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DFL-Zuschauerkonzept: Union Berlin kritisiert Entscheidungen

Keine Stehplätze, keine Fans: Union übt Kritik am DFL-Zuschauerkonzept

Sport-Informations-Dienst (SID)

06.08.2020 | 10:58 Uhr

Union Berlin bringt Zweifel über das DFL-Zuschauerkonzept zur Sprache.
Image: Union Berlin bringt Zweifel über das DFL-Zuschauerkonzept zur Sprache. © DPA pa

Union Berlin hoffte auf ein volles Stadion zum Saisonstart. Nach der Verabschiedung des neuen Zuschauer-Konzepts bei der DFL-Mitgliederversammlung ließ die Kritik der Köpenicker nicht lange auf sich warten.

Der Konter aus Köpenick kam nach nur wenigen Stunden und verzerrte das Bild der vermeintlichen Einigkeit. Die Anträge zu Gästefans, Stehplätzen und Alkoholausschank? "Unausgewogen". Und überhaupt sei man "mit dem Vorgehen grundsätzlich nicht einverstanden". Seine Zweifel am neuen Zuschauer-Konzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) machte Union Berlin noch am Dienstagabend überdeutlich - und dürfte damit auf wenig Verständnis bei der Konkurrenz und der DFL-Spitze gestoßen sein.

"Der 1. FC Union Berlin spielt Fußball für Menschen", sagte Klub-Präsident Dirk Zingler mit viel Pathos in einem Positionsschreiben des Vereins: "Das Stadionerlebnis in unserem Stadion An der Alten Försterei, für das Stehplätze unverzichtbar sind und zu dem auch Gästefans gehören, betrachten wir als Kern unseres Daseins als Unioner."

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Keine Stehplätze & Verzicht auf Gästefans

22.012 Zuschauer fasst die stimmungsvolle Heimstätte der Berliner. Schon beim ersten Heimspiel der Eisernen in der neuen Spielzeit, die am 18. September beginnen soll, wollte der Verein vor ausverkauftem Haus spielen. Mit einem entsprechenden Vorschlag, der unter anderem ein höchstens 24 Stunden altes und negatives Testergebnis für den Eintritt erforderte, war der Klub im Juli vorgeprescht.

Dieses Konzept kann der Klub nun vorerst zu den Akten legen. "Der Profifußball kann nur in Etappen zum Normalbetrieb zurückkommen. Wir werden in kleinen Schritten die Normalität zurückerobern müssen", sagte DFL-Boss Christian Seifert. Der Weg zur Normalität sei lang. Am Ende entscheide die Politik, man werde jede Entscheidung akzeptieren.

Keine Stehplätze und kein Alkohol bis Ende Oktober, Verzicht auf Gästefans bis Jahresende sowie Sammlung sämtlicher Kontaktdaten von Ticketkäufern sieht das Konzept vor, das Vertreter der 36 Profiklubs aus Bundesliga und 2. Liga verabschiedeten. Mit Ausnahme der personalisierten Tickets stimmte Union gegen die drei anderen Kernpunkte.

Wunsch nach vollen Stadien haben alle

Union hatte bis zuletzt versucht, weitere Klubs von seiner Linie zu überzeugen. Mit einem sechsseitigen Schreiben habe sich Zingler schon am vergangenen Freitag "nach Rücksprache mit dem DFL-Präsidium an die 35 anderen Klubs gewandt", um für die eigene Position zu werben. Vergeblich.

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Die Kritik aus Berlin dürfte Seifert überrascht haben, hatte er doch kurz zuvor versucht, Unions Vorstoß aus dem Juli diplomatisch einzufangen. Den Wunsch nach vollen Stadien hätten alle. Das Ziel des Vereins sei "total legitim, wir sehnen uns volle Stadien herbei", sagte Seifert. Grundsätzlich über Ansätze nachzudenken, mache einfach Sinn. Union sei zudem keine Verantwortungslosigkeit in gesundheitlicher Hinsicht zu unterstellen.

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Union nimmt Lösung zähneknirschend hin

Das trotz dieser wohlwollenden Worte die Berliner den erreichten Kompromiss nach langen Verhandlungen verbal torpedierten, sollte wohl vor allem die eigene Klientel zufriedenstellen. Denn Union nahm die getroffene Lösung letztlich zähneknirschend hin.

"Es gehört zu unserem demokratischen Verständnis, dass wir die mehrheitliche Entscheidung der Vereine akzeptieren", schrieb Zingler an die Vereinsmitglieder: "Gleichzeitig ist es uns wichtig, dass alle Unioner wissen, was ihr Verein unternommen hat, um gemeinsam mit den anderen Vereinen und Kapitalgesellschaften in der DFL zu einem anderen Abstimmungsergebnis zu gelangen."

Sport-Informations-Dienst (SID)

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