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BVB News: Halstenberg, Demiral, St. Juste: BVB-Alternativen für hinten

Wer würde passen? Vier mögliche Abwehr-Verstärkungen für Rose

Max Georg Brand

28.07.2021 | 18:56 Uhr

Marco Rose muss in der Innenverteidigung noch nachlegen.
Image: Marco Rose muss in der Innenverteidigung noch nachlegen.  © Imago

Elf Tage noch bis zum BVB-Saisonstart im DFB-Pokal. Für 2021/22 rechnen sich die Dortmunder einiges aus. Doch um den hochgesteckten Ambitionen gerecht werden zu können, muss man in allen Mannschaftsteilen top ausgestattet sein.

Einen Schritt in die richtige Richtung haben die Dortmunder mit der bevorstehenden Verpflichtung von Donyell Malen bereits getan. Doch nicht vorne drückt der Schuh, sondern hinten. Der BVB zeigt in der Defensive aktuell noch eklatante Lücken in der personellen Aufstellung. Daran soll sich in den nächsten Tagen und Wochen noch etwas ändern. Sky nimmt die potenziellen Verstärkungen unter die Lupe.

Dünne Besetzung in der Innenverteidigung

Schaut man sich das Personal der Dortmunder Hintermannschaft einmal an, fällt auf, dass aktuell zu Saisonbeginn nur zwei gelernte und vor allem gestandene Innenverteidiger zu Verfügung stehen. Mats Hummels und Manuel Akanji konnten bis dahin jedoch nur einen kleinen Teil der Vorbereitung mittrainieren. Dan-Axel Zagadou und Neuzugang Soumaila Coulibaly fallen dagegen erstmal verletzt aus. Danach wird es dünn. Lediglich Emre Can wäre noch verfügbar. Der deutsche Nationalspieler spielte große Teile der vergangenen Saison in der Innenverteidigung des BVB.

Damit es jedoch nicht zum äußersten Risiko kommt, wollen die Dortmunder noch einen Defensivspezialisten verpflichten. Dafür gibt es aktuell vier Kandidaten: Marcel Halstenberg, Amadou Onana, Jeremiah St. Juste und Merih Demiral. Wie ist der Stand bei den jeweiligen Personalien und wie haben sie zuletzt performt?

Die BVB-Alternativen im Statistik-Vergleich

Jeremiah St. Juste Marcel Halstenberg Merih Demiral Amadou Onana
Liga Bundesliga Bundesliga Serie A 2. Bundesliga
Spiele 32 24 15 25
Startelf 32 19 10 14
Zweikampf-Quote 58% 58% 52% 63%
Luft-ZK-Quote 52% 72% 67% 59%
Fouls/90 Min. 1,3 0,9 1,1 2,2
Blocks/90 Min. 0,8 0,2 0,9 0,4
Gegentore/90 Min. 1,7 1,0 0,8 1,4
Tore 0 2 0 2
Ballaktionen/90 Min. 56 100 72 57
Passquote 78% 87% 94% 78%

Halstenberg erste Option?

Marcel Halstenberg steht schon seit längerer Zeit auf der Wunschliste des BVB. Der Nationalspieler, aktuell noch bei RB Leipzig unter Vertrag, hat eine Dortmunder Vergangenheit und spielte von 2011 bis 2013 für die weite Mannschaft des BVB. Der 29-Jährige ist vorrangig linker Verteidiger, bewies zuletzt aber auch sein Können auf der linken Innenverteidigerposition. In der Vorsaison kam er aufgrund verschiedener Blessuren nur auf 24 Bundesliga-Einsätze, schaffte es aber zur EURO 2020 und absolvierte dort einen Kurzeinsatz.

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Marcel Halstenberg vor Wechsel von RB Leipzig zu Borussia Dortmund. Davon hängt es noch ab. (Videolänge: 42 Sekunden)

Für ihn spricht, dass er sowohl innen als auch außen auf der linken Seite spielen kann. Denn auch auf der Linksverteidigerposition hat Dortmund - ein erfolgreicher Verkauf von Nico Schulz vorausgesetzt - mit Raphael Guerreiro nur einen Spieler für diese Position. Zudem zeigt Halstenberg auch spielerisch Qualitäten. Bei Leipzig war er mit 100 Ballaktionen pro 90 Minuten häufig im Spiel eingebunden und liegt damit deutlich vor St. Juste (56), Demiral (72) und Onana (57). Hinzu kommen die beste Luftzweikampfquote (72 Prozent), sowie sein faires Spiel (0.9 Fouls pro Spiel) und die meiste Erfahrung in der Champions League (16 Spiele).

Demiral wäre die prominenteste Lösung

Neben dem Leipziger war in Verbindung mit Dortmund zuletzt auch immer wieder von Merih Demiral die Rede. Der Innenverteidiger von Juventus wäre die körperlich robustere Lösung. Der türkische Nationalspieler hat derzeit nur geringe Chancen, sich an den Weltmeistern Leonardo Bonucci und Giorgio Chiellini sowie dem Niederländer Mathijs de Ligt vorbei in die Startelf zu spielen. Zudem setzten ihn mehrere Verletzungen immer wieder außer Gefecht. Deshalb kam Demiral nur auf 15 Einsätze in der Serie A.

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Demiral besticht im Vergleich mit den anderen drei Kandidaten vor allem durch seine Passquote von 94 Prozent. Zudem gewinnt er zwei Drittel seiner Duelle in der Luft und ist mit 0.9 Blocks pro Spiel immer in der Mitte des Defensiv-Geschehens.

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Borussia Dortmund hat auch drei Wochen vor dem ersten Pflichtspiel ein Innenverteidiger-Problem. Die Sky Reporter beleuchten mögliche Kauf-Kandidaten (Videolänge: 5:16 Min.).

Bei der türkischen Nationalmannschaft ist der 23-Jährige mit 24 Länderspielen mittlerweile eine feste Größe. Dortmund würde einen jungen Spieler mit Erfahrungen bei einem Top-Verein bekommen. Der auch dementsprechend teuer ist. Das Interesse sei zwar da, erklärt Sky Transfer Experte Max Bielefeld, "aber nicht für die von Juve aufgerufene Summe von 30 bis 40 Millionen Euro." Eine Leihe mit Kaufoption sei daher möglich. Ein konkretes Angebot habe es zwar noch nicht gegeben, so Bielefeld, könne aber in den nächsten Tagen folgen. 30 Millionen Euro werde der BVB allerdings mit Sicherheit nicht ausgeben.

St. Juste überzeugte vor allem durch Schnelligkeit

Ein Spieler, der sicherlich für etwas weniger Geld zu haben wäre und zudem die Bundesliga bereits bestens kennt, wäre Jeremiah St. Juste vom 1. FSV Mainz 05. Der 24-jährige Niederländer gehörte in der vergangenen Saison zum Stammpersonal der 05er und steigerte sich wie die gesamte Mainzer Mannschaft nach der Übernahme von Trainer Bo Svensson deutlich.

Seine Qualitäten mit denen von Halstenberg oder Demiral zu vergleichen ist schwierig, da er die gesamte Saison gegen den Abstieg kämpfte, die Qualität der Mainzer dementsprechend deutlich niedriger ist, als die von Leipzig oder Juventus. Dennoch muss man erwähnen, dass der talentierte St. Juste vergangene Saison mit 36,1 km/h der schnellste Bundesliga-Spieler war, was dem BVB in der Defensive gut tun würde. Zudem ist die Königsklasse kein Neuland für den Mainzer. Hier spielte er bereits fünf Mal für Feyenoord Rotterdam.

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St. Juste wäre erst einmal nur eine Alternative zu Demiral, wenn auch eine attraktive: "Es gibt weiterhin kein Angebot an Mainz", erklärte Bielefeld in Transfer Update - die Show und weiter: "Sollte es aber mit Demiral nicht funktionieren, könnte er wieder ein Thema werden."

Onana für die Zukunft?

Eine Investition in die Zukunft wäre auch Amadou Onana vom Hamburger SV. Der Belgier wäre mit 19 Jahren die jüngste Wahl aus dem Quartett. Onana ist jedoch vorwiegend im defensiven Mittelfeld Zuhause. Aber auch da könnte er für den BVB interessant werden, sollten Mo Dahoud und/oder Thomas Delaney noch abgegeben werden.

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Onana hat aber auch schon in der Innenverteidigung gespielt. Er hat eine gute Zweikampfquote von 63 Prozent vorzuweisen, ist aber häufig auch noch zu ungestüm und foult häufiger als die drei anderen vorgestellten Abwehrspieler (2.2 Fouls pro Spiel). Der 1,95-Meter-Hüne traf zwei Mal in der Vorsaison und durchlief bisher von der U17 bis zur U21 alle Nationalmannschaften Belgiens. Für rund neun Millionen Euro soll man ihn vom HSV loseisen können. Onana wäre ein Rohdiamant, der noch für einen Top-Klub geschliffen werden müsste. Aufgrund seines jungen Alters wäre es aber sicherlich eine Option, ihn auch vermehrt für die Innenverteidigung zu schulen.

Halstenberg-Transfer ohne Risiko, Demiral für Langfristiges

Fazit: Für den BVB wäre Marcel Halstenberg wohl die am naheliegendste und risikoloseste Lösung. Der Kontakt besteht, er kennt den Verein und auch seine Leistungen in der Bundesliga überzeugen. Hinzu kommt seine Variabilität. Beschränkt man sich ausschließlich auf die Innenverteidigerposition wäre Demiral wohl die erste Wahl, dürfte jedoch aufgrund des Preises noch Geduld in den Verhandlungen fordern.

Der Türke wäre aufgrund seines Alters zudem eine mögliche Säule für die Zukunft, wie auch die etwas unscheinbareren St. Juste und Onana. Je nachdem wie sich der BVB am Ende entscheidet, eine für Abwehrspieler nicht ganz unwichtige Statistik haben alle vier Spieler gemeinsam: sie verursachten 2020/21 keinen Fehler, der in der direkten Folge zu einem Gegentor führte.

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