DFB-Star Deniz Undav spricht über seine Arbeit in der Fabrik
"Ich bin froh, dass ich es so geschafft habe und nicht gezüchtet worden bin", sagt der Nationalspieler über seinen ungewöhnlichen Werdegang.
27.06.2026 | 14:06 Uhr
Nationalspieler Deniz Undav kann seinem späten Durchbruch als Profifußballer auch positive Seiten abgewinnen.
"Es war ein sehr harter Weg, der aber auch viel Spaß gemacht hat", sagte der 29-Jährige, der als Jugendlicher eine Ausbildung zum Maschinenführer absolviert hatte, am Rande der WM bei DFB-TV: "Ich habe viele Facetten im Leben gesehen. Ich bin froh, dass ich es so geschafft habe und nicht gezüchtet worden bin."
Undav hatte in seinen jungen Jahren in einer Fabrik gearbeitet, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, während er gleichzeitig als Amateurfußballer unterwegs war. "Es hat sich nicht so schlimm angefühlt. Ich bin um 4:00 Uhr aufgestanden, um 4:30 Uhr zur Bushaltestelle gegangen, mit dem Bus 40 Minuten gefahren, dann 35 bis 40 Minuten zu Fuß zur Firma ins Industriegebiet. Später wieder der Weg zurück - irgendwo was essen, Sachen packen, zum Training. Zwei Jahre lang", erzählt er.
Durchbruch über Umwege
Undav hatte den Durchbruch erst über Umwege geschafft, bis 2020 spielte er noch beim SV Meppen. Zuvor schien eine Profikarriere weit weg. "Fußball war und ist mein Leben. Ich wollte aus Spaß weiterspielen. Ich habe gedacht: 2000 Euro mit dem Job, 600 bis 700 Euro mit dem Fußball, dann habe ich ein brutales Leben", erzählt er nun.
Bei der WM führte der Stuttgarter das DFB-Team als Joker mit drei Toren zum Gruppensieg. Eine Entwicklung, die lange Zeit nicht denkbar war. "Der Traum war es nicht mehr, ich habe gar nicht daran geglaubt. Ich dachte, ich spiele noch 14, 15 Jahre auf dem Niveau, bekomme vielleicht irgendwann 1200 Euro und mache meinen Job weiter", sagte er.
Kleine Schritte
Erst mit dem Wechsel zu Eintracht Braunschweig, Undav war gerade 21 Jahre alt geworden, habe der Fußball eine Perspektive geboten. "In Braunschweig kam der Gedanke: Okay, es ist nur noch ein minimaler Schritt. Dann ging es nach Meppen. Ich dachte: Ich muss nicht mehr arbeiten. Einfach in der 3. Liga bleiben und dann von Jahr zu Jahr gucken", so Undav, der schließlich 2023 sein Debüt in der Bundesliga gab.
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