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Formel 1 News: Verstappen, Hamilton, Vettel & Co. - Gewinner & Verlierer des Imola-GP

Imola-GP in der Analyse: Gewinner, Verlierer & Härtefälle

Udo Hutflötz

24.04.2021 | 16:39 Uhr

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''F1 Rennen kompakt'': Die XXL-Highlights des GP der Emilia-Romagna aus Imola im VIDEO (Länge: 26:32 Min.).

Mit den Ereignissen beim Großen Preis der Emilia Romagna könnten ganze Bücher gefüllt werden. Dementsprechend gibt es auch einige Gewinner und Verlierer im F1-Fahrerfeld - aber auch zwei Härtefälle, bei denen sich Licht und Schatten abgewechselt haben. Das Rennen in Imola in der Analyse.

GEWINNER

Max Verstappen

Der Niederländer feiert beim zweiten Rennen der Formel-1-Saison 2021 seinen ersten Sieg und meldet sich nach dem für ihn enttäuschenden 2. Platz in Bahrain, als er Lewis Hamilton aufgrund der teils unverständlichen Regelungen bei den Track Limits wieder vorbeilassen musste, eindrucksvoll im Kampf um den WM-Titel zurück.

Direkt beim Start legte Verstappen eine starke Performance hin und schnappte sich nicht nur den vor ihm platzierten Teamkollegen Sergio Perez, sondern auch den Führenden Hamilton - inklusive Berührung. Einmal in Führung liegend spulte der Niederländer sein Programm ohne Fehler ab. Während Teile des Fahrerfeldes mit den teils widrigen Bedingungen Probleme hatte, zeigte sich Verstappen gänzlich unbeeindruckt.

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In-Race Video: Irrer Start in Imola! Hamilton kollidiert mit Verstappen

"Letztes Jahr hatten wir bei Regen immer viel Probleme beim Start. Dieses Jahr haben wir viel geändert, das war besser. Damit war ich sehr zufrieden. Im Regen ist es immer schwierig, keine Fehler zu machen. Aber wir haben uns im richtigen Moment für die Slicks entschieden. Es hat viel Spaß gemacht, es ist ein super Gefühl." Noch besser wird das Gefühl beim Blick auf den WM-Stand. Dort liegt Verstappen nur noch einen Punkt hinter Rekord-Weltmeister Hamilton. (Zum aktuellen WM-Stand)

Lando Norris

Nach dem Qualifying am Samstag war der 21-jährige Brite am Boden zerstört. Seine schnellste Runde, die ihn in der Startaufstellung bis auf P3 nach vorne gespült hätte, wurde aufgrund der Überschreitung der Track Limits gestrichen. So stand am Ende nur Platz 7. Doch im Rennen zeigte sich Norris unbeeindruckt und schüttelte den Frust einfach ab. Er wiederholte den starken Eindruck vom Samstag und legte einen Fabel-Ritt hin.

Platz um Platz kämpfte sich der McLaren-Pilot nach vorne, war deutlich schneller als sein Teamkollege Daniel Ricciardo und sicherte sich so am Ende einen ganz starken 3. Platz. Damit egalisierte er seine beste Karriere-Platzierung. In der Fahrer-Wertung liegt der Brite nun nach dem Podiumplatz in Imola und Rang 4 in Bahrain sensationell auf Platz 3 - unter anderem vor Valtteri Bottas und Sergio Perez, die in stärkeren Autos sitzen.

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Lando Norris fährt beim GP in Imola auf den dritten Rang. Nach dem Rennen freut er sich über sein Ergebnis (Videolänge: 1:18 Min.).

Diese starke Entwicklung konnte auch McLaren-Teamchef Andreas Seidl ein Lob über seinen Schützling abringen. "Auch außerhalb des Autos hat er als Typ einen Schritt nach vorne gemacht, wenn ich beispielsweise sehe, wie er mit seinen Ingenieuren zusammenarbeitet. Es wird klarer, was er braucht, um seine Leistungen abzurufen. Mit ihm werden wir noch viel Spaß haben."

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Ferrari

Die Scuderia kann zwar noch nicht an die guten alten Zeiten anknüpfen, als man regelmäßig um den WM-Titel mitgefahren ist. Doch im Vergleich zur verkorksten letzten Saison machte der italienische Traditionsrennstall auch in Imola einen deutlichen Sprung nach vorne. Standen in Bahrain noch die Plätze 6 und 8 auf dem Papier, steigerten sich die beiden Piloten Charles Leclerc und Carlos Sainz in Imola nochmal und belegten am Ende die Ränge 4 und 5.

Es scheint so, als ob die Arbeiten über den Winter, die am SF21 vorgenommen wurden, fruchten und die Roten in dieser Saison somit wieder ein gewaltiges Wort um zumindest den dritten Rang in der Konstrukteurs-WM mitreden können. Ferrari zeigte sich nach dem Rennen zufrieden und analysierte bereits auf der eigenen Homepage, dass man im Nassen sogar schneller als die engsten Konkurrenten sei und im Trockenen eine ähnliche Performance aufbieten könne.

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Auch Leclerc zeigte sich zufrieden: "Ich war nah dran am Podium in Italien. Wir können viel Positives mitnehmen von heute. Sobald wir keine Dirty Air vor uns haben, sind wir sehr schnell. Es war ein guter Tag und ich freue mich auf das nächste Rennen." Dieses findet dann am 2. Mai in Portimao/Portugal statt (LIVE und EXKLUSIV auf Sky Sport F1).

VERLIERER

Valtteri Bottas

In Portugal will sich Mercedes-Pilot Bottas bestimmt besser schlagen. Der Finne erlebte bereits am Samstag ein wahres Albtraum-Qualifying, als er nur auf Platz 7 landete. Prompt setzte es auch Kritik von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Doch auch im Rennen wurde es nicht besser. Bottas rutschte im Tableau noch weiter ab und hing über einem langen Zeitraum unter anderem hinter Aston-Martin-Pilot Lance Stroll fest.

In Runde 32 war für den Finnen dann auch noch frühzeitig Schluss, als er heftig mit Williams-Fahrer George Russell kollidierte. Sky Experte Ralf Schumacher sah die Schuld eher bei Bottas liegen. Zumindest war das Verhalten des Mercedes-Piloten der Ausgangspunkt für den Crash. Auch die Fans gehen in diese Richtung. Zudem ließ sich Bottas auch noch zu der unschönen Mittelfinger-Geste hinreißen. Die feine finnische Art sieht anders aus.

Valtteri Bottas (r.) zeigt George Russell nach dem Unfall den Mittelfinger.
Image: Valtteri Bottas (r.) zeigt George Russell nach dem Unfall den Mittelfinger.  © Sky

Nach der Kritik seines Chefs und seinem erneut schwachen Auftritt im Rennen in Imola muss der Finne sich bald steigern. Die Stimmen für eine Ablösung werden durch seine Performance sicherlich nicht leiser werden.

Sergio Perez

Den größten Absturz zwischen Qualifying und Rennen erlebte Red-Bull-Pilot Sergio Perez. Am Samstag wurde der Mexikaner für seine schnelle Runde noch gefeiert und beendet damit einen einsamen Negativrekord. Selbst seinen Teamkollegen und WM-Anwärter Verstappen ließ er hinter sich.

Doch im Rennen konnte der 31-Jährige nicht an seine starke Leistung vom Vortag anknüpfen. Er hatte sehr mit den Bedingungen zu kämpfen und zeigte Schwierigkeiten im Handling seines Red Bulls. Den negativen Höhepunkt erlebte er nach dem Re-Start, als er seinen Boliden ins Kiesbett setzte und somit das Rennen komplett weggeworfen hatte. Am Ende landete er außerhalb der Punkte.

Sebastian Vettel

Vettel und Aston Martin - irgendwie passt das noch nicht so richtig. Auch in Imola hatte der Heppenheimer noch die eine oder andere Schwierigkeit mit seinem Boliden und musste sich regelmäßig in den Sessions seinem Teamkollegen Lance Stroll geschlagen geben.

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Sebastian Vettel nach dem GP in Imola im Sky Interview (Videolänge: 3:29 Min.).

Doch dann kam auch noch Pech hinzu. Auf dem Weg zur Startaufstellung vor dem Rennen gab es Probleme an seinem Boliden. Die Bremsbelüftung ist in Flammen aufgegangen und musste gewechselt werden. Da die Mechaniker dies allerdings nicht in der vorgeschriebenen Zeit vor dem Rennstart erledigen konnten, musste Vettel von der Box aus starten. Zudem brachte dies eine Stop&Go-Strafe mit sich, die allerdings zum ungünstigsten Zeitpunkt ausgesprochen wurde, nämlich direkt nach seinem Boxenstopp. So musste der viermalige Weltmeister nochmal in die Box. Kein Wunder, dass Vettel nach dem Rennen kritische Worte gegenüber der Rennleitung fand.

Eine Runde vor Ende war der Grand Prix für ihn dann gänzlich beendet. Er musste seinen Boliden in der Boxengasse abstellen. Bleibt für die deutschen Fans nur zu hoffen, dass Vettel nun sein Pech bei Aston Martin vorerst aufgebraucht hat und in Portugal eine andere Performance zeigen kann.

HÄRTEFÄLLE

Lewis Hamilton

Beim Weltmeister waren beim Rennen in Imola Licht und Schatten zu sehen - und das Hamilton keine Maschine ist. Er zeigte menschliche Züge, indem er erstmals seit einer gefühlten Ewigkeit einen Fehler in einer wichtigen Phase begangen hat, als er von der Strecke gerutscht ist und sich im Kies an der Mauer seine Front zerstört hat.

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In-Race Video: Hamilton macht einen Abflug in die Bande

"Das war nicht mein allerbester Tag. Es gab nur eine trockene Linie auf der Strecke und da habe ich versucht, zu schnell zu machen. Dann habe ich mich rausgedreht. Es war ein Fehler, aus dem man lernen kann. Die schnellste Entscheidung war, rückwärts aus dem Kies zu fahren." Danach lag der Brite zwischenzeitlich sogar auf Rang 9. Doch er zeigte seine unheimliche Qualität und beförderte sich und seinen Boliden noch sensationell auf den zweiten Rang.

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In-Race Video: Hamilton vernascht Norris

Zudem brannte er die schnellste Runde in den Asphalt, sodass er sich einen Extra-Punkt und die alleinige Führung in der Gesamtwertung sichern konnte.

Mick Schumacher

Ähnlich wie bei Hamilton verhält es sich bei Mick Schumacher. Der Rookie zeigte bislang in der Formel 1 eine stetig positive Entwicklung. Doch beim Rennen in Imola unterlief ihm sein erster Patzer mit Folgen. Denn beim Aufwärmen der Reifen während der ersten Safety-Car-Phase nach dem Latifi-Unfall verlor Schumacher die Kontrolle über seinen Wagen und fuhr sich am Boxenausgang an der Wand seinen Frontflügel ab.

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In-Race Video: Mick Schumacher schlägt Frontflügel ab

"So schnell wie mir das Auto ausgebrochen ist, war es wahrscheinlich eine Pfütze oder ein Aquaplaning-Moment, ich kann das nur schlecht erklären. Ich ärgere mich schon sehr, das war sehr unnötig. Wir waren in einer guten Position und hätten vielleicht in der Top elf oder zwölf sein können und damit an den Punkten kratzen. Solche Rennen sind wichtig dafür, diese Chance habe ich nicht genutzt", zeigte sich Schumacher nach dem Rennen am Sky Mikro etwas niedergeschlagen.

Doch nach dem kurzen Schock und mit einem frischen Flügel zeigte er dann wieder eine respektable Leistung ohne Fehler und kam am Ende über eine Minute vor seinem Teamkollegen Nikita Mazepin ins Ziel.

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