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Formel 1 News: Aston Martin will Regeländerung - Heftige Kritik von Red Bull & Co.

Heftige Kritik an Aston Martin! Geplanter Vorstoß sorgt für Wirbel

Udo Hutflötz

18.04.2021 | 21:20 Uhr

Otmar Szafnauer und Aston Martin streben einen Vorstoß für eine Regeländerung an.
Image: Otmar Szafnauer und Aston Martin streben einen Vorstoß für eine Regeländerung an.  © Imago

Aston Martin hat in dieser Saison aufgrund bestimmter veränderter Regularien zu Beginn des Rennjahres mit Problemen zu kämpfen. Deshalb plant der Rennstall nun einen Vorstoß bei der FIA. Das bringt im F1-Feld aber reichlich Kritik mit sich. Ein Team zeigt aber Verständnis.

Was ist der Grund für die Unzufriedenheit von Aston Martin? Es geht um die getroffenen Regeländerungen vor der Saison, die die Aerodynamik am Unterboden und an den Bremsbelüftungen beschneidet. Das sorgt besonders beim britischen Rennstall für Unmut, der aufgrund des niedrigen Anstellwinkels bei den grünen Boliden damit deutliche Zeiteinbußen im Vergleich zur vergangenen Saison einstecken muss. Das wurde in Bahrain deutlich sichtbar, als man nur die Plätze 10 (Lance Stroll) und 15 (Sebastian Vettel) belegt hatte.

Auch in Imola dümpelt das Team nach den bisherigen Eindrücken maximal im Mittelfeld herum. Für Teamchef Otmar Szafnauer seien die Regeländerungen von der FIA bewusst getroffen worden, um Mercedes und Aston Martin einzubremsen. Im Gespräch mit Sky erklärt er: "Das Richtige wäre es jetzt, Gespräche mit der FIA zu führen und genau herauszufinden, was passiert ist und warum. Die Absicht dahinter ist, zu sehen, ob man vielleicht noch etwas ändern kann, um das mehr auszugleichen. Darüber muss man diskutieren."

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Im Interview mit Sky Sport spricht Aston-Martin-Teamchef Otmar Szafnauer über die Nachteile für den Rennstall von Sebastian Vettel (Video-Dauer: 3:03 Minuten).

Szafnauer: Haben vor Ungleichgewicht gewarnt

Und weiter: "Natürlich waren die Teams an diesem Prozess beteiligt und haben ihren Input gegeben. Auch wir haben unseren Input gegeben und gesagt, dass wenn die Regeln so durchgehen, führt das zu einem Ungleichgewicht. Wir müssen darüber diskutieren und schauen, was dabei herauskommt."

Der Teamchef des britischen Rennstalls hofft somit, eine erneute Änderung des Regelwerks zu erreichen, um sein Team wieder weiter nach vorne bringen zu können. Ein Vorgang, den AlphaTauri-Teamchef Franz Tost, am Sky Mikrofon heftig kritisiert.

Tost: "Ich kann das alles nicht nachvollziehen"

"Zuerst muss man mal darauf schauen, wie das Regelwerk entsteht. Da sitzen zunächst die Technischen Direktoren zusammen. Die bestimmen die Regeln und diskutieren beispielsweise, wie der Unterboden ausschauen soll. Wenn die sich einig sind, kommt das Ganze in die Formula 1 Commission. Dort wird es noch einmal abgestimmt und dann geht es zum World Motorsport Council. Dort wird es dann abgelehnt oder es geht durch."

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AlphaTauri-Teamchef Franz Tost über die Kritik von Aston Martins Teamchef Otmar Szafnauer an der Regeländerung. (Videolänge: 2:42 Minuten)

Und weiter: "Es ist eben durchgegangen, weshalb ich jetzt nicht verstehe, wie man da jetzt eine Änderung am Reglement haben will. Ich kann das alles nicht nachvollziehen. Wenn die Techniker bei Aston Martin in eine falsche Richtung gegangen sind, ist das nicht die Schuld der FIA. Für mich ist das ganz klar. Und deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass diese Aktion von Erfolg begleitet ist."

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Tost: "Das ist Blödsinn in meinen Augen"

Auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner schlägt in die gleiche Kerbe und verweist dabei auf den Sieg von Mercedes in Bahrain - trotz der Low-Rake-Philosophie. "In Bahrain war ihr Reifenabbau absolut gleich zu unserem - oder sogar noch besser", betont er gegenüber Sky. Und in Imola liefere Mercedes jetzt eine "sehr beeindruckende" Performance. Verständnis für die Aussagen von Szafnauer habe er daher nicht.

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Red-Bull-Teamchef Christian Horner über die Forderung von Aston Martins Teamchef Otmar Szafnauer. (Videolänge: 2:45 Minuten)

Drastischer formuliert es Tost, der sogar von "Blödsinn" redet. "Wenn das der neue Weg ist, dann werden wir auch irgendwann einmal sagen - wenn wir hinten sind - 'jetzt möchten wir eine Reglementänderung haben. Ich möchte, dass das Reglement so geschrieben ist, dass unser Auto schnell ist.' Vergiss es! Das ist Blödsinn in meinen Augen."

Dr. Marko: "Völlig unverständlich"

Da schließt sich auch Red-Bull-Boss Dr. Helmut Marko an: "Das ist völlig unverständlich. In den Jahren, in denen wir dominiert haben, hat es pro Saison zwei/drei Änderungen gegeben. Außerdem hat Racing Point bzw. Aston Martin ja auch diesen Änderungen zugestimmt. Deshalb kann ich diese ganze Argumentation überhaupt nicht nachvollziehen. Ich glaube auch, dass sich daran auf juristischen und auch auf dem Gesprächsweg überhaupt nichts an den Regeln ändern wird."

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Red-Bull-Sportchef Helmut Marko über Sergio Perez und Max Verstappen nach dem Qualyfying in Imola. (Videolänge: 4:08 Minuten)

Gehe es nach dem Österreicher, müsse man bei Aston Martin einfach bessere Arbeit leisten. "Sie haben einen zweiten Mercedes. Da müssen sie halt schauen, dass sie ähnliche Adaptionen vornehmen, wie es auch Mercedes gemacht hat. Da sieht man ja auch, dass der flache Anstellwinkel erfolgreich sein kann."

Wolff springt Szafnauer zur Seite

Apropos Mercedes. Wie sieht eigentlich Motorsportchef Toto Wolff diese Angelegenheit, immerhin setzt auch Mercedes auf das Low-Rake-Konzept. "Ich möchte als x-facher Weltmeister nicht sofort nach einem Foul rufen, wenn so eine Regeländerung vor der Saison in Kraft tritt. Aber sie haben schon einen berechtigten Grund. So wie die Regeländerungen nach der letzten Saison eingeführt worden sind, hat das schon zu einem klaren Nachteil für die Autos mit dem Low-Rake-Konzept geführt. Auch wir haben dramatisch verloren. Wesentlich mehr, als andere Autos mit einem größeren Anstellwinkel. Und wenn du dann in Betracht ziehst, dass Aston Martin schon eine große und wichtige Marke ist und die sind auf einmal nirgends, dann verstehe ich schon, dass sie auf der Palme sind."

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Mercedes-Teamchef Toto Wolff analysiert das Qualifying in Imola. (Videolänge: 3:55 Minuten)

Wolff springt Szafnauer und Co. damit zur Seite und deutet im Anschluss an, dass der Ablauf bezüglich der gefassten Regeländerungen wohl nicht ganz korrekt gewesen sei. "Die Teams sind immer darin involviert. Die Frage ist nur, wie man zu diesen Regeländerungen gekommen ist. Ist da alles neutral abgelaufen? Das kann man sicherlich in Frage stellen."

Ob nun nochmal Bewegung ins Reglement kommt, ist noch offen. Die Teamchefs werden sich wohl mit der FIA zusammenschließen und dies diskutieren. Ausgang? Offen!

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