Wer steht wo? Das Power-Ranking der F1-Vorsaison 2026
Mit dem zweiten Test in Bahrain ist die Vorsaison der Formel-1-Saison 2026 beendet. Sky Sport Formel 1 Reporter Sascha Roos ordnet im Power-Ranking ein, welches Team zum Saisonauftakt wo steht.
20.02.2026 | 20:35 Uhr
Zwei Wochen, sechs Testtage, 48 Stunden auf dem Asphalt von Bahrain: Die Vorsaison der Formel 1 hatte es dieses Jahr in sich.
Mit einem nun zur Hälfte aus elektrischer Energie bestehenden Antriebskonzept. Dazu zwei neue Teams: Audi mit eigenem Motor - hervorgegangen aus dem Sauber-Rennstall - und Cadillac. Der US-Hersteller bedient sich an Ferrari-Triebwerken.
Um den Teams genug Zeit für die Erprobung der Revolution zu lassen, fiel die Vorsaison in diesem Jahr etwas länger aus: Ein Shakedown in Barcelona, zwei dreitägige Tests in Bahrain. Mit unzähligen Daten und Erkenntnissen bleibt eine Frage: Wer steht wo?
Sky Sport Formel 1 Reporter Sascha Roos gibt in seinem Power-Ranking der Vorsaison einen Einblick in die Hackordnung der Königsklasse, bevor es ab dem 6. März in Melbourne zum ersten Mal ernst wird (Der Große Preis von Australien LIVE bei Sky Sport Formel 1).
Platz 1: Ferrari
Die Scuderia konnte in allen sechs Testtagen überzeugen. Wenige Probleme beim Rennstall aus Maranello sowie bei den Kundenteams lassen auf eine solide Power Unit schließen. Obendrauf bewiesen Lewis Hamilton und Charles Leclerc in ihren Rennsimulationen starke Pace, bevor der Monegasse am letzten Testtag mit einer Reihe absoluter Bestzeiten die Konkurrenz weit hinter sich ließ.
Bonus ist die Beschleunigung des Ferrari-Motors am Start, an der das Team den ganzen Winter entwickelt hat und die das ganze Feld hinter sich lässt.
Platz 2: Mercedes
Der Abstand zum Spitzenreiter ist nicht groß. George Russell und Kimi Antonelli konnten ebenfalls starke Longruns vorweisen, einige Probleme kosteten Mercedes zwar mehrfach Zeit, doch trotz Motorentausch konnte der Antrieb mit dem Stern viel Vertrauen vermitteln. Gerüchte über versteckte Power machen weiter zuversichtlich.
Einzig die Kompressions-Debatte könnte dem Team aus Brackley dieses Jahr noch Kopfschmerzen bereiten. Doch genau diese politische Komponente sollte einer der Gründe sein, weswegen Mercedes noch nicht alles gezeigt hat, was der Motor wirklich kann.
Platz 3: McLaren
Für den Mercedes-Kunden gilt in Bezug auf den Antrieb natürlich das Gleiche. Oscar Piastri und Lando Norris fuhren ebenfalls zahlreiche Kilometer und bewiesen dabei in Renn-Stints gute Performance.
Auch auf eine Runde blieb der McLaren an der Spitze dran.
Platz 4: Red Bull
Der erste eigene Motor aus dem Hause Red Bull ließ eigentlich mehr Probleme erwarten, als man im Test hatte. In der ersten Woche noch hochgelobt, wurden die Top-Werte des Dienstwagens von Max Verstappen und Isack Hadjar dann aber immer weiter angefochten.
Auf eine Runde war Verstappen am letzten Testtag aber voll auf Augenhöhe mit Mercedes.
Platz 5: Haas
Der Titel "Best of the Rest" geht an die US-Amerikaner - wenn auch nur knapp. Der Haas profitiert von einer starken Ferrari-PU und glänzte an den Testtagen mit diversen Top-6-Platzierungen.
Auch konnten Oliver Bearman und Esteban Ocon beinahe problemfrei einen Haufen Kilometer sammeln. Am letzten Tag gelangen 170 Runden. Bei den Starts war der Haas direkt hinter Ferrari.
Platz 6: Alpine
Wie gesagt, hier war es knapp. Der Alpine ist auf Augenhöhe mit dem Haas, der ihn an den meisten Testtagen knapp schlug. Am letzten Tag war es umgekehrt: Pierre Gasly war mit einer 1:33.421 nicht weit weg vom neuen Motorenverkäufer Mercedes. Auch Franco Colapinto fuhr stetig zügig und konstant.
Ein Beinahe-Crash beim Probestart in der ersten Testwoche bleibt im Hinterkopf.
Platz 7: Racing Bulls
Das Tochter-Team von Red Bull bewies mit unglaublichen Kilometerwerten, dass der neue Motor nicht zu unterschätzen ist. Allein am letzten Testtag gelangen Rookie Arvid Lindblad im Alleingang 165 Runden. Dafür fehlt etwas Pace, sowohl in Quali-, als auch in Renn-Runs.
Der Brite und Liam Lawson blieben jedoch, wie schon bei Red Bull hervorgehoben, ohne große Probleme. Vor dem Hintergrund der diversen Neuerungen kann das am Schluss den Unterschied machen.
Platz 8: Audi
Eine grundsolide Testwoche vom F1-Neuling. Die übernommene Expertise von Sauber hat hier geholfen. Nico Hülkenberg und Gabriele Bortoleto mussten zwar einige Kinderkrankheiten auskurieren, doch der Brasilianer zeigte besonders am letzten Testtag, das Tempo im Boliden steckt. Mit 1:33.755 standen die vier Ringe am Schluss auf Rang sieben.
Platz 9: Williams
Der Traditionsrennstall verpasste den Shakedown in Barcelona komplett dank eines Entwicklungsrückstandes. Dafür liefen die Tests in Bahrain gut. Der Renner von Carlos Sainz und Alex Albon profitiert vom Mercedes-Kundenmotor, dennoch ging es in Sakhir darum, Kilometer aufzuholen.
Die Rundenzeiten waren keine Schlagzeilen wert. Eine 1:34.342 markiert die beste Rundenzeit, da fehlen fast zweieinhalb Sekunden auf die Spitze.
Platz 10: Cadillac
Der Newcomer der Königsklasse war trotz Ferrari-Teilen im Heck zu Anfang ein wenig unter Welpenschutz, doch die Probleme von Valtteri Bottas und Sergio Perez häuften sich. Immer wieder kam es zu langen Aufenthalten an der Box oder sogar Pannen auf der Strecke.
Die Rundenzeiten waren derweil immer ganz unten im Zeitenturm wiederzufinden, auch die Renn-Pace ließ keine Freude aufkommen.
Platz 11: Aston Martin
Die Fallhöhe war einfach zu groß. Adrian Newey als Entwickler, ein Werksmotor von Honda und die fähigen Hände von Fernando Alonso ließen hoffen - doch es folgte ein Desaster. Tiefpunkt: die Ausbeute von lediglich sechs (!) Runden am letzten Testtag aufgrund eines Teilemangels. Der Motor ist nicht zuverlässig, das selbst-entwickelte Getriebe ebenfalls, zudem kämpft der Aston Martin mit Überhitzungserscheinungen.
Honda arbeitet fieberhaft an Lösungen auf der Motorenseite. In sechs Tagen Testen gelang keine einzige volle Renndistanz. Ob der Bolide aus Silverstone das erste Rennen überhaupt übersteht, ist die wichtigere Frage als die nach der Leistung.
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