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FC Schalke 04 News: Die Gründe für den Höhenflug

Linke Waffe & Stevens-Mantra: Auf Schalke wächst etwas zusammen

Robin Schmidt

28.10.2021 | 21:23 Uhr

Ein Höhenflug in Blau und Weiß: Der FC Schalke 04 klettert mit dem vierten Zu-Null-Sieg in Folge erstmals in dieser Saison auf einen direkten Aufstiegsplatz. Sky Sport nennt die Gründe für den Aufschwung.

Eine feiernde Schalker Mannschaft vor einer voll besetzten Nordkurve - diese Bilder hat es in der Veltins-Arena lange nicht gegeben. Am Samstagabend war es mal wieder soweit. Nach dem 3:0-Heimsieg gegen Dynamo Dresden ist der Bundesliga-Absteiger auf Platz zwei geklettert und steht damit erstmals in dieser Saison auf einem direkten Aufstiegsplatz.

"Mit der Stimmung hier im Stadion, die fantastisch war, macht es natürlich sehr viel Spaß", erfreute sich Trainer Dimitrios Grammozis am Sky Mikro. Seine Mannschaft hat sich nach einem holprigen Saisonstart mit dem vierten Zu-Null-Sieg in Serie in der Spitzengruppe etabliert. Das Puzzle des neuen Schalke fügt sich immer mehr zusammen, Sky Sport beleuchtet die Gründe für den blau-weißen-Höhenflug.

DIE GEGNER

Im Vorfeld der Partien gegen die drei Aufsteiger Hansa Rostock, FC Ingolstadt und Dynamo Dresden sowie beim sich im unteren Mittelfeld befindenden Hannover 96 war klar, dass Schalke aus diesen vier Spielen zehn bis zwölf Punkte benötigt, um den Anschluss nach oben herzustellen und dem eigenen Anspruch gerecht zu werden. Selbstverständlich war die optimale Ausbeute bei einem Torverhältnis von 9:0 aber keineswegs, zumal nach der 1:2-Niederlage gegen den Karlsruher SC die Stimmung zu kippen drohte.

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DIE NULL STEHT

Die 360 Minuten ohne Gegentor werden auch Huub Stevens ein Lächeln auf das Gesicht zaubern: Die Königsblauen haben das Mantra ("Die Null muss stehen") von Schalkes Jahrhundert-Trainers wieder für sich entdeckt. Einer der Faktoren für die neue defensive Stabilität ist Keeper Martin Fraisl, der sein Team gegen Dresden mit zwei starken Paraden vor dem Ausgleich bewahrte.

Auffällig: Fraisl überzeugt nicht nur mit seinen sportlichen Qualitäten, sondern gibt auch lautstarke Kommandos an seine Abwehr und pusht seine Vorderleute bei den gegnerischen Standards. "Es ist wichtig, dass ich als Torwart der Mannschaft Sicherheit gebe. Das möchte ich mit meiner Ausstrahlung und meiner Persönlichkeit schaffen", erklärte der Österreicher im Anschluss bei Sky und lobte: "Wir verteidigen extrem gut im Kollektiv und wissen, worauf es in der 2. Bundesliga ankommt."

Dazu wird die Abstimmung in der Dreierkette zwischen Malick Thiaw, Publikumsliebling Go Itakura und Marcin Kaminski von Spiel zu Spiel besser. Das Trio präsentiert sich weitestgehend ballsicher, wird nur selten hektisch und strahlt dadurch viel Ruhe auf die Mannschaft aus.

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DIE LINKE WAFFE

Thomas Ouwejan und Schalke - das ist von Tag eins an eine Liebesgeschichte. Sportdirektor Rouven Schröder gab bei Sky90 zuletzt einen Einblick in die Verhandlungen mit der Leihgabe (mit Kaufoption) aus Alkmaar. "Der sagt zu mir im zweiten Satz: Du musst mir Schalke nicht erklären. Das war für mich schon so 'woah'."

Ouwejan lebt den Verein von Tag eins an, sein Block-Tor gegen Dresden - ein Treffer des Willens - steht sinnbildlich dafür. Nicht nur charakterlich, auch sportlich ist der Niederländer jetzt schon unersetzlich und zählt seit Wochen zu den besten Schalkern. Er beackert die linke Seite und sorgt mit seinen scharf geschossenen sowie präzisen Flanken und Standards immer wieder für Gefahr. "Thomas' linker Fuß kann eine Waffe für diese Saison werden", prophezeite Torjäger Simon Terodde bereits nach dem zweiten Spieltag.

Gegen Dresden bereitete Ouwejan per Eckball und Freistoß zwei Tore vor und erhielt danach großes Lob von Torsten Mattuschka. Der Sky Experte bezeichnete den Linksfuß als "besten Standardschützen der 2. Bundesliga". Insgesamt steht der 25-Jährige schon bei sechs Torvorlagen.

"Wir trainieren diese Situationen immer wieder und werden nun dafür belohnt. Das sind einstudierte Bälle. Es ist schön, wenn solche Dinge dann auch im Spiel klappen", sagte Ouwejan bei Sky.

DIE UNABHÄNGIGKEIT VON TERODDE

Eine wichtige Erkenntnis lautet: Schalke kann auch ohne Tore von Terodde erfolgreich sein. Der 33-Jährige ist seit zwei Spielen ohne Treffer und muss sich den Torschützenrekord in der 2. Bundesliga weiter mit Dieter Schatzschneider teilen (beide 153 Tore). Doch wenn Terodde nicht trifft, können bei S04 mittlerweile auch andere Spieler in die Bresche springen.

Sechs der vergangenen sieben Treffer gingen auf das Konto von Marius Bülter (zwei), Marcin Kaminski (zwei), Mehmet Aydin sowie Ouwejan - und: Terodde ist für die Knappen auch ohne Tore von enormen Wert. "Ihm ist es nicht wichtig, dass er das nächste Tor erzielt. Er ackert lieber nach hinten mit, gibt alles für die Mannschaft. Das ist vorbildlich und gefällt mir", lobte Grammozis den 33-Jährigen.

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DAS TEAM WÄCHST ZUSAMMEN

Sowohl Grammozis ("Die Jungs sind ein Team und jeder denkt nur an das große Ganze") als auch Fraisl ("Wir werden eine richtige Mannschaft") lobten den mannschaftlichen Zusammenhalt. Im Gegensatz zur Vergangenheit scheint keiner mehr sein Ego über dem Team zu stellen.

Beispiel Ralf Fährmann: Der 33-jährige Routinier nimmt nach seiner erneuten Degradierung zur Nummer zwei die Rolle als Herausforderer klaglos an, freut sich über den Erfolg der Mannschaft und stellt seine persönlichen Befindlichkeiten hinten an.

Beispiel Danny Latza: Der Kapitän feierte gegen Dresden nach monatelanger Verletzungspause sein umjubeltes Comeback und bekam direkt nach seiner Einwechslung von seinem Stellvertreter Victor Palsson die Binde überreicht.

FAZIT

Auf Schalke wächst wieder etwas zusammen, doch für Grammozis und sein Team bleibt weiter noch viel zu tun. Zuletzt schossen die Knappen ihre Tore zum richtigen Zeitpunkt, doch im Spiel nach vorne fehlt es oftmals noch an Präzision und kreativen Ideen. Der Tabellen-Zweite tut sich daher schwer, Torchancen aus dem Spiel heraus zu kreieren.

Zudem verlor der S04 Mitte der zweiten Halbzeit gegen Dresden die Kontrolle, hatte Probleme beim Umschaltspiel und verfiel wie schon einige Male zuvor in dieser Saison in Passivität, was beinahe bestraft worden wäre. Vermeidet Schalke diese Phasen und stellt die oben angeführten Schwächen ab, dann kann der Traditionsverein durchaus eine Rolle im Kampf um den Wiederaufstieg spielen.

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