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NFL News: Rams, Cowboys, Bengals, Raiders, Bucs & Co. in Wildcard gefordert

Sechs Duelle, sechs Tipps! Heiße Wildcard-Games versprechen Spektakel

Tom Brady will in die Divisional Round.
Image: Tom Brady will in die Divisional Round.  © Imago

In der NFL beginnt die fünfte Jahreszeit. Die Playoffs stehen an. Los geht es an diesem Wochenende mit der Wildcard-Runde und sechs Partien. Sky blickt voraus und gibt einen Tipp ab, welche Teams sich am Ende durchsetzen.

Cincinnati Bengals - Las Vegas Raiders (Samstag, 22:30 Uhr)

Das erste Wildcard-Spiel des Wochenendes ist vielleicht auch das interessanteste. Beide Teams warten seit einer gefühlten Ewigkeit auf einen Sieg in den Playoffs. Über die Bengals wird immer gewitzelt, dass es keinen Menschen auf der Welt gibt, der je eine Handynachricht über einem Cincy-Sieg in den Playoffs verschickte. Die erste SMS wurde nämlich 1992 versendet, der letzte Playoffsieg der Bengals stammt aus dem Jahr 1991.

Doch auch die Raiders warten seit ihrem Einzug in den Superbowl 2003 auf einen Erfolg in der Postseason. In der aktuellen Saison trafen beide Teams bereits am 11. Spieltag in Las Vegas aufeinander. Joe Burrow und die Bengals siegten deutlich mit 32:13 vor allem dank des starken Laufspiels von Joe Mixon. Die Raiders sind allerdings nicht mehr das gleiche Team von damals und kommen nach dem dramatischen Sieg gegen die Chargers mit mächtig Selbstvertrauen nach Ohio.

Joe Burrow wird gegen die Las Vegas Raiders vor allem Zeit von seiner Offensive Line benötigen.
Image: Joe Burrow wird gegen die Las Vegas Raiders vor allem Zeit von seiner Offensive Line benötigen.  © DPA pa

Entscheidend wird sein, wie die Offensive Line der Bengals spielt: Kann sie Burrow die nötige Zeit geben, um die Wide Receiver Tee Higgins, Tyler Boyd und vor allem JaMarr Chase zu finden oder alternativ genügend Lücken für Mixon zu reißen, wird Cincinnati das Spiel gewinnen. Gelingt das nicht - und das ist durchaus möglich, schließlich ist Burrow der meistgesackte Quarterback der Liga - haben die Raiders eine gute Chance, ihre verrückte Saison noch um mindestens ein Kapitel zu erweitern.

Tipp: Bengals siegen mit 28:24

Buffalo Bills - New England Patriots (Sonntag, 2:15 Uhr)

Bereits zum dritten Mal in der laufenden Spielzeit kommt es zum Duell dieser beiden AFC-East-Rivalen. Das erste Duell in Buffalo unter makaberen Windbedingungen entschieden die Patriots mit 14:10 für sich, obwohl Quarterback Mac Jones in dem Spiel gerade einmal drei Pässe versuchte (!) - zwei davon kamen an für 19 Yards Raumgewinn. Doch das Laufspiel von Offensive Coordinator Josh McDaniels klappte wunderbar und dank der 222 Yards am Boden konnte New England am Ende den Sieg bejubeln.

Die Bills revanchierten sich wenige Wochen später in Foxborough, gewannen souverän mit 33:21 und sicherten sich am Ende auch den Divisionssieg und das Heimspiel in den Playoffs. Dort sind sie im dritten Match gegen Bill Belichick auch der Favorit, denn bei den Patriots läuft es zuletzt nicht.

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Josh Allen (weiß) und die Buffalo Bills gehen als Favorit ins Duell gegen die New England Patriots.
Image: Josh Allen (weiß) und die Buffalo Bills gehen als Favorit ins Duell gegen die New England Patriots.  © DPA pa

Nachdem das Team mitten in der Saison sieben Spiele in Folge gewinnen konnte, verlor man zuletzt drei der vergangenen vier Partien. Hinzu kommt, dass Rookie-Quarterback Jones sein erstes Playoffspiel überhaupt in der NFL bestreitet, während sein Gegenüber Josh Allen schon über deutlich mehr Erfahrung verfügt. Sollte das Wetter den Bills keinen Strich durch die Rechnung machen, dürfte man in die nächste Runde einziehen.

Tipp: Bills siegen mit 27:13

Tampa Bay Buccaneers - Philadelphia Eagles (Sonntag 19:00 Uhr)

Auch das dritte Wildcard-Game gab es schon in der Regular Season. Am 6. Spieltag setzte sich der Titelverteidiger bei den Eagles mit 28:22 durch. Dabei führten Tom Brady & Co. bereits mit 28:7, ehe Philly es noch einmal spannend machte. Nach dem Touchdown und der Two-Point-Conversion zum Endstand gaben die Bucs den Ball aber nicht mehr ab und beendeten das Spiel mit einem langen Drive über fast sechs Minuten.

Der amtierende Champion dominierte das erste Duell über weite Strecken und sollte auch am Sonntag die Oberhand behalten. Zwar hat Brady nicht mehr die Waffen wie noch zu Saisonbeginn, da mit Chris Godwin (verletzt) und Skandalprofi Antonio Brown (entlassen) zwei starke Wide Receiver nicht mehr dabei sind, aber mit Rob Gronkowski, Mike Evans & Co. Stehen Brady immer noch genug Anspielstationen zur Verfügung.

Ein frühes Aus von Tom Brady gegen die Philadelphia Eagles wäre eine Sensation.
Image: Ein frühes Aus von Tom Brady gegen die Philadelphia Eagles wäre eine Sensation.  © DPA pa

Das größte Problem der Eagles ist, dass ihre größte Stärke - das Laufspiel - den Bucs nicht wehtut. Tampa Bay stellt seit Jahren schon die beste Laufverteidigung und dürfte auch Quarterback Jalen Hurts das Leben schwer machen. Als die Bucs zuletzt gegen eine Offense spielten, die sich über einen laufstarken Spielmacher definiert, beschränkte man Saints-QB Taysom Hill auf 61 Yards bei 21 Versuchen. New Orleans gewann damals zwar das Spiel, aber nur, weil Tampa keinen einzigen Punkt erziele konnte. Das passiert Brady nicht noch einmal.

Tipp: Buccaneers siegen mit 31:14

Dallas Cowboys - San Francisco 49ers (Sonntag, 22:30 Uhr)

Das Duell zwischen den Cowboys und den 49ers am Sonntagabend ist tatsächlich das einzige Spiel der Wildcard-Runde zwischen zwei Mannschaften, die sich in dieser Saison nicht gegenüberstanden. Vor allem in den 90er-Jahren trafen diese beiden Franchises oft in den Playoffs oft aufeinander. Damals hießen die Quarterbacks noch Troy Aikman und Steve Young.

Dieses Mal duellieren sich Dak Prescott und Jimmy Garoppolo und es wird interessant sein, wer am Ende das bessere Ende für sich hat. Für die Cowboys spricht der Heimvorteil, die Firepower in der Offensive vor allem bei den Wide Receivern und eine Defense, die viele Turnover provoziert. Das könnte Probleme für die Niners darstellen, die in der Secondray einige Probleme haben und generell meistens den Kürzeren ziehen, wenn man den Ball zwei mal oder mehr verliert (nur zwei Siege).

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Für San Francisco spricht allerdings, dass man mit einer Menge Selbstvertrauen nach dem Sieg bei den Rams nach Dallas fährt. Auch das starke Laufspiel und die Tatsache, dass die Cowboys gegen gute Teams meistens den Kürzeren zogen sind Pluspunkte für das Team aus Kalifornien. Wenn der angeschlagene Garoppolo ein zumindest ordentliches Spiel abliefert, könnte es eine Überraschung geben.

Tipp: San Francisco gewinnt 21:17

Kansas City Chiefs - Pittsburgh Steelers (Montag, 2:15 Uhr)

Diese beiden Mannschaften standen sich vor gerade einmal drei Wochen gegenüber und es wurde deutlich. Der Vorjahresfinalist aus Kansas City fegte die Steelers mit 36:10 vom Platz. Bei Pittsburgh lief an diesem Abend aber fast alles schief, was nur schief laufen kann. Der wahrscheinliche Verteidiger des Jahres, T.J. Watt, verletzte sich und konnte nur eingeschränkt mitwirken und von fünf Fumbles im Spiel eroberten die Steelers keinen einzigen.

Die Defense der Gäste dürfte dieses Mal im Arrowhead-Stadium also besser sein, aber die Frage bleibt, ob auch die Offense um Ben Roethlisberger mithalten kann. Big Ben führte sein Team in den letzten beiden Vorrundenspielen gegen Cleveland und Baltimore zwar zum Sieg, aber wirklich überzeugen konnte die Offense dabei nicht.

Patrick Mahomes (M.) und die Kansas City Chiefs ließen den Pittsburgh Steelers im letzten Duell beider Teams vor wenigen Wochen keine Chance.
Image: Patrick Mahomes (M.) und die Kansas City Chiefs ließen den Pittsburgh Steelers im letzten Duell beider Teams vor wenigen Wochen keine Chance.  © DPA pa

Und viele Punkte sind in einem Duell gegen Patrick Mahomes Pflicht, auch wenn dessen beste Waffe zuletzt schwächelte. Tyreek Hill sucht nach einer Covid-19-Erkrankung vor zwei Wochen noch seine Form und plagt sich zudem mit einer Fersenverletzung herum. Gegen Denver stand er nur bei zwölf Snaps auf dem Feld. Dennoch spricht alles für Kansas City und damit gleichzeitig für das sehr wahrscheinlich Karriereende des zukünftigen Hall of Famers Roethlisberger.

Tipp: Kansas City gewinnt 27:10

Los Angeles Rams - Arizona Cardinals (Dienstag, 2:15 Uhr)

Die Rams sind All-in! Alles andere als der Superbowl-Sieg im eigenen SoFi-Stadium wäre in der Stadt der Engel eine Enttäuschung. Angefangen vom Blockbuster-Trade in der Offseason für Quarterback Matthew Stafford über den Deal für Passrusher Von Miller bis hin zum neu verpflichteten Odell Beckham Jr. Doch in der zweiten Saisonhälfte hatten die Rams durchaus ihre Probleme. Es gab zwischenzeitlich eine Niederlagenserie von drei Spielen und auch wenn man vor der Niederlage zum Abschluss gegen die 49ers fünf Siege in Folge feierte, überzeugte das Team von Sean McVay - mit Ausnahme von Receiver Cooper Kupp, der eine fantastische Saison spiel - nur selten.

Vor allem Stafford, der sich zuletzt einige unerklärliche Turnover erlaubte, steht gegen die Cardinals unter Beobachtung. Der ehemalige erste Pick des Drafts im Jahr 2009 wartet nach wie vor auf seinen ersten Playoffsieg. Mit den Detroit Lions schaffte er es dreimal in die Wildcard-Runde verlor aber jedes Mal. Letztmals vor fast genau fünf Jahren. Stafford muss gegen Arizona zeigen, dass er in wichtigen Momenten da sein kann und seine Kritiker lügen strafen, denn eine durchwachsene Leistung des Spielmachers wird gegen Arizona wohl eher nicht reichen.

Können Cooper Kupp (l.) und seine Rams erneut gegen Arizona jubeln?
Image: Können Cooper Kupp (l.) und seine Rams erneut gegen Arizona jubeln?  © DPA pa

Die Cardinals waren das letzte ungeschlagene Team, konnten den Ausfall von Star-Receiver DeAndre Hopkins aber nicht kompensieren und waren offensiv teilweise kaum wieder zuerkennen. Hopkins wird auch gegen die Rams nicht dabei sein, aber Quarterback Kyler Murray sollte man - vor allem auswärts - nie unterschätzen, denn die Cardinals gewannen unglaubliche acht ihrer neun Auswärtsspiele. Unter anderem gelang es Murray die Rams im SoFi-Stadium zu schlagen. Am vierten Spieltag siegten Murray & Co. deutlich mit 37:20 und Hopkins war damals kein großer Faktor. Die Rams entschieden dann das zweite Duell an Spieltag 14 mit 30:23 für sich und auch dieses Mal dürfte es im ersten Monday Night-Playoff-Game der NFL-Geschichte ein enges Spiel werden.

Tipp: Rams gewinnen 24:21

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