Jetzt spricht Nmecha! Der DFB-Star im Sky Sport Interview
Beim 7:1-Auftaktsieg bei der WM gegen Curacao eröffnete Felix Nmecha den Torreigen mit seinem sehenswerten Treffer zum 1:0.
18.06.2026 | 09:00 Uhr
Im exklusiven Interview mit Sky Sport spricht der DFB-Star unter anderem über die Zeit im Teamquartier in Winston-Salem, die große WM-Bühne, das Lob von Julian Nagelsmann und Joshua Kimmich sowie über sein persönliches Trainingslager in Portugal.
Sky Sport: Wir befinden uns hier auf dem Gelände des Graylyn Estate in Winston-Salem, dem Teamquartier der Mannschaft. Es wirkt sehr ruhig und entspannt. Wie gefällt es Ihnen hier?
Felix Nmecha: Es ist definitiv schön hier. Es ist einfach, hier den Fokus zu behalten. Das Wetter passt und wir genießen die Zeit hier.
Wo verbringen Sie die meiste Zeit, am Pool oder im Spielraum?
Wir haben eine Players Lounge, in der wir viel Zeit verbringen. Dort spielen wir zum Beispiel Uno und andere Spiele. Aber wir sind auch oft auf den Zimmern, weil es sehr heiß ist.
Mit dem 7:1-Auftaktsieg gegen Curacao, an dem Sie maßgeblich beteiligt waren, hat Deutschland ein Statement gesetzt. War das das Zeichen an die Welt: Mit uns müsst ihr rechnen?
Ich glaube, dass wir es sehr gut gemacht haben. Statements kann man so früh im Turnier noch nicht setzen. Aber wir haben definitiv ein gutes Spiel gezeigt und darauf können wir aufbauen.
In Ihrem ersten WM-Spiel haben Sie gleich getroffen und ein Tor vorgelegt. Haben Sie gemerkt, dass die Bühne noch größer ist als in der Bundesliga oder der Champions League?
(grinst) Ja, das spürt man schon. Trotzdem hatte ich mir vorgenommen, das Spiel wie jede andere Partie anzugehen. Ich war komplett fokussiert, das muss man bei seinem ersten WM-Spiel auch sein. Es war ein sehr schönes Erlebnis.
Nach dem Spiel gab es eine besondere Geste: Sie haben gemeinsam mit Jonathan Tah und den gegnerischen Spielern von Curacao am Mittelkreis gebetet. Die Bilder gingen um die Welt und haben Wellen geschlagen. Wie kam es zu der Aktion?
Ich kenne einen Spieler von Curacao: Kenji Gorre. Schon vor dem Spiel hatten wir vereinbart, dass wir danach zusammenkommen wollen, unabhängig vom Ergebnis, um zu zeigen, dass wir Brüder in Christus sind und es im Leben mehr gibt als Fußball. Gemeinsam beten zu können, ist etwas sehr Schönes. Auf dem Platz ist man Gegner und kämpft gegeneinander, danach ist man aber Familie in Christus. Ich wollte Kenji und den Jungs von Curacao dafür danken, denn so etwas ist nach einer Niederlage nicht selbstverständlich. Das war ein sehr besonderer Moment.
Sie bekommen derzeit viel Lob. Julian Nagelsmann nannte Sie "Weltklasse", Joshua Kimmich nannte Sie als talentiertesten Spieler im Team und Lothar Matthäus findet, dass Sie einer der besten Box-to-Box-Spieler der Welt sind. Löst so viel Lob Druck bei Ihnen aus?
Ich würde nicht von Druck sprechen. Natürlich ist es schön, solche Worte vom Trainer, von Mitspielern oder einer Legende zu hören. Ich versuche aber, mich nicht zu sehr damit zu beschäftigen, weil man sonst den Fokus verlieren kann. Trotzdem bin ich allen für die positiven Worte sehr dankbar. Das motiviert mich, mich weiter zu verbessern.
Vor dem Abflug in die USA gab es nach unseren Informationen ein Gespräch in Herzogenaurach zwischen Ihnen und Nagelsmann. In diesem soll er Ihnen klar zu verstehen gegeben haben, dass Sie ein Schlüsselspieler sind. Spüren Sie sein Vertrauen?
Ja, definitiv. Ich spüre das Vertrauen des Trainers. Für einen Spieler ist es enorm wichtig, wenn der Trainer an ihn glaubt und auf ihn setzt. Ich versuche, dieses Vertrauen mit Leistungen zurückzuzahlen und immer mein Bestes zu geben.
Der Kicker hat sich gefragt, ob Felix Nmecha selbst eigentlich weiß, wie gut er ist. Weiß er das?
(lacht) Ich weiß schon, was ich kann und was für ein Spieler ich bin. Ich habe großes Vertrauen in mich selbst und in die Gabe, die Gott mir gegeben hat. Das galt auch in Phasen, in denen ich noch nicht auf dem höchsten Niveau gespielt habe. Ich bin sehr dankbar für den Weg, den ich bisher gegangen bin. Deshalb würde ich sagen: Ja, ich glaube an mich.
In welchen Bereichen haben Sie sich am meisten verbessert?
Mit den Jahren sammelt man Erfahrung. Vor allem in der Arbeit gegen den Ball habe ich viel dazugelernt. Zuletzt habe ich bei Dortmund oft eine defensive Rolle gespielt. Grundsätzlich möchte ich mich in allen Bereichen immer weiterentwickeln.
Sie haben nach der Bundesliga und vor der WM keinen Urlaub gemacht, sind stattdessen in ein Trainingslager an die Algarve gereist. Extra-Einheiten statt Urlaub. Wenn man sich über Sie umhört, heißt es: Felix Nmecha ist enorm professionell. Wieso ist Ihnen das so wichtig?
Ich möchte so viel wie möglich in mich und meinen Körper investieren. Einige Wochen vor der WM war ich verletzt und hatte das Gefühl, dass ich weiter trainieren und arbeiten muss. Ich wollte spielen, trainieren und mich optimal vorbereiten. Deshalb habe ich in Portugal zusätzliche Einheiten absolviert. Mental macht es einen großen Unterschied, wenn man weiß, dass man alles getan hat und sich gut vorbereitet fühlt. Ich hoffe, dass mir das auf jedem weiteren Schritt hilft.
Eine kleine Schnellfragerunde zum Abschluss: Deutschland wird Weltmeister und Sie machen im Anschluss einen langen Roadtrip durch die USA. Wen würden Sie mitnehmen?
Gute Frage. Ich würde Malick (Thiaw) definitiv mitnehmen und vielleicht auch Toni (Rüdiger).
Wer ist der Liebling der Mannschaft?
Assan (Ouedraogo), ganz klar. Alle lieben Assan. Er ist ein unglaublich netter Kerl und dazu ein sehr guter Spieler.
Wer wird Torschützenkönig?
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