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BVB: Kobel rehabilitiert sich - viele Fragezeichen bleiben

"Unglücksrabe" Kobel rettet BVB – aber Fragezeichen bleiben

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DFB-Pokal, 2. Runde: Borussia Dortmund bleibt seiner widersprüchlichen Linie treu: Mit einem glücklichen Sieg zieht der BVB in Hannover ins Achtelfinale ein.

Wie schon in den vergangenen Auftritten hat der BVB mit einem wieder einmal rätselhaften Auftritt bei Hannover 96 große Mängel offenbart. Einzig Gregor Kobel und Joker Jude Bellingham überzeugten beim glücklichen Achtelfinal-Einzug. Es bleiben viele Fragezeichen - trotz des 2:0-Erfolgs.

Nach dem mühevollen Sieg bedankten sich die erleichterten Profis von Borussia Dortmund bei ihrem Torhüter. War Kobel bei der 0:2-Niederlage am Sonntag bei Union Berlin noch der Unglücksrabe, als er bei einem Rückpass ausgerutscht und damit das erste Gegentor verursachte hatte, brillierte der Schweizer nun nur drei Tage später mit einer überragenden Leistung in Hannover.

"Wir hatten Gregor Kobel im Tor. Ich glaube, das war unser Glück heute. Weltklasse", sagte Mittelfeldspieler Emre Can bei Sky. Auch Trainer Edin Terzic sparte nach Abpfiff nicht mit Lob für seinen Schlussmann: "Gregor hat uns erst das 0:0 gehalten und hinterher die Führung."

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BVB-Keeper Gregor Kobel zu seiner starken Leistung in Hannover

Kobel rehabilitiert sich

Das sich Kobel mit dieser Vorstellung nach dem Patzer in Berlin so schnell rehabilitieren konnte, ist schön. Klar ist aber auch: Dem BVB sollte es zu denken geben, dass mit Kobel ein Torhüter der mit Abstand beste Mann gegen einen Zweitligisten war.

Hannover sorgte mit Physis, Laufarbeit und einem klaren Plan dafür, dass kein Klassenunterschied zwischen dem Tabellenfünften der 2. Liga und einem Champions-League-Klub zu erkennen war. In Dortmunds Defensive stimmten immer wieder Zuordnung und Raumaufteilung nicht. Souveränität und Spielkultur strahlte der Pokalsieger von 2021 weder im Ballbesitz noch bei der Abwehrarbeit aus.

Immer wieder war es schließlich Kobel, der die Borussia vor einem Gegentreffer bewahrt hatte. Sobald sich Hannover dem BVB-Tor näherte und etwas schneller kombinierte, geriet die Dortmunder Hintermannschaft ins Wackeln.

2:0-Führung gibt keine Sicherheit

Selbst nach der vermeintlich komfortablen 2:0-Führung durch Jude Bellingham, der von Terzic zunächst eine Verschnaufpause bekommen hatte und erst im Laufe der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde, fehlte es dem BVB-Spiel an Dominanz.

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"Wir hätten das Spiel viel klarer und sauberer zu Ende spielen müssen. Wir waren in ganz vielen Phasen nicht mehr klar und reif genug, sondern haben dann angefangen, den Gegner einzuladen. Das ist das, was uns ärgert", fand Terzic deutliche Worte. Can brachte es auf den Punkt: "Man muss ehrlich sein, es war kein gutes Spiel von uns." Wieder einmal.

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Can, Terzic und Kobel zum Sieg bei Hannover 96.

Wieder einmal wurden nicht nur defensiv, sondern auch offensiv deutliche Mängel erkennbar. Es mag letztlich kein Zufall sein, dass die beiden Treffer aus einem Hannoveraner Eigentor sowie einem Elfmeter resultierten.

Nach ordentlichem Beginn und guten Umschaltsituationen blieb ein Abschluss von Donyell Malen aus spitzem Winkel die einzige weitere Torannäherung (37.). Warum selbst eine Führung beim Außenseiter keinen Halt gab, bleibt eines der vielen Rätsel rund um diese Mannschaft.

Ohne Ausnahmespieler wie Erling Haaland und Jadon Sancho stehen in zehn Ligaspielen gerade einmal 13 Tore zu Buche - so viele wie Kellerkind Stuttgart und 17 weniger als der FC Bayern.

Bellingham gefährlichster Borusse

Der erst 19-jährige Bellingham ist mit nun sechs Toren wettbewerbsübergreifend Dortmunds gefährlichster Mann in dieser Saison - als zentraler Mittelfeldspieler. Der Klub wird zunehmend abhängig von Bellinghams Top-Leistungen. Das wurde auch in Hannover deutlich. Der BVB benötigt mehr Typen wie Bellingham auf dem Platz.

Viele seiner Teamkollegen fehlt es allerdings schlicht und ergreifend an der nötigen Gier sowie an der Lust beim Erledigen von Aufgaben. Die Bereitschaft zu hoher Intensität in allen Spielphasen über die vollen 90 Minuten ist nicht vorhanden.

Dortmund geht zudem die nötige Zielstrebigkeit ab. Der BVB spielt viel zu sehr in die Breite, dem Passspiel fehlt das Tempo. Die Spieler bieten nur wenige Läufe hinter die gegnerischen Ketten an, es gibt im Freilaufverhalten kaum gegenläufige Bewegungen oder Finten, um den Gegner aus seiner Position zu locken.

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Emre Can hält die öffentliche Kritik von Mats Hummels an den Leistungen von Borussia Dortmund nicht für den richtigen Weg

Es hakt an vielen Stellen

In Sevilla und auch gegen den FC Bayern hielt der BVB dagegen und zeigte Biss und Aggressivität - Grundtugenden im modernen Fußball. Gegen Union und nun auch bei Hannover 96 hingegen fehlten sie fast komplett. In Zweikämpfen nicht klein beizugeben, sie überhaupt anzunehmen, das gelingt weiterhin nicht konstant.

Zum hampeligen BVB-Auftritt in Hannover passte, dass Karim Adeyemi in der Schlussphase nach einer Notbremse noch die Rote Karte sah (85.).

Es hakt an vielen Stellen, und die enorme Belastung durch die vielen Englischen Wochen macht die Fülle der Probleme von Woche zu Woche noch offensichtlicher.

Mehr zum Autor Fabian Schreiner

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