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Gladbach News. Lothar Matthäus und Didi Hamann über Max Eberl

Matthäus nach Eberl-Rücktritt: "Man muss ihm einfach danken!"

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Sky Experte Lothar Matthäus spricht über das emotionale und überraschende Eberl-Aus bei Borussia Mönchengladbach (Videolänge: 2:29 Min.).

Am Freitag verkündete Max Eberl seinen Abschied bei Borussia Mönchengladbach. Der Fohlen-Macher will sich dem Druck auf der Position nicht länger aussetzen und erntet für diese mutige Entscheidung viel Anerkennung von den Sky Experten Lothar Matthäus und Didi Hamann.

Auf einer ebenso denkwürdigen wie emotionalen Pressekonferenz erklärte Eberl offiziell, dass nach 23 Jahren bei der Borussia erstmal Schluss für ihn ist. Der 48-Jährige kehrt seinem Herzensklub den Rücken zu und wird sich vorerst komplett aus dem Sportgeschäft zurückziehen.

"Wenn irgendeiner glaubt, dass ich das mache, weil ich einen Vereinswechsel möchte, vergesst das bitte. Ich will einfach raus. Ich will die Welt sehen, will Spaß haben, will einfach Max Eberl sein. Ich will raus aus dem Fußball. Das ist der Grund, warum ich diese unfassbar schwere Entscheidung getroffen habe", begründete Eberl seinen Rücktritt unter Tränen und erklärte, dass der mit dem Job einhergehende Druck und die nie endende Arbeit auch gesundheitlich nicht spurlos an ihm vorbeigehen würden.

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Max Eberl begründet seinen Rücktritt als Sportdirektor bei Borussia Mönchengladbach. Er sei erschöpft und müde und habe aktuell keine Kraft mehr für den Fußball (Videolänge: 5:02 Minuten).

Matthäus dankt Eberl - Hamann zieht seinen Hut

Diese offenen Worte und diese mutige Entscheidung, die in einem solchen Rahmen alles andere selbstverständlich sind, maßen auch ehemaligen Weggefährten Respekt ab. "Ich kenne den Max seit knapp 40 Jahren. Ich habe schon als 10-Jähriger gegen ihn gespielt. Als ich zu Bayern kam auch einige Jahre mit ihm", erklärt Sky Experte Didi Hamann und lobt: "Der Max war immer ein Kämpfer. […] Man hat glaube ich gesehen, wie schwer ihm diese Worte heute gefallen sind. Aber man muss das akzeptieren und respektieren. Ich muss den Hut vor ihm ziehen, wie offen er mit der ganzen Sache umgegangen ist."

Auch der ehemalige Gladbach-Profi und Sky Experte Lothar Matthäus erkennt die einzigartige Arbeit des Sportdirektors an, der den Verein in den vergangenen Jahren enorm geprägt hat. "Max hat in den letzten 10, 15 Jahren in verschiedenen Positionen Wahnsinniges für die Borussia geleistet. Es war lange eine reine Erfolgsgeschichte. Deswegen muss man als ehemaliger Spieler von Borussia oder als Fan Max Eberl für den Einsatz, die Entscheidungen, die er getroffen hat und die Leidenschaft, die er an den Tag gelegt hat, einfach danken", meint Matthäus.

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Sky Experte Didi Hamann zieht den Hut vor Max Eberl, der am heutigen Freitag seinen Rücktritt bei Borussia Mönchengladbach bekannt gegeben hat (Videolänge: 2:50 Min.).

Bei Gladbach häufen sich die Probleme

Hinter den Gladbachern und auch Eberl liegt ein turbulentes Jahr, die Einkehr von Ruhe ist derzeit noch nicht abzusehen. Im Frühjahr der vergangenen Saison verkündete Marco Rose seinen Sommer-Wechsel zu Borussia Dortmund. Es hagelte Kritik der Fans, sportlich ging es danach stetig bergab. Aktuell stehen die Fohlen auf dem 12. Tabellenrang lediglich drei Punkte vom Relegationsplatz entfernt.

Die Stimmen gegen einzelne Spieler, den aktuellen Trainer Adi Hütter und die Gesamtsituation werden lauter. Obendrein verkündeten die Leistungsträger Denis Zakaria und Matthias Ginter ihren ablösefreien Abschied im Sommer. Probleme und Druck für Gladbach, Probleme und Druck für Eberl.

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Großer Druck durch sportliche Lage - Kritik an Sozialen Medien

"Es war einfach zu viel. Die ganze Zeit unter Druck zu stehen und von Montagmorgen bis Sonnntagabend Entscheidungen zu treffen. Sehr viel Arbeit, Stress und Druck - das zehrt natürlich", gibt Matthäus zu bedenken, der vollstes Verständnis für die Rücktritts-Entscheidung von Eberl aufbringen kann: "Als er sich damals schon vier, fünf Wochen rausgenommen hat, war das ein erstes Zeichen. Deshalb ist es nicht so verwunderlich, dass er jetzt auch die Reißleine gezogen hat."

Für Hamann gehört zu all dem sportlichen Druck, den die aktuelle Misere mit sich bringt, auch das Gesamtkonstrukt Medien und vor allem die Sozialen Medien. Ungefilterte Beiträge, teils mehr als nur kritisch, seien in Summe nicht leicht wegzustecken. "Es ist wahrscheinlich sehr viel schwerer, heute einen Verein zu führen. Durch die Sozialen Medien wird alles beäugt", meint der Sky Experte, der sich daran erinnert, dass zu seiner aktiven Zeit lediglich zwei, drei Zeitungen über einen berichtet hätten.

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Sky Experte Didi Hamann spricht im Interview mit Sky Sport News über das überraschende Aus von Max Eberl in Gladbach und kritisiert in dem Zuge die sozialen Netzwerke (Videolänge: 1:20 Min.).

"Heute ist eine Meldung nach fünf Minuten auf der ganzen Welt präsent und publik. Das erhöht natürlich den Druck. Ich glaube, das ist keine Diskussion um den Fußball. Das haben wir auch bei Felix Zwayer gesehen. Wir sind alle in der Verantwortung, uns gegen diese Hetze, die Anschuldigungen und Beschuldigungen im Netz zu wehren", fordert Hamann deutlich.

Mannschaft in schwerer Phase nun gefragt

Und wie geht es nun sportlich bei der Borussia weiter, die mit der Schock-Nachricht von Eberls plötzlichem Rücktritt den nächsten Tiefschlag kassieren musste? "Wenn nicht jetzt, wann dann?", meint Matthäus, der nun auf starken Charakter in der Mannschaft hofft: "Jetzt muss die Leidenschaft auf die Mannschaft überspringen. Emotionalität ist jetzt gefragt - auch in den Ansprachen des Trainers. […] Die Mannschaft ist gefordert mit Leidenschaft und Einsatz, um einfach alles zu geben für die Borussia."

Für Hamann wiederum steht fest, dass die Spieler und Leader um Ginter, Kramer, Sommer und Co. nun nicht nur für die Borussia, sondern auch ihren abwandernden Sportdirektor alles geben müssen: "Ich bin mir sicher, dass alle den Karren aus dem Dreck ziehen wollen, auch für den Max jetzt. All diese Spieler hat er geholt und davon sind ihm viele zu Dank verpflichtet."

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Lothar Matthäus nimmt nach dem überraschenden Aus von Max Eberl in Gladbach nun die Mannschaft und die Führungsspieler in die Pflicht (Videolänge: 1:48 Min.).

Hamann: "Verlieren großartigen Manager und großartigen Menschen"

Doch auch wenn noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft geht und alle Gladbacher den bitteren Eberl-Abgang gut verarbeiten können, steht dennoch außer Frage, dass Eberl in vielerlei Hinsicht eine Lücke hinterlässt. Nicht nur beim Traditionsklub selbst, sondern in der ganzen Liga und Fußballwelt.

"Man kann Max nur alles Gute wünschen. Wir verlieren - für einen Zeitraum - einen großartigen Manager und einen großartigen Menschen", fasst Hamann die Folgen der Pressekonferenz zusammen. Und damit ist wohl alles gesagt.

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