bin, dann soll es so sein." Eine bemerkenswerte Aussage, die aber bei Gerrards bisherigem Werdegang nicht verwundert.

Mehr zum Autor Thomas Goldmann

*Datenquelle: transfermarkt.de

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