DFB-Team kämpft bei der WM mit ungewohnten Platzbedingungen
Am Montag bezog die deutsche Nationalmannschaft ihr WM-Quartier in Winston-Salem und absolvierte gleich ihre erste Trainingseinheit. Der Rasen auf dem Gelände der Wake Forest University ist kurz geschnitten und macht optisch einen guten Eindruck, doch er ist ziemlich stumpf.
09.06.2026 | 14:09 Uhr
Schon bei der WM-Generalprobe gegen die USA am Samstag hatten die Spieler mit dem Untergrund zu kämpfen.
"Boah, der Rasen ist aber stumpf! Das ist richtig anstrengend", hatte sich Leroy Sane nach dem mühevollen 2:1-Sieg des DFB-Teams nicht glücklich über den Zustand des Grüns im Soldier Field Stadium in Chicago gezeigt.
"Der Platz war stumpf und nicht richtig bewässert", sagt Lothar Matthäus, der als Experte für RTL in Chicago vor Ort war, zu Sky Sport. "Gerade für solche Künstler, wie die deutsche Mannschaft sie in der Offensive in ihren Reihen hat, ist es wichtig, dass der Ball gut läuft. Im Stadion in Chicago gab es keine richtigen Bewässerungsanlagen und durch die Hitze war der Rasen sehr trocken", erklärt der Rekordnationalspieler.
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Feuchter Rasen begünstigt flüssige Kombinationen
Das solle keine Ausrede sein, schließlich hatten beide Teams dieselben Bedingungen, "aber es hat schon Einfluss."
"Auf einem feuchten Rasen kann man einfach ein klareres und schnelleres Passspiel aufziehen", führt der Rekordnationalspieler aus. "Das war in Chicago vielleicht nicht so möglich, wie es die deutsche Mannschaft gerne gehabt hätte."
Harry Kane klagt über den Platz in Tampa
Nicht nur die deutschen Spieler hatten Probleme mit den ungewohnten Bedingungen. Harry Kane klagte nach dem 1:0 der Engländer gegen Neuseeland in Tampa: "Der Platz war nicht gut. Er hat es hart gemacht, so zu spielen, wie wir wollten."
Auch Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel äußerte Bedenken. Die Untergründe seien teilweise deutlich härter als in Europa und könnten das Verletzungsrisiko erhöhen.
Auf trockenen, stumpfen Hybridrasen, bei dem Kunststofffasern in den natürlichen Rasen eingearbeitet werden, könnten Spieler bei Richtungswechseln mit ihren Stollenschuhen hängen bleiben.
Plätze müssen intensiv bewässert werden
Um optimale Bedingungen zu schaffen und das Verletzungsrisiko zu minimieren, muss der Rasen viel bewässert werden.
Head-Greenkeeper Sebastian Breuing, der sich beim DFB um die Rasenplätze kümmert, sah sich nach der ersten Einheit am Montag das Grün des Trainingsplatzes in Winston-Salem ganz genau an.
Viel Arbeit für den deutschen "Rasenflüsterer"
Breuning, der vor drei Jahren von Werder Bremen zum Deutschen Fußball-Bund gekommen war, kümmert sich zusammen mit den Mitarbeitern vor Ort um die Rasenpflege.
Weil Fußball in den USA eher eine Randsportart sei, hätten ihn die amerikanischen Kollegen darum gebeten, "dass wir ihnen ein wenig unter die Arme greifen", hatte Breuing im Vorfeld der WM erklärt. Der "Rasenflüsterer" soll dafür sorgen, dass der Platz im deutschen Basecamp in den kommenden Wochen im perfekten Zustand bleibt.
Am Sonntag startet die Mannschaft in von Bundestrainer Julian Nagelsmann in Houston/Texas gegen Curacao ins Turnier. Matthäus hofft, "dass die deutsche Mannschaft in den WM-Spielen bessere Bedingungen als in Chicago vorfindet, aber die anderen Teams haben genauso damit zu kämpfen."
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