Klopp attackiert Trump und Infantino: "Das stellt alles infrage"
Nach der umstrittenen Aufhebung der Balogun-Sperre bei der WM 2026 erhebt Jürgen Klopp schwere Vorwürfe gegen Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino. Berichte über eine politische Einflussnahme sorgen für Wirbel.
06.07.2026 | 10:10 Uhr
"Wenn das wirklich Trump und Infantino miteinander ausgemacht haben, das ist verrückt, das stellt alles infrage", sagte der 59-Jährige, DFB-Wunschkandidat für die Nachfolge von Julian Nagelsmann, bei MagentaTV.
"Diese beiden Menschen, die beide von Fußball keine Ahnung haben, sollten gar nichts damit zu tun haben. Das ist unser Spiel, nicht deren Spiel."
Am Sonntag hatte die FIFA die Sperre für US-Stürmer Folarin Balogun aus dem WM-Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina (2:0) zur Bewährung ausgesetzt. Balogun ist damit am Montagabend (Ortszeit) im Achtelfinale der USA gegen Belgien spielberechtigt. Laut AFP und der New York Times rief US-Präsident Donald Trump persönlich bei FIFA-Chef Gianni Infantino an, um ihn um eine Überprüfung der Roten Karte zu bitten.
Klopp reagiert mit scharfer Kritik
"Da gibt es gar keine zwei Meinungen. Wenn es tatsächlich so war: Da gibt es immer noch die Möglichkeit, dass die USA ihn trotzdem nicht aufstellen, weil sie sagen: 'So wollen wir das nicht haben'", sagte Klopp: "Wir leiden alle unter Fehlentscheidungen. Trotzdem lernen wir alle im Laufe des Lebens, damit zu leben. Und das ist ganz einfach eine Tatsachenentscheidung."
"Schlechte Entscheidung, die der WM schaden wird"
Norwegens Nationaltrainer Stale Solbakken sprach dagegen von einem "großen Fehler" der FIFA. Es sei "eine schlechte, schlechte, schlechte Entscheidung, die der WM schaden wird", sagte er nach dem Viertelfinaleinzug der Norweger gegen Brasilien (2:1): "Es tut mir auch leid für die USA. Wenn sie gewinnen, wird es immer in der Schwebe hängen. Das ist nicht gut für den Sport."
Solbakken ist der Ansicht, dass die Entscheidung einen gefährlichen Präzedenzfall schaffe. "Was ist mit der nächsten Roten Karte? Was passiert dann? Wird es künftig irgendwo ein Gremium geben, das solche Karten einfach wieder aufhebt?", fragte Solbakken.
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