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FC Chelsea: Tuchel, Werner & Boehly: Umbruch an der Stamford Bridge

Chelseas gewaltiger Umbruch: Ex-Reds-Architekt als fehlendes Puzzleteil

Thomas Tuchel und der FC Chelsea sind mitten in einem großen Umbruch.
Image: Thomas Tuchel und der FC Chelsea sind mitten in einem großen Umbruch.  © Imago

Hinter dem FC Chelsea liegen turbulente Monate. Mindestens bis zum Ende der Transferperiode wird es bei den Blues auch turbulent bleiben. Über eine neue Führung, einem Trainer, der nur Coach sein will sowie Löchern in der Abwehr und dem Angriff.

Bis einschließlich des 14. Spieltags der vergangenen Saison grüßte der FC Chelsea von der Tabellenspitze der Premier League. Dann patzten die Blues beim 2:3 gegen den Stadtrivalen West Ham und mussten sich in der Folge gegenüber den überragenden Teams aus Manchester und Liverpool deutlich geschlagen geben. 18 beziehungsweise 19 Punkte betrug der Rückstand am Ende auf die beiden besten Teams Englands.

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Diese Lücke möchte man an der Stamford Bridge so schnell wie möglich schließen. Dafür befindet sich der FC Chelsea im Umbruch - mehr oder weniger gezwungen. Doch den Blues steht dafür ein auf verschiedenen Ebenen steiniger Weg bevor.

Cech, Granovskaia & Co.: Personalbeben auf Führungsebene

Der Einstieg der neuen Chelsea-Führung um Klubmiteigentümer Todd Boehly sorgt in den ersten Wochen schon mal gehörig für Aufsehen. Die Klubverantwortlichen Guy Laurence und Bruce Buck, Sportdirektorin Marina Granovskaia und nun auch Klub-Ikone sowie -Berater Petr Cech haben den FC Chelsea bereits verlassen oder werden es in den kommenden Tagen tun. Welche Rolle die neue Chefetage bei den genannten Personalien spielte, ist bisher nicht kommuniziert worden, aber sicherlich nicht zu unterschätzen.

Nimmt man die Kommentarspalte unter der Twitter-Meldung des Klubs zu Cech als Stimmungsbild, dann bereitet die neue Führung so manchem Chelsea-Fan Unbehagen. Boehly ist aktuell Miteigentümer, Vorstandsvorsitzender und Sportdirektor in Personalunion. Und das mitten in der Umbruch- sowie der aktuellen Transferphase. Gerade der Abgang von Publikumsliebling Cech dürfte dem einen oder anderen Fan eine Änderung zu viel gewesen sein in dieser kurzen Zeit.

Chelsea hat Liverpools scheidenden Sportdirektor auf dem Zettel

Rund um die Blues befürchtet man, dass die Londoner den Anschluss verlieren könnten. Der aufgrund des Ukraine-Kriegs nötige Abgang von Investor Roman Abramowitsch und die damit verbundenen Neuerungen machen es für den Klub noch schwerer, den Angriff auf City und Liverpool schon in der kommenden Saison zu starten. Zumal der Klub durch die Handlungsunfähigkeit in den vorangegangenen Monaten vor allem in der Kaderplanung ins Hintertreffen geraten sein könnte.

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Granovskaia soll dem Klub zwar in dieser Transferperiode noch zur Verfügung stehen, sollte dies nötig sein. Inwiefern ihre Lösungen jedoch mit den Interessen der neuen Macher übereinstimmen, darf hinterfragt werden. In Zukunft soll hier Gerüchten zufolge Michael Edwards, früherer Sportdirektor und Ex-Mastermind in der Kaderplanung des FC Liverpool, Abhilfe schaffen. Edwards hatte großen Anteil an der Zusammenstellung des erfolgreichen Kaders von Jürgen Klopp sowie dessen Verpflichtung und genießt auf der Insel ein hohes Ansehen.

Liverpool Boehlys großes Vorbild

Für Boehly gelten Arbeit und Transferpolitik der Reds als Vorbild. "Wenn man sich die Modelle ansieht, die sehr erfolgreich sind, dann ist Liverpool ein großartiges Modell. Sie erwirtschaften ein paar Hundert Millionen mehr Einnahmen als Chelsea und sie erwirtschaften Gewinne", soll der US-Amerikaner, dem auch Anteile an den LA Dodgers, den LA Lakers und den LA Sparks gehören, auf einem Business-Event laut Sky Sports UK gesagt haben.

Edwards hat die Merseyside nach elf Jahren in diesem Sommer verlassen und wurde schon mit Real Madrid und PSG in Verbindung gebracht. Doch der 42-Jährige bestand zuletzt darauf, erst einmal eine Pause machen zu wollen. Daher müsste eine Menge Überzeugungsarbeit geleistet werden, um den begehrten Geschäftsmann an die Stamford Bridge zu holen.

So lange Boehly aber keinen Ersatz für die "First Lady" des Fußballs Granovskaia präsentiert, kommt mehr Verantwortung auf Trainer Thomas Tuchel zu. Der Deutsche wird wohl mehr als je zuvor in seiner Karriere in Transferentscheidungen eingebunden werden. Und das ist eigentlich gar nicht sein Wunsch.

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Tuchel will einfach nur trainieren

Tuchel ist ein hervorragender Trainer und hat wiederholt erklärt, dass er sich auf diesen Bereich konzentrieren möchte. Die in England übliche Position als "Manager" taugt dem 48-Jährigen nicht. Letztes Jahr schwärmte Tuchel sogar davon, dass er sich bei seinem Chelsea-Start Anfang 2021 und damit mitten in der Saison auf das Training und die Taktik konzentrieren konnte. "Das hat es für mich sehr vereinfacht, weil es hier nur ums Trainieren ging", sagte er damals.

"Ein großer Teil meiner Persönlichkeit besteht darin, mein Team zu coachen und zu führen und es bis an seine Grenzen zu treiben, egal ob wir gewinnen oder verlieren. Ich habe keinerlei Ambitionen, diese Atmosphäre für mich oder irgendjemand anderen zu ruinieren", so Tuchel, der hinter Transferperioden auch immer mögliche "Stimmungseinbrüche" befürchtet.

Rüdiger & Christensen: Personeller Aderlass in der Defensive

Doch der FC Chelsea ist besonders in diesem Sommer zum Handeln gezwungen. Mit Antonio Rüdiger und Andreas Christensen haben die beiden Stammverteidiger ablösefrei den Klub verlassen und reißen damit ein großes Loch in die Defensive, das erst noch gestopft werden muss.

Dafür baggert Chelsea schon lange an Sevillas Jules Kounde und nun Berichten zufolge auch am früheren Eigengewächs Nathan Ake (Manchester City) sowie an Mathijs de Ligt von Juventus Turin. Letzteres Gerücht dürfte auch Timo Werner interessieren, der darin involviert sein soll.

Werner ein Abschiedskandidat

Der deutsche Nationalspieler hat bisher in seinen zwei Saisons in der Premier League nicht überzeugen können. Der Ex-Leipziger hatte Probleme, sich unter Frank Lampard und Tuchel in die Chelsea-Systeme zu finden und erzielte nur zehn Tore in 56 Liga-Spielen. Seine besseren Leistungen in der Champions League (acht Tore in 17 Spielen) reichen auf der Insel nicht, um sich die Gunst der Fans zu erspielen. Hängen geblieben ist bei denen eher die maue Chancenverwertung des gebürtigen Stuttgarters (14 Prozent, nur 0,26 Tore pro 90 Minuten in der vergangenen Premier-League-Saison).

Nun könnte das Kapitel bei Chelsea schon nach zwei Saisons beendet sein. Er ist ein Abschiedskandidat und wurde zuletzt als Tauschware für Juves de Ligt ins Gespräch gebracht. Chelsea, das händeringend nach einem Verteidiger sucht, würde in diesem Falle zwei Fliegen mit einem Klatsche schlagen. Abgesehen davon, dass Chelsea den Niederländer zwar haben wolle, sei diese Tauschkonstellation laut Sky Transferexperte Marc Behrenbeck jedoch nicht im Sinne des deutschen Angreifers. "Richtig heiß ist das Tauschgerücht also nicht", erklärte Behrenbeck am Montag in Transfer Update - Die Show. Dass Werner jedoch ein anderes Team findet und einen neuen Versuch startet, ist nicht ausgeschlossen.

Richarlison, Dembele, Sterling: Prominente Namen für die Offensive

So gut wie sicher ist dagegen der Abgang von Sturm-Missverständnis Romelu Lukaku. Der Belgier wird den Londonern zudem ein zweites Mal den Rücken kehren. Auch er konnte den Fluch der Nummer neun bei den Blues nicht besiegen und wird sich aller Voraussicht nach erneut Inter Mailand anschließen. Weitere Fragezeichen stehen zudem hinter Hakiem Ziyech oder Jorginho.

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Die Offensive, deren gesamte Chancenverwertung Tuchel in der vergangenen Saison häufiger kritisierte, könnte eine Frischzellenkur vertragen. Kandidaten dafür gibt es bereits. Richarlison (FC Everton), der auch von Tottenham umworben wird, Ousmane Dembele, dessen Vertrag am Wochenende beim FC Barcelona ausläuft und Raheem Sterling, der Manchester City verlassen kann, sollen den stotternden Angriff um Kai Havertz beleben.

Neymar und Chelsea: Was ist dran?

Auch Neymar wurde zuletzt mit seinem Ex-Coach Tuchel in Verbindung gebracht. PSG ist bereit, den Brasilianer abzugeben. "Tuchel schätzt ihn", erklärt Behrenbeck und führt aus. "Allerdings gibt es momentan keine konkreten Verhandlungen. Und wenn Neymar mit seinem Gehalt nicht heruntergeht, ist er für Chelsea nicht zu finanzieren, hören wir." Die Spur ist folglich eher kalt, ein Verbleib über den Sommer hinaus in Paris daher wahrscheinlich - ein Wechsel auf die Insel dagegen nicht.

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Neymar würde eigentlich gerne in Paris bleiben, der Verein jedoch wäre bereit, bei einem entsprechenden Angebot auf den Stürmer zu verzichten.

Viele Namen und Gerüchte, die rund um den FC Chelsea kursieren. Bisher herrscht jedoch noch Ebbe, was die Chelsea-Transfers anbelangt. Der Sommer ist noch lang, viele der Konkurrenten haben jedoch schon mehrere und vor allem große Transfers getätigt. Die zusätzliche Neuordnung in der Führung, die wochenlange Handlungsunfähigkeit sowie die namhaften Abgänge stellen Chelsea vor einer Herkulesaufgabe in diesem Sommer.

Vor der neuen Führungsriege der Blues liegt in den kommenden Wochen deshalb eine Menge Arbeit, möchte man so schnell wie möglich an das Top-Duo heranrücken und nicht erneut "the best oft he rest" sein.

Mehr zum Autor Max Georg Brand

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